KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

16.01.2007 um 19:45 Uhr

tretmine irak!

über 34.000 zivilisten sind allein im vergangenen jahr im irak ums leben gekommen. diese unvorstellbare zahl hat ihren grund nicht zu allererst in der amerikanischen besatzungspolitik. sie resultiert vielmehr daraus, dass die amerikaner im irak in eine tretmine gestolpert sind - und das zumindest hätten sie wissen müssen!

die schiitische mehrheit im land wurde über jahrzehnte von einem sunnitischen präsidenten (sadam hussein) in schach gehalten - mit drohungen, einschüchterungen und gewalt. alle wichtigen und einflussreichen posten im land wurden der sunnitischen minderheit zugeschoben. die kurden jedoch - im norden des landes - wurden von allen gemeinsam drangsaliert.

dieses von den engländern am reissbrett entworfene land, herausgebrochen aus dem osmanischen reich, zerschnitt auf willkürliche weise ethnische grenzen und fügte zusammen, was nicht zueinander passen konnte. das übel reicht also weit zurück - bis in die zeit unmittelbar nach dem 1. weltkrieg. damals teilten die europäer den nahen osten unter sich auf - ohne rücksicht auf ethnische und religiöse zugehörigkeit zu nehmen.

im irak tobt ein bürgerkrieg zwischen sunniten und schiiten. da die schiiten - betrachtet man die muslimischen länder insgesamt - den sunniten zahlenmässig unterlegen sind, werden sie keinen handbreit ihrer territorialen rechte aufgeben. in diesem ansinnen werden sie vom - schiitischen - iran unterstützt. es gilt, schiitische interessen zu wahren und auszubauen.

auch noch einmal 20.000 mehr amerikanische soldaten werden nichts daran ändern, dass sich sunniten (als die ehemals herrschenden im irak) mit den schiiten (viel zu lange ihrer legitimen rechte im irak beraubt) einen erbitterten bürgerkrieg liefern.

es geht um die religiöse - und deswegen (wir sprechen vom islam) politische vormachtstellung. beide seiten wissen, dass dem verlierer in diesem streit nichts bleibt, er im gegenteil alles verliert.

die kurden indes halten sich abseits und träumen von einem selbständigen kurdistan.

es ist nicht abwegig, darüber nachzudenken, ob eine dreiteilung des landes die probleme lösen könnte.

ich ahne jedoch: der zank würde auch dann immer weiter gehen - um erdölfelder, bodenschätze, häfen, fruchtbare gebiete, infrastrukturen ...

amerika jedenfalls wird diesen krieg nicht gewinnen. deswegen sollten sich die amerikaner aus dem irak zurückziehen - auch um die gefahr des vollkommenen chaos (es kann indes kaum grösser werden). erst daraus erwachsen - vielleicht - irgendwann neue, tragfähige strukturen im nahen osten.

irans islamische "revolution" mag in diesem zusammenhang ein abschreckendes beispiel sein. nichts anderes wartet jedoch auf den irak.

pech für amerika - und seine option aufs öl im irak!

WEITERFÜHRENDES


Diesen Eintrag kommentieren

Bitte beachte: Gästebucheinträge in diesem Weblog werden erst nach Freigabe durch den Autor angezeigt.