was kostet ein überfahrenes KAMEL?
... manche gerüchte entwickeln ein seltsame dynamik. je weniger von dem tatsächlichen sachverhalt bekannt ist, desto mehr details tauchen auf, die allesamt von der behauptung begleitet sind: "so war´s!"
das internet ist wahrhaftig ein dorf. dort wird gemunkelt und getratscht, werden wahrheiten verbreitet und lügen breit getreten. wer soll am ende wissen, was falsch und richtig ist?
im fernen mauretanien, das inzwischen über eine geteerte überlandstrasse verfügt, so dass es an der zeit war, über das land einen reiseführer zu schreiben, soll ein kamel überfahren und getötet worden sein.
ich vermute, dass dies in einem kamelreichen land wie mauretanien des öfteren passiert, weswegen die tatsache kaum als nachricht - noch viel weniger als gerücht taugt.
allerdings soll das kamel von einer europäerin überfahren worden sein. auch das erfüllt noch nicht das potential von neugier, das ein gerücht nun einmal braucht. es liegt jedoch auf der hand, das ein kamel, das von einem ausländer überfahren wird, regelmässig teurer als eines ist, das von einem einheimischen in den himmel der kamele verfrachtet wird.
was also kostet ein kamel, das von einer europäerin überfahren wird?
ich weiss es nicht. es entzieht sich sogar meiner kenntnis, ob das kamel überfahren wurde, als die europäerin zur recherche in mauretanien weilte, um entlang der einzigen geteerten landstrasse einen reiseführer zu schreiben.
es kann gut sein, dass es dieses kamel gar nicht gibt. immerhin wissen wir, dass kamele nicht unbedingt auf geteerte strassen angewiesen sind - das sind nur wohnmobilisten, die jeder gefahr trotzen und entlang der einzigen geteerten landstrasse mauretaniens gemäss des reiseführers urlaub machen.
gefahr droht von zwei seiten.
da sind zum einen die kamele, die - wenn sie nicht aufpassen - unter erheblichem blechschaden überfahren werden. da sind zum anderen die wohnmobilsten, die - wenn sie nicht aufpassen - von einheimischen überfallen werden.
beides kann (muss aber nicht) tödlich ausgehen.
wobei zu ergänzen wäre: kamele kennen in der regel die gefahr von wohnmobilen nicht ... und wohnmobilsten verlassen sich manchmal allzu leichtgläubig auf reiseführer, die von der gefahrlosigkeit der einzigen geteerten strasse in mauretanien berichten.
wie wir jetzt - gerüchteweise - wissen: hier irren womöglich die reiseführer über mauretanien. ansonsten kann man mit ihnen jedoch nicht viel falsch machen: man sollte nur immer geradeaus auf der geteerten strasse fahren - was allerdings zum verhängnis werden kann, wenn irgendwo ein kamel auf der fahrbahn steht (s.o.).
daher mein guter rat: bevor jemand nach mauretanien fährt, sollte er sich 1. einen reiseführer über das land kaufen (um die einzige geteerte überlandstrasse auch wirklich zu finden) und sich 2. darüber informieren (weil das nicht im reiseführer steht), was ein überfahrenes kamel in mauretanien kostet.
gute reise!
