stabilimenti - picobello!
italien hat es gut - auf der einen seite das mittelmeer und auf der anderen seite die adria. das bedeutet: strand ohne ende.
wenn im august ganz italien ferien macht, findet man in den "stabilimenti" - also den unzähligen strandbädern - kaum noch platz. alles drängt ans wasser und bezahlt dafür (zähneknirschend) bis zu 20 euro eintritt. darin sind noch nicht die liegen und sonnenschirme enthalten.
mittelmeer und adria sind also - wenn man genauer hinsieht - eingezäunt und verbarrikadiert. wer kein geld bezahlen will, muss sich mit schmalsten strandabschnitten begnügen, die zwischen den stabilimenti ein eher schmuddeliges dasein fristen.
das nun wollen die GRÜNEN italiens ändern. mit dem motto: "das meer gehört allen" kämpfen sie dafür, dass mindestens die letzten fünf meter zum wasser für die allgemeinheit zugänglich werden.
man braucht kein hellseher zu sein, um zu ahnen, dass gegen dieses ansinnen die besitzer der stabilimenti sturm laufen. sie seien, so argumentieren sie, die wahren umweltschützer. immerhin würden sie in ihren stabilimenti dafür sorgen, dass der strand stets picobello ist.
ein ende des streits ist nicht in sicht. vielleicht findet man in italien aber einen kompromiss. der könnte so aussehen, dass der eintritt in die stabilimenti drastisch gesenkt wird.
aber - wer soetwas für möglich hält, muss zum einen blauäugig sein und wird zum anderen wahrscheinlich an der - stabilimenti freien - nordsee wohnen.

