KREUZ @ QUER - notwendige notizen!

08.05.2007 um 21:39 Uhr

zum beispiel: die wüste und herr huhn!

von: rolf   Kategorie: **von meiner homepage!

herr huhn ist einer, der humor mit sarkasmus und ironie mit zynismus verwechselt. deswegen gehen alle herrn huhn aus dem weg. niemand hat es gern, mit häme und gemeinheiten bedacht zu werden. die jedoch pflegt herr huhn - und je älter er wird, desto mehr sonnt es sich in seinem talent. manchmal flüchtet sich herr huhn deswegen in die wüste. dort spürt er den hauch der einsamkeit, der ihn aus guten gründen stets umweht, nicht so besonders. niemand reist in die wüste, um dort geselligkeit zu suchen.

wenn herr huhn in der wüste überlebt, weiss er, dass er auch unter den menschen überleben wird. das ist seine philosophie - denn im grunde seines kalten herzens verachtet er die menschen.

"sie tun mir nicht gut", pflegt herr huhn zu sagen. daran ist etwas wahres, denn in den augen der menschen spiegelt sich nur desinteresse (wenn sie ihm gegenüber milde gestimmt sind), oder verachtung (wenn sie einmal wieder fassungslos vor seiner bösartigkeit kapitulieren).

herr huhn hat keine freunde. das ist nach allem, was wir über ihn wissen, nicht weiter erstaunlich. wer würde sich schon gern einem menschen offenbaren, der jede gelegenheit nutzt, um mit ätzenden worten herauszustreichen, dass er der klügere, bessere, schlauere ist.

herr huhn ist schlau. menschen, die auf der hut vor ihren mitmenschen sind, müssen schlau sein. herr huhn, der so gerne austeilt, lebt in der ständigen furcht, dass sich die schläge, die er so freigiebig an seine mitmenschen verteilt, irgendwann gegen ihn selbst richten.

menschen wie herr huhn sind stets hellwach, weil sie die revanche aus dem dunkel fürchten. das dunkel ist ihnen wie das herz der menschen, das sie nicht kennen. für menschen wie herrn huhn ist alles dunkel. deswegen flüchten sie manchmal in die wüste, wo alles hell ist - ganz ohne die dunkelheit des menschlichen blicks.

herr huhn ist stets auf der flucht. er leidet unter dunkelangst. deswegen ist er - denn das eine gehört zum anderen wie das knarren der dielen zur dunklen nacht - laut, sehr laut.

menschen, die angst haben, sind laut, besonders laut. sie verschaffen sich gehör, weil sie die stille nicht ertragen. sie leben stets in der furcht, von der stille verschluckt zu werden.

deswegen reisen menschen wie herr huhn zuweilen in die wüste. in der sandigen stille droht ihre auflösung - um so grössere lebendigkeit spüren sie, wenn sie der einsamkeit - ihrem selbstverlust - am ende erneut entronnen sind.

menschen wie herr huhn sind süchtig und suchen nach gefährten. deswegen wollen sie andere mit ihrem zynismus in die stille, in das dunkel, in die einsamkeit stossen.

wenigstens hoffen sie, dass ihre worte diese wirkung entfalten möge und auf diese weise jemand das schicksal mit ihnen teilt.

wir müssen uns menschen wie herrn huhn als zugewandt und gesellig vorstellen. sie suchen nach gefährten, die ihre einsamkeit teilen und ihrer selbstauflösung einhalt gebieten - schatten wie sie selbst, blutleer geworden in einem langen, trostlosen leben.

das ganze ist aber eigentlich viel einfacher: menschen wie herr huhn zerstören alles um sich her - weil sie hoffen, dass die liebe der anderen so gross ist, um darüber hinwegzusehen. sie provozieren geradezu das zerstörungswerk, um am ende die erleichterung des verzeihens zu spüren.

sie reisen immer wieder in die wüste, um gerettet zu werden ...

HERR HUHN IN DER WÜSTE


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