palästina II.!
wie ich schon erzählte, schreibe ich zur zeit für meine (kolonialismus) rubrik "panthersprünge und rosinenbrötchen " eine notiz über palästina. der aufsatz ist zwar so gut wie fertig, muss aber noch korrigiert werden.
gestern habe ich hier die vorbemerkung zu dieser notiz gepostet - heute nun folgt die nachbemerkung. diese (subjektiven) bemerkungen sind mir deswegen so wichtig, weil ich mich in meiner notiz (so gut es geht) jeder wertung oder parteinahme enthalte.
die zukunft der palästinenser ist mehr als ungewiss. die scheinbar unüberwindlichen gegensätze existieren weiter. es wurde auch nie ernstlich versucht, den historischen fehler, der mit der balfour-deklaration seinen lauf nahm, zu korrigieren. es mag in der tat so sein, dass es zu dem einmal eingeschlagenen weg gar keine alternative gab. dennoch: ein fehler verkehrt sich niemals in sein gegenteil.
noch unmittelbar vor der staatsgründung israels sprachen politiker in europa und amerika, die mit der materie vertraut waren, von einer sich anbahnenden katastrophe im nahen osten.
die israelis schufen tatsachen, denen die weltöffentlichkeit angesichts des holocaust nicht widersprechen mochte. die juden beriefen sich auf ein 2000 jahre zurückliegendes recht: ihre "heimstatt" in palästina. dem standen jedoch menschen gegenüber, die dort seit 2000 jahren lebten.
ein historischer fehler lässt sich nicht in sein gegenteil verkehren - etwas, das krumm ist, wird niemals gerade.
die vertreibung der palästinenser war und ist ein unrecht, das dem völkerrecht hohn spricht. indes wird man den historischen fehler nicht mehr revidieren können und - was viel wichtiger ist - auch nicht mehr wollen. also bleibt nichts weiter, als dass sich israelis und palästinenser arrangieren - fair, zugewandt und ohne den anderen zu übervorteilen.
ein souveräner staat palästina sollte zumindest in den grenzen entstehen, die von der UNO im teilungsplan von 1947 vorgesehen waren. das wird den palästinensern womöglich nicht reichen. sie haben aber - wie die israelis - eine friedenspflicht und eine friedensverantwortung. das bedeutet für beide seiten - neben der hoffentlich bald erkennbaren vernunft - auch nachgiebigkeit, kompromiss, verzeihen und arrangement.
die waffen in palästina jedenfalls müssen nun endlich schweigen.
