KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

21.08.2007 um 21:33 Uhr

lübeck und die BUDDENBROOKS!

von: rolf   Kategorie: **kurzer weg ins internet!

nun werden also die BUDDENBROOKS in lübeck verfilmt. zum wievielten male eigentlich? in worte ist doch alles längst gefasst, in bilder auch - und dennoch muss ein neuer film her. das mag - verzeihung - an der fixen thomas-mann-idee von herrn breloer liegen.

immerhin hat er vor einigen jahren eine dokumentation über die familie thomas mann verfilmt, die zu den höhepunkten deutschen fernsehens gehört.

jetzt also sind er und alle anderen in lübeck und drehen (zum wievielten male eigentlich?) die BUDDENBROOKS.

in der tat: der roman ist hübsch zu lesen, hat einige tiefe und so viel ironie, dass die lübecker ihrem grössten sohn, thomas mann, das buch kreuzübel nahmen.

beleidigt waren sie, nippten an ihren teetassen, sassen auf dem sofa und nahmen aber sowas von übel!

man könnte über thomas mann und lübeck gewiss bücher schreiben. irgendwie konnten beide - beleidigt und dennoch fasziniert - nicht voneinander lassen. thomas mann sass seine stadt im rücken - manchmal stützend, manchmal kneifend ... und lübeck schwankte zwischen hass und ehrenbürgerschaft.

die hat thomas mann dann doch noch bekommen. über andere ehrenbürger lübecks sei geflissentlich hinweggesehen.

das also war thomas manns gepolstert-zugiger krähenwinkel, muffig und ohne ausblick - also symbolisch für ein bürgertum, das (eitel und verwöhnt zugleich) an ein ratloses ende geraten war ...

... aber irgendwie doch vornehm, irgendwie distinguiert, irgendwie begeistert am eigenen leiden.

so wie thomas mann.

als sohn lübecks verwahre ich mich im übrigen aufs entschiedenste, wenn der SPIEGEL sich an mann´scher ironie versucht. dort, in hamburg, kann man es einfach nicht. man muss sich schon den kopf am kopfsteinpflaster lübecks blutig geschlagen haben, um dies (fern aller ironie, oh-ja!) zu erkennen:

lübeck entkommt man nicht, es sei denn, man fällt nach zu viel marzipan-torte tot um ... auf der breiten strasse - dort wo es auch den konsul traf ... aber das wird herr breloer schon richtig ausleuchten.

IN HAMBURG ÜBT MAN DAS NOCH!

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenManuela schreibt am 21.08.2007 um 22:00 Uhr:Irgendwer sagte neulich im TV, die *Buddenbrooks* müßten eigentlich alle 5(?) oder so Jahre verfilmt werden, um den zeitgeschichtlichen Nachweis zu führen. Na, von mir aus. Sollen doch alle Romane der Welt als lebende Bilder existieren, doch anschauen muß ich es deswegen nicht. Sorry, wenn ich um ungelaunt unhöre; aber T. Mann ist für ein Haßobjekt, das gleich nach R. Wagner kommt.
  2. zitierenManuela schreibt am 21.08.2007 um 22:13 Uhr:Wie ich da lesen kann, bin ich nicht nur übellaunig, sondern auch müde. Daher also mein letzter Satz des vorherigen Eintrags noch einmal in korrigierter Form: "Sorry, wenn ich mich ungelaunt anhöre; aber T. Mann ist für mich ein Haßobjekt, daß gleich nach R. Wagner kommt".

    Trotzdem liebe Grüße an Dich, Rolfie. ***:-)

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