nur jeder dritte ging zur WAHL!
nur 37 prozent der wahlberechtigten haben am freitag in marokko über die sitzverteilung im parlament abgestimmt. das ist die niedrigste wahlbeteiligung überhaupt.
irgendwie verständlich, wenn man weiss, dass sich allein durch wahlen in marokko nichts wesentliches verändert. das machtwort spricht immer noch der könig, die regierung bestimmt er allein.
überraschend gering ist der zuspruch für die gemässigte islamische partei. ihr hatte man die meisten sitze im parlament zugetraut. es ist jedoch anders gekommen und die konservativen haben an stimmen zugelegt.
die wahlen zeigen (wenigstens beim ersten hinsehen), dass die mehrzahl der marokkaner eine islamisch geprägte politik nicht will.
oder ist es ganz anders und die befürworter einer strikt religiösen politik sind einfach zu hause geblieben, weil sie sich durch die zugelassenen parteien nicht repräsentiert fühlten?
diese wahl taugt nicht viel, um die stimmung im land zu deuten.
jedenfalls ist es so, dass die islamisten in marokko die politik des königs ablehnen ... und mehr noch: die monarchie abschaffen wollen. unter diesem aspekt konnten sie nicht an einer parlamentswahl teilnehmen, bei der nur parteien zugelassen waren, die sich betont loyal und königstreu geben.
63 prozent der bevölkerung, die sich den wahlen in marokko verweigert haben, müssen besonders ernst genommen werden. die zahl signalisiert - so oder so - eine tiefgreifende politikverdrossenheit.
... und das stärkt nicht eben die stellung des königs.
