KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

21.10.2007 um 17:40 Uhr

mein fernsehtipp!

ARTE, montag, 22.10.2007
20:40 Uhr
Die große Reise


Reda, als Sohn marokkanischer Einwanderer in Frankreich geboren und aufgewachsen, steht kurz vor dem Abitur, als ihn sein Vater auffordert, ihn auf eine Pilgerreise nach Mekka zu begleiten. Weil sein Bruder den Führerschein verloren hat, ist es nun an Reda, den Vater zu fahren, denn ein Flug kommt für den alten Mann nicht in Frage. Im Gegensatz zu seinem Vater interessiert sich der in Frankreich aufgewachsene Reda kaum für die muslimische Tradition und Religion. Er hat nur wenig Verständnis für die Pilgerreise seines Vaters, zumal er kurz vor den Prüfungen steht und sich nur ungern von seiner Freundin Lisa trennt. Allen Einwänden zum Trotz machen sich Vater und Sohn in dem alten, klapprigen Kombi des Bruders auf den Weg. Ihre Reise führt sie quer durch Europa und Nahost, in weite Landschaften und fremdartige Städte. Zufällige Begegnungen mit Einheimischen sorgen zeitweise für Abwechslung auf der langen Fahrt. So steigt bei Belgrad eine alte Frau unaufgefordert in den Wagen, und es gelingt den Beiden nur schwer, die schweigsame Alte wieder loszuwerden. Und als es an der türkischen Grenze Probleme mit Redas Pass gibt, hilft ihnen Mustapha, ein französischsprachiger Türke weiter, der sich spontan den beiden Pilgern anschließt. Redas Vater ist damit nicht einverstanden, und sein Misstrauen wird bestätigt, als Mustapha eines Morgens mit ihrem Geld verschwindet. Viele Stunden auf engstem Raum miteinander konfrontiert, bleiben Konflikte nicht aus: So wirft der Vater eines Nachts heimlich das Handy seines Sohnes in den Müll, weil es ihn stört, dass Reda zwar körperlich anwesend, aber mit den Gedanken woanders ist. Doch im Laufe der Reise lernen Vater und Sohn sich immer besser kennen und tolerieren.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierennaim schreibt am 22.10.2007 um 19:02 Uhr:hört sich gut an. wenn ich mir die geschichte bildlich vorstelle, empfinde ich sie auch als sehr trauig. warum ist das so?
  2. zitierenrolf schreibt am 22.10.2007 um 22:27 Uhr:ja, das ist ein besonders schöner film - und auch ein trauriger film. du hast recht ... man muss ihn gesehen haben, um die traurigkeit zu ermessen.

    gruss rolf
  3. zitierennaim schreibt am 23.10.2007 um 01:30 Uhr:dann sind wir uns ja einig! leider habe ich ihn nicht gesehen, aber die geschichte machte mich beim lesen sehr traurig. vielleicht deshalb, weil ich die problematik kenne, beiden kulturen gerecht werden zu müssen. auf der einen seite die deutsche gesellschaft, die mich als marokkaner geprägt hat und die bestimmte verhaltensweisen vorgibt. und auf der anderen seite die marokkanische parallelgesellschaft, mit ihren regeln und ihrem verständnis für moral und sitte. es ist nicht einfach, die waage zu finden und gegen das zu rebellieren, was die marokkanische familie als zu schützende werte ansieht. als beispiel kann ich dir nennen, dass der sohn still zu sein hat, wenn der vater das zepter führt. eine konstruktive diskussion ist nicht möglich, weil ein marokkaner seinem vater nicht widersprechen darf. ich will nicht sagen, dass es in jeder marokkanischen familie so ist, jedoch in vielen.
  4. zitierenrolf schreibt am 23.10.2007 um 08:16 Uhr:ja - du hast die aussage des films völlig richtig beschrieben. das genau ist das kernthema. auch im film kommt es letztlich zu keinem dialog zwischen vater und sohn. auch wenn es zu ein wenig mehr verständnis kommt. letztlich bleibt alles unausgeprochen, weil der vater - am ziel der reise - während der hadsch stirbt. das alles ist in wahren, authentischen bildern festgehalten. wirklich ein film, den zu sehen sich lont, wenn man sich für die kulturen und ihren kollisionen interessiert.

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