KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

26.04.2008 um 17:57 Uhr

peter severin KROYER!

in diesem bild von PETER SEVERIN KROYER liegt die stimmung eines grossen, wunderbaren kindersommers. es ist zu hoffen, dass sich einige von uns an diese augenblicke ihrer kindheit erinnern ... denn sie sind, bedenken wir es nur richtig, die grössten und wunderbarsten unseres lebens. wer die lange reise in die zeit unternimmt, sollte neugierig sein ... und einen engel an seiner seite haben, der ihn beschützt.

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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenRoland schreibt am 01.05.2008 um 14:11 Uhr:Kinderlied

    Als das Kind Kind war,
    ging es mit hängenden Armen,
    wollte der Bach sei ein Fluß,
    der Fluß sei ein Strom,
    und diese Pfütze das Meer.

    Als das Kind Kind war,
    wußte es nicht, daß es Kind war,
    alles war ihm beseelt,
    und alle Seelen waren eins.

    Als das Kind Kind war,
    hatte es von nichts eine Meinung,
    hatte keine Gewohnheit,
    saß oft im Schneidersitz,
    lief aus dem Stand,
    hatte einen Wirbel im Haar
    und machte kein Gesicht beim fotografieren.

    Als das Kind Kind war,
    war es die Zeit der folgenden Fragen:
    Warum bin ich ich und warum nicht du?
    Warum bin ich hier und warum nicht dort?
    Wann begann die Zeit und wo endet der Raum?
    Ist das Leben unter der Sonne nicht bloß ein Traum?
    Ist was ich sehe und höre und rieche
    nicht bloß der Schein einer Welt vor der Welt?
    Gibt es tatsächlich das Böse und Leute,
    die wirklich die Bösen sind?
    Wie kann es sein, daß ich, der ich bin,
    bevor ich wurde, nicht war,
    und daß einmal ich, der ich bin,
    nicht mehr der ich bin, sein werde?

    Als das Kind Kind war,
    würgte es am Spinat, an den Erbsen, am Milchreis,
    und am gedünsteten Blumenkohl.
    und ißt jetzt das alles und nicht nur zur Not.

    Als das Kind Kind war,
    erwachte es einmal in einem fremden Bett
    und jetzt immer wieder,
    erschienen ihm viele Menschen schön
    und jetzt nur noch im Glücksfall,
    stellte es sich klar ein Paradies vor
    und kann es jetzt höchstens ahnen,
    konnte es sich Nichts nicht denken
    und schaudert heute davor.

    Als das Kind Kind war,
    spielte es mit Begeisterung
    und jetzt, so ganz bei der Sache wie damals, nur noch,
    wenn diese Sache seine Arbeit ist.

    Als das Kind Kind war,
    genügten ihm als Nahrung Apfel, Brot,
    und so ist es immer noch.

    Als das Kind Kind war,
    fielen ihm die Beeren wie nur Beeren in die Hand
    und jetzt immer noch,
    machten ihm die frischen Walnüsse eine rauhe Zunge
    und jetzt immer noch,
    hatte es auf jedem Berg
    die Sehnsucht nach dem immer höheren Berg,
    und in jeden Stadt
    die Sehnsucht nach der noch größeren Stadt,
    und das ist immer noch so,
    griff im Wipfel eines Baums nach den Kirschen in einem Hochgefühl
    wie auch heute noch,
    eine Scheu vor jedem Fremden
    und hat sie immer noch,
    wartete es auf den ersten Schnee,
    und wartet so immer noch.

    Als das Kind Kind war,
    warf es einen Stock als Lanze gegen den Baum,
    und sie zittert da heute noch.

    Peter Handke

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