KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

29.07.2008 um 21:25 Uhr

vielleicht gibt es ja auch GOLD in marokko!

wie pervers ist es eigentlich, wenn die wirtschaftliche misere eines landes wie marokko daran gemessen werden soll, wie viele privaten investoren bereit stehen oder eben fehlen? wer soll sich denn in marokko ernsthaft engagieren, wenn man weiss, dass der reichtum des landes (den es ohne zweifel gibt) nur in eine tasche fliesst.

wer die wirtschaftliche misere marokkos (an der auch kein superhafen in tanger etwas ändert) ohne die machtfülle des königshauses sieht, hat sich - aus welchen gründen auch immer - mit blindheit geschlagen. ich vermute, dass er - um seines eigenen profits willen - an den machtverhältnissen keine kritik übt. es könnte ja sein, dass es ihm zum nachteil gerät.

ich stelle fest, dass es eine sinnvolle kritik von europäern, die in marokko arbeiten, nicht gibt. sie sind, indem sie schweigen, längst korrumpiert. sie weichen der wahrheit aus, weil sie ihnen schaden könnte. 

man sollte ein solches verhalten nennen, was es ist: VERLOGEN!

wenden wir uns einer generation von marokkanern zu, die ohne jede chance ist. sie ist zwischen 18 und 30 jahre alt und hat nur einen wunsch: marokko den rücken zu kehren. der aberwitz: der marokkanische staat tut nichts, um diese generation im land zu halten. je mehr sie sich durch abwanderung (was in der regel "ertrinken" heisst) dezimiert, desto mehr druck wird von marokko genommen.

diese generation kann nicht auf irgendwelche private investoren hoffen. was ist das eigentlich für eine auffassung, was für ein verständnis von längst abgetakelter wirtschaftlicher NEOLIBERALITÄT, die ausgerechnet in marokko wirkung zeigen soll?

die europäer mögen sich in marokko wie goldgräber fühlen (und die finanzströme von staat und EU anzapfen), die einheimischen sind - schlecht ausgebildet und abgeschnitten von jeder zukunft - die verlierer.

wer es nicht glaubt, hört jetzt einfach mal ZU!

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenargazarroumi schreibt am 30.07.2008 um 08:53 Uhr:Gut Rolf, dann eben auch in Deinem Stil:
    wie pervers ist es eigentlich, wenn die wirtschaftlichen, sozialen Probleme eines Landes von einem Aussenstehenden an einer Person festgemacht werden. Der Krituker sitzt bequem in seinem Sessel in Deutschland, reist ggfls ein paar Mal nach Marokko, hört sich dort "vox populi" an (ich hoffe auf Arabisch oder Berberisch), und schreit dann begeistert "haltet den Dieb", ich weiß wer es ist. Als "Rat" gibt er dann ziemlich unverblümt eine Aufforderung zu einer "Revolutuion", die er vorsichtshalber aus seinem Sessel in Deutschland verfolgen wird. Lass doch die dortige Jugend in die Maschinengewehrsalven laufen, ich habe immer etwas zu berichten. Diese Haltung Rolf nenne ich pervers.

    Das ist so, als ob der deutsche Nationalsozialismus einzig an der Person Hitlers, der sowjetische Bolschewismus einzig an Lenin oder Stalin festgemacht würden. Diese Begründung ist wohlfeil, trotzdem falsch! Und da nicht sein kann, was nicht sein darf, werden Kritiker der Hypothese Rolfs ratzfatz als korrumpiert bezeichnet. Wer korrumpiert eigentlich Dich?
    Du bezeichnest Privatinvestitionen als abgetakelten Neoliberalismus, es sei Dir unbenommen. Nur, wie willst Du diese Probleme lösen? Etwa durch Staatskapitalismus oder Planwirtschaft? Diese sind erwiesenermaßen nicht nur abgetakelt, sondern unfähig.

    Wenden wir uns den Problemen Marokkos zu. Die Ursachen der wirtschaftlich/sozialen Misere sind vielfältig, darunter auch die Monarchie. Einige Hinweise:
    - Marokko ist keine Nation, so wie wir das verstehen. Marokko definiert sich nicht über eine Schnittmenge an Interessensidentitäten, sondern über den (variablen) Machtbereich des "Sultans" (bled al makhzen). Wo dieser Machtbereich nicht war (ist), herrscht das "bled assiba" = Land des Aufstandes. Erschwerend kommt hinzu, dass sich der Marokkaner AUCH durch die verquaste "Ummahypothese" des Islams definieren kann = wir sind weltweit alle Moslems, der nationale Interessensstaat ist vom Übel.
    - Marokko ist ethnisch tief gespalten. 50% der Bevölkerung lehnt die Definition Marokkos als arabisches Land mehr oder weniger ab. Um diese Chimaire der "Arabität" aufrecht zu erhalten, werden enorme humane Energien verschlissen. Die Marokkaner sind nie gefragt worden, ob sie Bürger eines solchen Marokkos sein wollen.
    - Ins "Eingemachte": jedes Herrschaftssystem hat seine ideologischen Grundlagen, so auch in Marokko. Die dortige Grundlage heißt "Islam". Solange der Marokkaner nicht bereit ist, auch nur ansatzweise zu überlegen, ob diese Ideologie (die gesellschaftlich/politische Komponente)für das (irdische) Wohlergehen geeignet war, ist oder sein wird, bleibt er wahrscheinlich auf der Verliererstraße. Da muss man nicht nur auf Marokko sehen, das geht bis Indonesien. Die gesellschaftlich/politischen Komponenten des Islams sind bankrott, und das schon seit Jahrhunderten. Der "Westen" war nur ein Hinweis darauf. Nun folgen China und Indien, auch Lateinamerika. Spätestens dann werden die aufwachen müssen. Das Erwachen könnte fürchterliche Folgen haben.
    - Die Königshäuser, "Ruler", "Rais"? Die sind nur die Exekutive dieses grundlegenden Irrtums, nicht mehr, nicht weniger.
    Ich hoffe stark, dass Du diesen Kommentar bringst.

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