KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

27.08.2006 um 09:56 Uhr

schrebergärten - ins kraut geschossen!

es ist noch nicht lange her, da galt der "schrebergarten" als höhepunkt allen spiessertums. daran hatten diejenigen, die so einen garten besassen, gehörig mitschuld. denn viel zu oft wirkten diese "idyllen" allzu aufgeräumt - um nicht zu sagen: piefig akkurat. wenn dann noch die gartenzwerge aus dem grün hervor lugten, war der "himmel des deutschen" eine einzige scheusslichkeit.

die piefigkeit setzte sich gleich hinter dem gartenzaun fort. es galt, das "vereinsleben" zu pflegen.

vorstände, beisitzer, kinderfest, tanz in den mai ...

alles wollte organisiert und geregelt sein. es wurde festgelegt, wie hoch der zaun, wie kurz die hecken sein durften ... jedes unkraut in nachbars garten wurde misstrauisch beäugt.

das alles hat sich längst geändert. heute erobert die generation der 30- bis 40-jährigen die schrebergärten vor der stadt. sie haben nichts am hut mit vereinsleben und satzungen - umso mehr aber mit mit dem stressfreien aufenthalt in der natur, wo schon einmal der rasen ein wenig wilder ins kraut schiesst und sogar das unkraut beachtung findet - weil es (recht besehen) gar kein "un" kraut gibt, sondern nur die vielfalt alles wachsenden und gedeihenden.

die ältere generation der schrebergärtner muss also umdenken. und das ist auch gut so. denn die liebe zur natur lässt sich nun einmal nicht in paragrafen fassen.

und so erobert ein flair des mediterranen unsere schrebergärten. die einen nennen es "nachlässigkeit", die anderen "einen enstpannten umgang mit der natur".

und was das vereinsleben angeht - die einladung zu kaffee und kuchen reihum in den ins kraut schiessenden gärten tuts doch auch (und viel besser), oder?


 


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