marokko!
ich kann verstehen, wenn marokkaner ihr land lieber heute als morgen auf dem weg nach europa sehen wollen. deswegen loben sie auch allen fortschritt in ihrem land - und übersehen geflissentlich alle hemmnisse.
die hemmnisse indes sind gross: eine aufgeblähte bürokratie, ein teilweise korrupter polizeiapparat, eine wirtschaft, die nach dem "bakschisch-prinzip" funktioniert, ein autoritäres königshaus, fehlende (also einklagbare) bürgerrechte, eine unabhängige justiz ...
diese liste liesse sich fortsetzen.
marokko wird in europa nicht ankommen. in einer solchen verfassung ist es illusorisch, den schulterschluss mit europa zu suchen.
das grämt indes eine ganze, junge generation von marokkanern, die ihr land auf dem weg in eine bessere zukunft sehen wollen. im spagat des misstrauens gegenüber ihrer eigenen gesellschaft und dem generalverdacht gegenüber dem kapitalistischen westen wirken sie einigermassen hilflos. eingezwängt in tradition und moderne sinnen sie krampfhaft auf einen "dritten weg".
den gibt es nicht. weil sie es wissen, schwankt ihre seelenverfassung zwischen trotzigem aufbruch und resignation. der islam ist ihnen dabei sowohl motor wie hemmnis. sie können sich - mit anderen worten - nicht entscheiden, ohne etwas zu verlieren.
sie sind - bedenken wir es nur richtig - auf dem halben weg. ein zurück gibt es nicht. das zukünftige aber ist eine fratze, vor der sie (zu recht) angst haben.
was also tun?
