tolle homepages und brutaler ALLTAG!
es muss den menschen in SIDI IFNI doch gerade zu wie hohn und spott vorkommen, wenn sie einerseits eine homepage im internet sehen, die für investitionen in der REGION ORIENTAL (gelegen in ostmarokko mit den provinzen oujda, berkane, nador, taourirt, jerada und figuig) wirbt - unterstützt und begleitet von der GTZ (gesellschaft für technische zusammenarbeit), aber andererseits von ihrem könig für ihre eigene region im süden marokkos nur leere versprechungen erhalten.
MOHAMMED VI. war es, der im dezember 2007 SIDI IFNI besuchte und den menschen bei dieser gelegenheit industrieansiedlungen versprach. dabei geht es vor allem um die fischverarbeitende industrie. der gerechtigkeit halber müssen doch alle regionen marokkos gleichermassen in den genuss von investitionen kommen. in SIDI IFNI bietet es sich gerade zu an, die fischverarbeitung zu intensivieren, wodurch viele menschen zu arbeit und lohn kämen.
die menschen sind zu recht enttäuscht, wenn sie bemerken, einmal wieder vergessen zu werden. nebenbei: die ressource "fisch" ist für marokko ein nicht zu unterschätzender wirtschaftsfaktor. warum also macht man SIDI IFNI nicht fit für den wettbewerb?
ach, so - weil der ort verkehrstechnisch nicht besonders gut angebunden ist. das ist - weiter im süden - tan tan und layoune auch nicht ... aber auch dort geht es ja nicht um die menschen, sondern um nacktes machtkalkül.
ich kann verstehen, dass die menschen die nase voll haben, wenn ihr könig mit grossem gefolge und noch mehr mercedes-fahrzeugen in ihre städte kommt, sich dort die hand küssen lässt, die huldigungen entgegen nimmt, dieses und jenes verspricht, um danach nichts mehr von sich hören zu lassen.
kein plan, keine perspektive, keine infrastruktur ... rein gar nichts!
warum muss es in marokko immer nur das grösste sein (10 millionen touristen im jahr 2010, plan azur, grösster militärhafen am mittelmeeer, expostadt tanger ... und, und, und), während ganze regionen einfach vergessen werden und vom minimalsten fortschritt ausgeschlossen sind?
die menschen in SIDI IFNI wollen doch gar nicht viel. sie wollen nur eine perspektive. weil nichts anderes wirklich funktioniert, bleibt erst einmal allein der hafen und die fischverarbeitende industrie. es sollte doch nicht so schwer sein, den menschen in SIDI IFNI hoffnung zu machen ...
aber nein, anstatt sie ernst zu nehmen, rückt die polizei mit hundertschaften an.

Wer halbwegs weiss, wieviel Geld monatlich für die Westsahara-Geschichte ausgegeben wird, der weiss auch, wie lächerlich gering von daher ein Schaffen von Arbeitsplätzen in Ifni (und anderen vernachlässigten Regionen!) wäre.
M6 verspricht viel, hält aber nur wenig ein. Prestige-Objekte verzücken die EU und Amerika, schaffen aber kaum (langfristige) Arbeitsplätze für den Durschnittsmarokkaner.
Die Wirtschaft müsste Arbeitsplätze schaffen, tut sie jedoch wenig, obwohl die Gesetzgebung dafür recht günstig ist. Warum?
- Sie hat kein Vertrauen in ihr eigenes Land (Justiz, Korruption, Umsturz)
- Der Binnenmarkt ist bis auf spezielle Sektoren (Ernährung, Kleidung, Bau) vernachlässigbar, mangels Kaufkraft. (da beißt sich die Katze in den eigenen Schwanz)
- Es müsste überwiegend für den Export produziert werden. Das wiederum können andere Länder besser und kostengünstiger.
- Die Investitionen aus dem Ausland haben meist, bis auf die Prestigeprojekte, eine überschaubare Zukunft. Es kommen so viele wie gehen. Wenn überhaupt möglich, sollte sich MA ein Beispiel an Tunesien nehmen. Die können das schon viel besser.(Effizienz der Verwaltung, Kampf gegen die Korruption zeigt zumindest auf diesem Sektor Erfolge, Vetternwirtschaft (ein marokkanisches Grundübel) ist wesentlich schwächer. uvam.