silberbesteck!
einige male im jahr bewirte ich gäste. dazu gehört - neben einem guten essen - auch eine schöne tischdekoration. zu diesem anlass nehme ich das silberbesteck meiner grosseltern aus der schublade.
und dann beginnt der ärger!
messer, gabeln und löffel sind tiefschwarz. das 800er silber war vor 100 jahren noch nicht auf eine weise präpariert, dass es nicht anlaufen konnte.
also heisst es: putzen, putzen, putzen!
ich erinnere mich, dass in der küche meiner grossmutter mindestenz zwei mal im jahr eine besondere aktion stattfand. dann wurden sämtliche silberbestecke auf dem tisch ausgebreitet und alle putzten stundenlang um die wette - das geschah immer vor ostern und weihnachten.
heute haben die antiquitätenhändler ihre liebe not, die alten silberbestecke zu verkaufen. so schön sie auch sein mögen - die hausfrauen schrecken vor der arbeit zurück, die sie machen.
ein wenig tröstet mich die tatsache, dass ich in der regel nicht mehr als drei oder vier gäste bewirten muss. für sie sind die bestecke in relativ kurzer zeit geputzt und zum glänzen gebracht.
erst sind die messer und gabeln schwarz - und dann die finger.
wenn die bestecke aber auf dem tisch liegen - schwer, glänzend und funkelnd im schein der kerzen - weiss ich, dass die mühe nicht umsonst war.
