KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

11.04.2007 um 20:37 Uhr

lebensmittelvergiftungen!

von: rolf   Kategorie: **von meiner homepage!

die wirklich schlimmsten lebensmittelvergiftungen habe ich mir in marokko zugezogen. einmal war es ein "hamburger" (!) in agadir, mal ein rindfleischspiess in zagora und mal eine verdorbene coca-cola auf dem weg von fes nach marrakesch.

ich sollte also inzwischen darin geübt sein, die symptome zu erkennen und mich drauf einzustellen. indes: eine lebensmittelvergiftung ist so tückisch, dass sie uns in jeder beziehung lahm legt. nur gut, dass die erkrankung - so heftig sie auch ist - in der regel alsbald überwunden ist.

... in beni-mellal will ich meine reise für diesen tag beenden. ich finde an der hauptstrasse auch bald ein hotel, in das ich mich für die kommende nacht einmiete. ich lege mich aufs bett und ruhe mich aus. dann will ich mir die stadt ansehen, von der ich aber weiss, dass sie kaum sehenswürdigkeiten hat. sie liegt in einem weiten tal, das wegen des gemüse- und obstanbaus bekannt ist. das wasser des mittleren atlas versorgt die felder im überfluss und macht beni-mellal zu einem der grossen gärten marokkos.

schon die ersten schritte fallen mir schwer. mir tun die füsse und beine weh - mir tut überhaupt alles weh. ich schleiche an den geschäften der hauptstrasse vorbei und kann mir meinen zustand nicht erklären. ich weiss nur, dass es keinen sinn hat, weiter zu gehen. also kehre ich ins hotel zurück.

auch wenn ich mich vor einer stunde noch auf ein frisches glas bier und eine tajine gefreut hatte, so ist mir inzwischen jeder appetit vergangen. ich liege auf dem bett und erschrecke darüber, wie meine beine und hände immer kälter werden. bald friere ich ganz erbärmlich und auch ein pullover und zwei wolldecken ändern nichts daran.

als ich mich das erste mal übergeben muss, weiss ich, was passiert ist. ich habe mir zum zweiten mal auf einer reise durch marokko eine schlimme magen- darmerkrankung zugezogen. ich weiss auch bald, wie das geschehen konnte.

ich achte in marokko immer recht genau auf das, was ich esse und trinke. aber an diesem nachmittag hatte ich ohne weiter nachzudenken zur angebrochenen cola-flasche gegriffen. ihr inhalt muss jedoch durch den ständigen wechsel von hitze und kälte längst verdorben gewesen und zu einer bakteriellen brutstätte geworden sein.

ich erinnere mich, dass ich einmal eine ganze reihe kleiner näpfchen kondensierter milch mit nach marokko genommen hatte. sie liegen bei uns - ungekühlt - in den regalen der supermärkte und sind (so ist es auf der verpackung vermerkt) viele monate haltbar. als ich am zweiten tag in agadir eines dieser näpfchen öffnete, kam mir eine üble, braun stinkende flüssigkeit entgegen. das besondere klima marokkos - dazu der extreme wechsel von hitze und kälte - hatte die milch in etwas monströs giftiges verwandelt.

das zu den lebensmitteln in marokko - und wie wir mit ihnen umgehen sollten!

am frühen abend lege ich mich erschöpft ins bett und lösche das licht. immer wieder falle ich in kurze, fiebrige dämmerträume, zittere vor kälte und ohne unterlass am ganzen körper. unten im hotel ist inzwischen die bar geöffnet worden, in der alkohol ausgeschenkt wird. also höre ich das durcheinander von hundert stimmen, das betrunkene gröhlen der gäste und ihr lautes lachen. das ganze schneidet mir unerträglich in die ohren und ich frage mich immer wieder, wie es am nächsten tag mit mir weiter gehen soll? so krank, wie ich mich fühle, kann ich überhaupt nicht daran denken, weiter nach marrakesch zu fahren - und bis agadir, wo ich in diesem zustand bestimmt am besten aufgehoben wäre, sind es noch 800 kilometer.

ich fühle mich sehr allein.

nachts - es ist ein uhr - bricht die „krisis“ aus. ich muss mich heftig übergeben und ein schrecklicher durchfall durchschüttelt mich. danach ist das schlimmste überstanden. ich lege mich wieder hin, langsam kehrt die wärme in meinen körper zurück und ich schlafe leicht und ruhig bis zum morgengrauen. ich weiss: mein körper - er ahnt, dass er mich in beni-mellal nicht im stich lassen darf - hat sich mit aller kraft und in einem akt spontaner notwehr von einer krankheit befreit, die ihn am nachmittag überfiel.

am frühen morgen signalisiert mir mein körper einige verhaltensregeln: in der nächsten zeit nur tee zu trinken, trockenes brot zu mir zu nehmen und ansonsten aufs essen ganz zu verzichten - dann bedeutet er mir (nichts tut mir noch weh):

freie fahrt nach marrakesch.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenLexony schreibt am 12.04.2007 um 00:53 Uhr:Hodelally, Salzstangen statt Brot und Schwarzer Tee. Gute Besserung und bon voyage.

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