schnell ist langsam!
darf ich ausnahmsweise mal grundsätzlich werden? ich habe einen "merkspruch", der geht so: SCHNELL IST LANGSAM!
wenn ich also in eile gerate, entsinne ich mich dieser philosophie und schalte einen gang runter. was aber heisst das eigentlich: SCHNELL IST LANGSAM?
ich habe festgestellt, dass mir - wenn ich in eile bin - fehler über fehler unterlaufen. um sie zu korrigieren, brauche ich in der regel mehr zeit, als wenn ich die angelegenheit von vornherein langsam angegangen wäre.
ein beispiel?
ich gerate in eile, weil ich den zug noch schaffen muss. die zeit ist viel zu knapp bemessen. also werde ich schon mal nervös - und nervös sein, bedeutet, fehler zu machen. ich finde in der eile die fahrkarte nicht, überlege hektisch, wo der wohnungsschlüssel liegt, schaue dreimal nach, ob der toaster ausgeschaltet ist (wenn man in eile und nervös ist, neigt man dazu, handlungen automatisiert vorzunehmen. das heisst: man führt sie besinnungslos aus und weiss schon im nächsten moment nicht mehr, ob man es nun wirklich getan hat oder nicht).
es kann auch sein, dass man sich im mantel verhakelt, den man doch so schnell überziehen wollte. gar nicht davon zu sprechen, dass man erst jetzt bemerkt, dass die schnürsenkel nicht fest zugebunden sind. man muss - im letzten moment - so viel bedenken und erledigen - dass einem die fliegende hitze über den rücken huscht. das wirklich peinliche ist aber, dass man neben dem notwenigen, das zu tun ist, andauernd die fehler, die sich in der eile einstellen, korrigieren muss.
dadurch verliert man wertvolle zeit.
nun, gut! ich muss das alles nicht weiter ausmalen. ich hoffe, jeder hat verstanden, was es heisst: SCHNELL IST LANGSAM!
der zug ist übrigens gerade abgefahren - ohne mich. was für ein pech ...
dabei habe ich mich so beeilt!
