schiffstaufe als dräuend-dunkler crash!
in hamburg wurde die "aida-diva" getauft - das grösste kreuzfahrtschiff, das in deutschland je in dienst gestellt wurde.
was war das nur für ein tolles feuerwerk?
ganz hamburg stand kopf, als der schiffsriese seiner bestimmung übergeben wurde. die laserkanonen strahlten in die nacht, das feuer glühte am himmel, alles war untermalt von dramatisch-dräuender musik.
die "aida-diva" lag derweil vor den hamburger landungsbrücken, dümpelte vor sich hin und erschien ansonsten als unbeleuchteter schiffsrumpf, dem das leben abhanden gekommen war.
mir schien, als würde diesem schiff schon am tag der indienststellung der abgesang angestimmt. so musikuntermalt würde ein schiff - hollywood-mässig - auch zu bruch gehen und versinken: erst einige aufnahmen vom schwarz-drohenden atlantik - dann besorgt eine gewaltige symphonie mit dräuenden tönen den rest.
die "aida-diva" soll doch aber ein heiteres schiff sein.
es soll darüber hinaus ein schiff sein, das nicht unbeleuchtet und wie ein "fliegender holländer" über die meere segelt. es soll ein sicheres fahrzeug sein, das menschen von einem hafen zum nächsten bringt.
es ist also das schiff - in diesem fall: die "aida-diva" - das vertrauenserweckend im mittelpunkt stehen sollte. in hamburg aber dümpelte es kraftlos vor sich hin. wir erlebten - wenn überhaupt - ein dunkles, dräuend-trauriges, maritimes fiasko.
nun denn: angesichts dieser taufe ... diesem anfang (bombastisch, irre und völlig überzogen) ... würde ich keinen schritt auf das schiff tun!
denn wer die meere und ihre tiefen kennt, ist demütig ... und abergläubisch sowieso.
