wilhelm busch!
golo mann nannte ihn einen "selbstquälerischen, grundgescheiten, mitleidenden sadisten". in diesen tagen feiern wir den 175. geburtstag von wilhelm busch, der 1832 geboren wurde.
zeitlebens misstraute busch seinem zeichnerischen und malerischen können. die gemälde, die er schuf, durften zu seinen lebzeiten nicht ausgestellt werden. die bildergeschichten indes waren für ihn broterwerb - nichts weiter.
sie waren - und busch wusste es nicht - ein genialer wurf. sie nahmen den "comic-stil" vorweg, der erst viel später mit walt disney zur blüte kam. walt disney indes berief sich ausdrücklich auf wilhelm busch.
busch hatte sich schon mit 51 jahren in die niedersächsische provinz zurückgezogen: ein melancholiker, dem wenig persönliches glück beschieden war. seine liebe zu johanna kessler blieb unerwidert, als maler sah er sich gescheitert.
seine bildergeschichten gerieten ihm jedoch zu einem anhaltenden erfolg. es gab (und gibt) wohl kein haus, in dem sein "humoristischer hausschatz" nicht zu finden ist.
aber gerade darin liegt der widerspruch, mit dem wilhelm busch nicht recht fertig wurde. er sah sich selbst nicht in erster linie als humoristen. seine lebenseinstellung war von den schriften charles darwins und arthur schopenhauers geprägt. die gedanken dieser gelehrten fanden eingang in sein werk - allerdings ohne dass es seine zeitgenossen so richtig mitbekamen.
in seinen humor mischt sich deswegen immer auch spöttisches, makabres, fatalistisches, mitunter gar zynisches. der kettenraucher und gewohnheitstrinker, der sich selbst als "sonderling" bezeichnete, starb 1908. da hatte ihn sein "max und moritz" längst weltberühmt gemacht.
das wird wilhelm busch indes nicht weiter gestört haben.
