leergut
Stimmung: lächel
Musik: ich genieße die stille
Und plötzlich füllt es sich mit Leere.
Manchmal passiert es, wenn ich von einem Fest oder einem Konzert oder einer tollen Veranstaltung nach Hause gehe, wird es binnen Sekunden still um mich herum und in mir. Plötzlich scheint alles ganz weit weg zu sein.
Alles was mich wenige Minuten zuvor noch hochgepuscht hatte und mir wahre Endorphinschübe verursachte, verschwindet wie mit den Fingern ausgeschnipst hinter einer Nebelwand. Gedämpft. Gedämpft im Ton. Gedämpft in den Farben. Gedämpft im Fühlen.
Ich fühle mich lasch, obwohl ich nicht müde bin. Ich fühle mich satt, obwohl ich gar nichts gegessen habe. Ich fühle mich schwerelos, obwohl ich fest auf dem Boden stehe. Unwirklich ist alles.
Nicht, dass ich dann unglücklich wäre. Nein, das nicht. Aber ein kleines Tränchen der Wehmut hält sich verkrampft im Augenwinkel fest. Ein Tränchen der Vergänglichkeit? Ich lausche in mich hinein. Fühle den Abend oder den Tag, das zuvor Erlebte nach. Fühle nochmal die knisternde Spannung, vielleicht das Zittern um etwas, das Mitfiebern oder einfach nur den Genuss klangvoller oder mitreißender Musik, die Farbenpracht fantastischer Bilder nach, bekomme noch einmal Gänsehaut am ganzen Körper, die mich erschauern lässt.
Und dennoch... ich fühle, wie sie mich umschleicht. Sie fängt mich ein. Sie umschließt mich. Diese Leere - sie fühlt sich nicht gut an und auch nicht schlecht. Sie ist nur da. Sehr ausdrucksstark. Und sie füllt sich langsam.
Nein, es geht mir nicht schlecht dabei. Im Gegenteil. Es fühlt sich ja nur nach einem schönen Erlebnis so an. Vielleicht geschieht das auch nur ob des Wissens, dass sich so stark beeindruckende Momente niemals wiederholen lassen.Ich fühle sie dann, begleitet von einem Lächeln und einem Hauch Melancholie.
Leere, gefüllt bis obenhin.
