werden die besten im JUNI erschossen?
...warum sollte ich einen hehl daraus machen, dass für mich john f. kennedy einer der grossen sterne am himmel der politik war. nun, ja - ich war, als ich seine politik kennenlernte, sehr jung und gewiss auch sehr naiv. ich habe wohl auch nicht alles verstanden, was er formulierte - und manches war bestimmt so, dass man auch gar nicht weiter fragen sollte.
sein auftritt in berlin indes war eine sternstunde meines jungen, politischen lebens. er sprach zu den berlinern und versicherte ihnen im angesicht der mauer die unbedingte solidarität amerikas. das war eigentlich mehr, als wir erhoffen durften - dachte ich.
ich habe john f. kennedy gemocht. bis heute weiss ich nicht, was dafür den ausschlag gab. vielleicht war es der mut und die zuversicht, die er ausstrahlte. alles, was er sagte, schien mir wahr und authentisch zu sein.
heute wissen wir viel mehr - und dennoch meine ich noch immer, dass sein tod eine der grossen katastrophen der weltgeschichte ist.
ich denke so - ich weiss es nicht anders. genau so denke ich über den tod martin luther kings.
damals verfinsterte sich die welt.
als dann auch noch robert kennedy, der bruder, ermordet wurde, brach in mir eine welt zusammen. als inzwischen achtzehnjähriger wurde ich ein für alle mal von diesem unheil geweckt. dem irrsinn, so lernte ich, war durch nachdenken, hoffnung und zuversicht nicht zu entkommen.
robert kennedy starb am 8. juni 1968 im kugelhagel seiner attentäter.
einen trüberen tag in meinem leben - meinem aufgeweckt-politischen leben - kenne ich nicht.
nun darf aber doch nicht hillary clinton sagen, dass sich die nominierung eines amerikanischen präsidenten erst im juni entscheidet - und dabei auf das attentat von robert kennedy verweisen.
es wäre - nach diesen worten - ja gar nicht auszudenken, was passieren würde, wenn ihrem widersacher um das amt des präsidenten jetzt noch etwas zustossen würde. morddrohungen gegen ihn gibt es genug.
jeder weiss, dass dies nicht in der absicht von hillary clinton lag (obwohl nur ein physisches ausscheiden ihrers widersachers für die umkehr der tatsächlichkeiten sorgen würde). dann soll sie sich aber auch bitte hüten, ein solches schreckliches menetekel an die wand zu malen.
daraus entsteht nicht ihrem widersacher - sondern ihr - grosser schaden.
davon abgesehen: ich bewundere amerika, dass dort ein wahlkampf zwischen einer frau und einem farbigen stattfindet. wer auch immer am ende den sieg davon trägt: es wird ein demokratischer sieg amerikas sein!
... wären da nur nicht die schrecklichen gespenster der vergangenheit.
