KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

01.02.2009 um 15:37 Uhr

marokkanische KISSENPYRAMIDEN II.!

„karim, es ist das rote kissen in der mitte - nicht das blaue weiter oben ... ich ersitze das, kümmere dich drum, es ist nicht zum aushalten ... da wurde einmal wieder bei den abnähern geschlampt - sie stechen mir ins fleisch.“

karim zog aus dem berg der pyramide das rote kissen. im selben moment rutschte der turm ein wenig in sich zusammen und die dame landete ein kissen-stockwerk tiefer.

„ilse - hast weh getan?“ hörte ich den marokkaner erschrocken rufen, der jetzt das rote kissen in der hand hielt und nicht wusste, wohin damit.

„flegel“, schimpfte sie und versuchte mit ihren pobacken die pyramide wieder ins gleichgewicht zu bringen.

was nicht einfach war ...

„merke dir, erst stehe ich auf und erst danach solltest du nach dem kissen greifen ... aber du lernst es  ja doch nicht, karim. im übrigen, ich habe mich geirrt: es muss das blaue kissen sein, das mir diese unpässlichkeit verursacht. ziehe es einmal heraus ...“

„dazu muss rotes wieder rein?“ ich sah karim seine ratlosigkeit an.

„was denn sonst?“ rief ilse empört.

karim lächelte schief: „ja, was denn sonst?“

„also los. hebe mich von den kissen und stecke sie wieder stabil zurecht ...“

ilse hatte einen befehl gegeben - der aber nicht einfach auzuführen war, denn karim konnte nur eines zur gleichen zeit tun: entweder ilse von den kissen heben, oder die kissen neu ordnen. beides zugleich überstieg seine kräfte und sein organisationstalent (über das neue wort "stabil", das er gerade gelernt hatte, dachte er erst einmal noch gar nicht nach) .... zumal ilse als fast 60-jährige nicht ohne grund besonders weite tuareg-kleider trug.

zu allem überfluss hörte er jetzt auch noch:

„und lass mich verdammt noch mal auf den kissen sitzen. einmal wieder unten komme ich da nie wieder rauf ... aua ... es tut mir alles weh!“

während karim noch versuchte, das rote kissen wieder in die pyramide zu stopfen, ohne ilse ins schwanken zu versetzen, hörte er sie sagen:

„wenn eine dame schon mal einen titan besteigt ...“

„was ist „titan“?“ ungläubig schaute er hinauf, wo ilse auf schwankenden kissen thronte und vorsichtig, ganz vorsichtig gewisse reitübungen simulierte, wobei sie ein leichtes stöhnen nicht unterdrücken wollte.

„aber du weisst doch: „titan“ hiess das kamel, mit dem ich vorhin durch die wüste ritt.“

„ja, ja .... titan-ja, unsere netteste im stall“, nickte karim.

„titan ... ich sagte es doch“, wiederholte ilse und ich hörte aus ihren worten eine leichte gereiztheit.

„aber ilse, „titan“ heisst „titan-ja“ und ist unsere liebenswerte kamelstute!“

karim strich über die staubigen kissen, um von seinen - die letzte wahrheit enthüllenden - worten abzulenken. immerhin: auch ilse wusste jetzt, dass sie keinen stolzen kamelwallach ... sondern eine kamelstute geritten hatte.
ilse sass oben auf den rot-blauen kissen, stellte von einer sekunde zur nächsten ihre reitbewegungen ein, starrte empört auf karim hinunter und rief:

„muss ich mir das ganze elend jetzt auch noch von einer blöden hergelaufenen kamelstute gefallen lassen?“

fortsetzung folgt


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