KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

29.09.2007 um 16:50 Uhr

wahlen in MAROKKO!

in marokko wurde das parlament gewählt. die wahl war lange vorbereitet worden. die marokkaner wurden in den medien dazu aufgerufen, von ihrem recht gebrauch zu machen und ihre stimme abzugeben. das alles scheint durchaus demokratisch zu sein.

leider spielt das parlament - und der aus seinen reihen kommende und vom könig bestimmte premierminister - in marokko keine besondere rolle.

die entscheidungen liegen allesamt beim könig.

nun kann man dem könig durchaus glauben, dass er in marokko eine konstitutionelle monarchie nach spanischem muster anstrebt. immerhin unterhält er beste - und freundschaftliche - beziehungen zum spanischen königshaus ... und hier besonders zum thronfolger felipe.

das alles bleibt aber nichts weiter als ein wohlfeiles lippenbekenntnis, wenn der könig - trotz gegenteiliger willenserklärung - alle macht in seinen händen behält. er degradiert auf diese weise seine - gewählten - minister zu reinen vollzugsbeamten. wir dürfen nicht vergessen: den vom volk gewählten ministern werden in marokko immer auch noch minister zur seite gestellt, die einzig und allein vom könig berufen werden.

die entscheidenden sätze für das ganze politische dilemma marokkos habe ich jetzt im internet gelesen. dort heisst es:

Vielleicht begreift jetzt xxx endlich, dass die Menschen in Marokko in einem nach aussen hin modernen absolutistischen System leben, das mit vollem Leben und königlicher Energie gefüllt ist! Vielleicht begreift er endlich die Sinnlosigkeit und Widersprüche des Monarchen, wenn er von den Parteien Reformen und Erneuerungen fordert und über die eigene Institution und ihre Reformen schweigt!

in marokko wird so getan, als ob die parlamentswahl (an der jüngst überhaupt nur 34% der wahlberechtigten teilnahmen) garant für ein intaktes soziales und wirtschaftliches system ist. es wird so getan, als ob die marokkaner ihre zukunft selbst in der hand hätten und darüber entscheiden könnten.

die marokkaner werden dafür in anspruch genommen, in geheimen, freien wahlen ihre regierung zu wählen ...

... eine regierung indes, die ihre entscheidungen nach massgabe des königshauses treffen muss.

das alles kommt einer entmündigung gleich. den ministern mag das gleichgültig sein, geniessen sie doch wenigstens die pfründe ihres neuen amtes. den menschen in marokko aber soll sand in die augen gestreut werden.

es ist - acht jahre nach dem tod von HASSAN II. - an der zeit, dass sein sohn - MOHAMMED VI. - deutliche zeichen setzt, wohin sich marokko in den nächsten jahren bewegen soll. er allein hat dazu die befugnis und macht. er muss erklären, ob (und wann) er gewillt ist, wichtige entscheidungen an das gewählte parlament abzugeben.

alles andere ist marionettentheater und taschenspielerei!


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