marokko und die JUDEN!
es ist vielleicht an der zeit, über die situation der juden in marokko zu sprechen. die ehemals grosse jüdische gemeinde dort ist klein geworden - die allermeisten sind ausgewandert. nicht aber zum überwiegenden teil nach israel, sondern nach europa und USA.
das verhältnis der muslimischen marokkaner zu ihren jüdischen landsleuten war nie ohne spannungen. dennoch lebten sie über jahrhunderte zusammen - man darf schon annehmen, dass den juden dabei kein privileg zukam, und sie - mehr oder weniger - am rande der muslimischen gesellschaft standen.
dennoch: progrome wie in europa hat es in marokko nicht gegeben. die juden waren nicht wirklich integriert, aber auch keine aussenseiter.
die juden in marokko fühlten sich zuerst einmal ihrem staat verantwortlich - und folgten danach ihrer religion. das ist ein wenig absonderlich, weil die mehrheit der (muslimischen) marokkaner ihren glauben gleichsetzt mit dem land, in dem sie leben.
die differenz von glaube und staat erlebten nur die juden ... und die wenigen christen in marokko.
schwer zu glauben, dass juden, die in einem muslimisch geprägten land leben, dies als vorteil sehen. es blieb ihnen jedoch keine andere wahl, als über jahrhunderte unter diesen bedingungen zu leben.
für einige (aber nicht alle) juden in marokko bedeutete die gründung israels eine chance.
als sie dorthin auswanderten, waren sie wohl kaum "zionisten", sondern vielmehr davon überzeugt, friedlich und vereint unter ihren glaubensbrüdern und -schwestern leben zu können.
marokko hat aus seiner geschichte - die auch eine der juden ist - schlüsse gezogen. marokko steht israel nicht feindlich gegenüber, sondern sucht einen vermittelnden weg. damit steht das land fast allein in der arabischen welt.
genau das ist eine ...
... die nicht durch hitzköpfe verspielt werden darf.
