was AMAZON kann ...!
was AMAZON kann - nämlich gebrauchte bücher zu verkaufen, tut jetzt auch LIBRI. bei AMAZON geht das so: wenn jemand z.b. ein buch kauft, bekommt er einige tage später von AMAZON eine e-mail mit der anfrage, ob er das buch nicht wieder verkaufen möchte - samt vorschlag eines preises. stimmt der kunde zu, wird sein buch bei AMAZON eingestellt - in schönster nachbarschaft zum verlagsfrischen buch, das allerdings wesentlich teurer ist.
wir haben inzwischen - sogar bei neuerscheinungen - die möglichkeit, sie bei AMAZON schon nach kürzester zeit gebraucht zu kaufen. wird das buch auf diese weise an einen neuen besitzer gebracht, zahlt der verkäufer eine provision an AMAZON.
AMAZON ist es also im grunde völlig gleichgültig, ob er ein neues oder gebrauchtes buch verkauft. verdienen tut AMAZON an beidem.
jetzt hat auch LIBRI, der grösste grossist für bücher, dieses prinzip übernommen. LIBRI war bis vor einigen jahren nur als barsortimenter für buchhandlungen auf dem markt vertreten. d.h. LIBBRI belieferte den buchhandel, trat aber selbst nicht als buchhändler auf.
das internet hat auch hier die strukturen völlig verändert.
leidtragende sind die buchhändler, die dem "gebrauchten" buch nichts entgegen setzen können. gekniffen sind aber auch die verlage.
wenn ihre neuerscheinungen nur wenig später als "gebraucht" im internet zirkulieren, mindert das die gewinnmarge und macht im übrigen hohe auflagen sinnlos. das wiederum geht zu lasten des autors, dessen honorar sich in der regel an den verkauften exemplaren seines buches orientiert.
auf diese weise wird der buchhandel über kurz oder lang ausgehebelt - mit auswirkungen, die sich zur zeit nur erahnen lassen.
den käufer eines buches mag diese entwicklung indes freuen, kommt er doch billiger an sein gewünschtes buch. wenn aber verlage irgendwann nicht mehr in der lage sind, in neuerscheinungen zu investieren, bleibt dem kunden am ende ...
ja, was eigentlich?
