KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

01.09.2007 um 09:41 Uhr

ludwig und THERESE!

1810 war´s, als der spätere bayerische könig LUDWIG seine THERESE heiratete, die aus sachsen-hildburghausen stammte. wir dürfen annehmen, dass das volk ähnlich beglückt war wie heute.

wenn ein fürstliches paar vor den traualtar tritt, leuchten die augen ihrer untertanen. wir haben uns daran gewöhnt, dass dieses leuchten ausserordentlich sinnlos, irgendwie aber doch auch herzerwärmend ist.

wir müssen noch kurz bei LUDWIG bleiben, dessen ehe mit THERESE nicht ganz so glücklich war, wie es am tag ihrer eheschliessung zu hoffen war. es gab da nämlich LOLA MONTEZ, die nicht von adel war, ansonsten aber einige reize hatte. davon sprach bald ganz münchen. man missbilligte die affäre des königs, dachte aber auch voll mitgefühl an die arme THERESE, die das alles auszuhalten hatte.

ihr zum trost taufte man eine unbedeutende wiese am rand der stadt auf ihren namen. die münchener hatten wohl das gefühl, etwas gut machen zu müssen. weil aber die namensgeber der grossen plätze der münchener residenz ausschliesslich gekrönte häupter sein dürfen, konnte es eben nur eine wiese sein.

und: so wichtig war THERESE nun auch wieder nicht. sie war im übrigen ja auch keine wittelsbacherin - sondern kam aus sachsen. obwohl - wenn man es richtig bedenkt - der sächsische hof allemal mit dem glanz der münchener residenz mithalten, wenn nicht gar übertreffen konnte.

wäre da nur nicht der zusatz "hildburghausen", der uns recht schnell auf den boden der tatsachen zurückführt ...

... und auf die wiese vor der stadt, die nun THERESIENWIESE hiess.

somit sind wir auch wieder bei der hochzeit des jungen paares und vergessen für einen moment die düsteren schatten, die sich schon bald über ihr glück legen sollten. noch glänzten die augen ihrer untertanen, noch galt das versprechen einer herrlichen zukunft.

das alles musste natürlich im grossen stil und mit beteiligung aller untertanen gefeiert werden - weil es nicht opportun ist, eine hochzeitstorte anzuschneiden, ohne das volk auf angemessene weise daran zu beteiligen.

indes - so eine grosse torte gibt es nicht.

deswegen wurden auf der THERESIENWIESE einige zelte aufgestellt. dort gab es zwar keine torte zu essen - dafür aber bier zu trinken und brezln zu knabbern.

weil aber nicht nur den münchenern, sondern allen bayerischen untertanen diese freude zuteil werden sollte, legte man das fest in den oktober. da waren auch die letzten kühe von der alm getrieben und die bauern im bayerischen oberland starrten gelangweilt in die berge und hatten nichts mehr zu tun.

was also lag näher, als die einladung ihres königs anzunehmen, die pferdekutschen herbstlich zu schmücken und über stock und stein, aber unter einem weiss-blauen himmel nach münchen zu fahren?

das tun sie jetzt schon - mangels anderer beschäftigung - seit 197 jahren.

den rest kennen wir. leider denkt niemand mehr an die arme THERESE.

heuer kostet die mass bier übrigens 7 euro 90 (... denn freibier gab´s nur einmal: 1810)

WEB-CAM


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