Ich arbeite nebenher seit vielen Jahren in einem Studentenklub. Zur einer der vielen Weihnachtsfeiern habe ich ein Gedicht geschrieben, in dem der Gast mal nicht König ist. Und sei es auch der Weihnachtsmann.
Zur Erklärung sei noch gesagt, dass der Klub im Volksmund schlicht "Der Keller" genannt wird, was mit seiner Unterbringung in einem Kellergewölbe zusammenhängt.
Das Gedicht geht die verschiedenen Dienststationen im Klub durch, wobei GS die Abkürzung für Gläsersammler ist.
Na ja, dann vergnügt euch mal im Keller:
Advent, Advent, der Keller brennt,
weil jeder ins Gewölbe rennt.
Die Party ist in vollem Gange,
die Gäste bleiben viel zu lange,
doch manchem Mitglied reicht das nicht,
es wartet auf das Sonnenlicht.
Die Einlasser, die müssen frieren,
drum prügeln sie schon vor den Türen,
so bleibt man warm und noch viel schneller,
treibt man die Gäste aus dem Keller.
Doch schimpfen muss man auf die Frauen,
die darf man leider nicht verhauen.
Im Winter gibt es viele Jacken,
sind dick, und fettig auch im Nacken,
da schimpft nun das Gardrobenkind,
schickt laute Flüche in den Wind,
wenn viele Jacken es bedrängen,
könnt es den nächsten Gast erhängen.
Am Tresen gibt es kühles Bier,
drum ist auch mächtig Stimmung hier,
und in den frühen Morgenstunden
vergisst man gerne hier den Kunden,
nun gib den großen Stiefel her,
bedient euch selbst, ich kann nicht mehr.
Der Barfrau fehlt´s nicht an Getränken,
doch viel mehr gibt´s nicht zu verschenken,
wer sich ein Lächeln hat versprochen
und ist noch nicht zu Kreuz gekrochen,
dem wird schon bald ganz klar bewusst,
ein Gast ist für die Barfrau Frust.
Und ist er grade noch am Grübeln,
ob er´s der Barfrau soll verübeln,
da kriegt er von der Seite Schläge,
steht dem GS extrem im Wege.
Und seinen Hunger muss er schlucken,
die Küchenfeen sich sonstwo jucken.
Will er beim DJ sich was wünschen,
wird dieser ihm die Nase tünchen
und sagen: geh doch, wo du wohnst,
damit du mich mit das verschonst.
Die Musi ist verdammt verschieden,
von allem, was die Gäste lieben.
Nun, Weihnachtsmann, du kannst dir denken,
das du uns gerne darfst beschenken,
doch hast du keinen Ausweis hier,
dann bleibst du draußen vor der Tür!