von einem deutschen ABGESCHOSSEN!
das schicksal von antoine de saint-exupéry scheint gelöst zu sein. grund genug, noch einmal auf meine notiz in KREUZ UND QUER aus dem jahr 2004 hinzuweisen:
knapp 60 jahre nach dem tod von Antoine de Saint-Exupéry wurden
jetzt im Mittelmeer bei Marseille die überreste seines flugzeugs
gefunden, mit dem er damals abstürzte.
es wird wohl nie geklärt werden, wie es zu diesem unglück
kam. hatte er sich verflogen? wurde das flugzeug abgeschossen? beging
der schöpfer des „Kleinen Prinzen“ selbstmord? wir wissen es nicht.
wenigstens kehrte er am 31. juli 1944 von einem aufklärungsflug
nicht mehr zurück.
saint-exupéry hatte seine berufliche laufbahn als testpilot für wasserflugzeuge begonnen. dabei verunglückte er und entging nur knapp dem tod. er gab seine pilotenlaufbahn auf und wurde büroangestellter.
aber die fliegerei war ihm doch wohl eine herzensangelegenheit.
wenigstens wollte er 1935 den streckenrekord Paris - Saigon brechen und stürzte dabei über der libyschen wüste ab. er und sein bordmechaniker wurden in letzter minute gerettet.
1938 sieht man die beiden wieder in der luft. dieses mal wollten sie von New York aus über die Anden nach Punta Arenas fliegen. in Guatemala City, wo sie zwischengelandet waren, kam es zu einem katastrophalen absturz, bei dem beide männer schwer verletzt wurden.
1942 kehrt saint-exupéry als pilot in den militärdienst zurück. als man ihm wegen einer missglückten landung (die wievielte eigentlich?) ein flugverbot auferlegt, gelingt es ihm auf umwegen, doch weiter als pilot zu arbeiten. der hartnäckige dichter verlässt die amerikanische luftwaffe, die ihn wegen „mangelnder sorgfalt“ zum bodendienst abkommandieren wollte und geht für die französische exilarmee in die luft, bis ihn 1944 das schicksal ereilt.
selbstverständlich! die luftfahrt steckte zu seiner zeit noch in den kinderschuhen. es gibt aber hinweise darauf, dass seine französischen kameraden die hände über dem kopf zusammen schlugen, wenn saint-exupéry in ein flugzeug stieg. irgendwann war er auch recht schwerfällig - weil übergewichtig - geworden. er hatte mühe, die pilotenuniform anzuziehen.
Consuelo de Saint-Exupéry, die ehefrau des dichters, hat unter dem titel „Die Rose des Kleinen Prinzen“ ihre erinnerungen aufgeschrieben, die erst 20 jahre nach ihrem tod erschienen. sie beschreibt darin die ständig wechselnden launen und unaufhörlichen frauengeschichten ihres egozentrischen mannes. die ehe war von krisen geschüttelt und sie lebte in ständiger angst um ihn. er aber schrieb ihr glühende liebesbriefe, um sich im nächsten moment aus dem staub zu machen und seine mätressen zu besuchen. über jahre hinweg lebte das ehepaar getrennt.
eine leserin fasste ihre eindrücke über diese biografie so zusammen:
„ich fand die (für mich) neue sicht auf den grossen poeten, der menschlich offenbar ein ziemliches wrack war, (...) recht interessant.“
behalten wir also lieber den dichter antoine saint-exupéry im gedächtnis, der uns mit seinen erzählungen und romanen reich beschenkt hat.
