sjÁlfurLOG

22.12.2004 um 14:02 Uhr

Fear Stalks The Land...

von: sjAlfur

Musik: "Koyaanisqatsi" O.S.T. - Philip Glass

...und das ist nicht metaphorisch, zumindest nicht auf den ersten Blick. Die frage, die sich mir heute stellte ist, ob man Angst vor der Umsetzung eines Werkes hat, das sich auf ein anderes, von einem selber sehr geschätztes Werk bezieht. Oder um es gleich konkret zu sagen: Ich liebe den Film "Stalker" von Andrej Tarkovsky, und nun gibt es ein Computerspiel mit gleichem Namen (bzw. es kommt soweit ich weiß im ersten Quartal 2005). Alles, was ich bislang von dem Spiel gesehen habe, wirkt auf mich sehr vielversprechend zumindest für ein Computerspiel. Viel Bewegungfreiheit, dynamisches Wetter und realistischer Zeitverlauf, unglaubliche Sichtweite und atemberaubend schönes Leveldesign. Dummerweise ist aber nur letzteres eine wirkliche Parallele zwischen Spiel und Film, wenn auch eine sehr wichtige, denn die Landschaften, die Tarkovsky in seinem Film abbildet, die Bildästhetik ist einer der tragensten Aspekte des Films.

Aber kurz zum Film selbst:
"Stalker" wurde Ende der 1970er gedreht, und zwar in einer verfallenen Industrielandschaft nahe des damals noch aktiven AKW Tschernobyl. Viele Betrachter weisen darauf hin, dass die Bilder des Films in Bezug auf Tschernobyl und das Reaktorunglück fast schon Visionscharakter hatten... was man davon hält, soll jeder für sich entscheiden, allerdings war auch ich, als ich den Film "Prypjat" von Geyrhalter [siehe zwei Beiträge weiter unten] gesehen habe, sofort an "Stalker" erinnert. Das liegt auch daran, dass Tarkovskys Idee von der rückerobernden oder auch zerstörerischen Kraft der Natur, die in "Stalker" eine zentrale Rolle spielt, in den lange verlassenen Gebieten der hochkontaminierten Sperrzone um Tschernobyl ganz deutlich wird. In "Prypjat" (oder "Pripjat"... Schreibweisen sind nicht ganz einheitlich) zeigt eine Angestellte des physikalischen Forschungspersonals des Instituts, das sich in der Zone mit den dortigen Begebenheiten auseinandersetzt, die ehemals in Pripjat selber gelebt hat (Pripjat ist sowohl der Name für den Fluss unterhalb des Kraftwerks, als auch für die Ortschaft, die fast unmittelbar am Kraftwerk gelegen war [auf der gegenüberliegenden Flusseite, glaube ich])... diese Frau zeigt dem Filmteam jedenfalls einige Stellen von Pripjat (dem Ort), ihren alten Wohnblock und ihren Weg zu ihrer Arbeitstelle in der Stadt. Der Weg führt durch ehemalige Parks, die hinter den Wohnblocks angelegt waren, die aber nun nur noch eine einzige Wucherung aus Bäumen, Büschen und Gras sind. Die Pflastersteine des Wegs sind gehoben, gebrochen und im Umkreis zerstreut, und trotz der Troslosigkeit, Menschenleere und vor allem der Niedergeschlagenheit der Frau, die zum ersten Mal nach gut 10 Jahren (der Film ist von 1998) zu ihrer Wohnung zurückkehrt, bewirken diese Bilder der siegenden Natur (auch wenn es nach Klischee und Pathetik klingt) ein absurdes Gefühl des Triumphes... es scheint fast gut zu tun zu sehen, dass in diesem Gebiet, wo das Filmteam nur bei absoluter Windstille (wegen dem radioaktiven Staub, der noch immer überall aufwirbelt) hinein darf, trotzdem weiter Leben bleibt. (Im übrigen wohnen auch in einigen Dörfern der Zone noch immer Menschen, die nicht evakuiert wurden, und denen seit dem Unfall gesagt wurde, sobald wieder Geld da ist, werden sie dort rausgeholt. Die Ärztin, die dort die Gesundheit der Leute prüft, stellt zwar gesundheitliche Probleme fest, jedoch scheinen die Menschen sich mittlerweile darauf eingestellt zu haben (wobei man bedenken muss, dass nach 12 Jahren Langzeitschäden und so noch ncith unbedingt ersichtlich sein müssen...).)

Aber zurück zu Stalker: Auch bei Stalker gibt es eine "Zone". Diese wird militärisch stark bewacht und niemand darf hinein. Es gibt jedoch einige Menschen, die nicht anders können, als immer wieder in die Zone zu gehen, sich einzuschleichen (engl.: to stalk), die sog. "Stalker". Einer dieser Stalker führt im Film einen verbitterten Schriftsteller mit Schreibblockade und einen ebenso verbitterten Physiker mit Nobelpreisgedanken in diese Zone. Der Film ist außerhalb der Zone in tristen Brauntönen gedreht, sobald sie aber die Grenzposten umgangen haben und (mit einer Draisine) tief in die Zone vordringen, wird das Bild farben- und athmosphärenreicher, was schließlich zu den schönnen Landschaftsbildern führt. In der Zone suchen die drei "Den Raum", angeblich ein Ort, an dem der geheimste Wunsch eines Menschen in Erfüllung geht. Angeblich wurde die Zone auf dieses Gerücht hin auch abgeriegelt. Die Zone erklärt der Stalker so, dass sie entstanden sei, durch den Einschlag eines Meteoriten, nachdem dann immer mehr Menschen in der Zone verschwunden sind, und der Rest geflohen ist. Allerdings sei man sich bewusst, dass es kein Meteorit im eigentlichen Sinne gewesen sein kann, sondern dass es eine Metapher ist (die jedoch nicht weiter erklärt wird... ist auch gut so, denn eine eindeutige Erklärung würde auch das Konzept des Filmes verfehlen). Auch die Posaten um die Zone herum, sind zwar einige Male in die Zone vorgestoßen, aber nie mehr zurückgekommen. Der Stalker aber weiß, wie er mit der Zone umgehen muss, er weiß, dass sie lebt und launisch ist wie ein Mensch, viele Dinge, die in dem Film gezeigt werden die der Stalker tut, sind unverständlich, doch Dank des Nachfragens der beiden, die er in die Zone führt, wird klar, dass in der Zone nichts so ist, wie es scheint. Ein erster Hinweis ist schon die Fahrt der drei auf der Draisine in die Zone. Während am Anfang das monotone Schienengeräusch und das Rattern des Motors zu hören ist, verändert es sich mit der Zeit, erst mittels verschiedener Delays, dann wird mit einem Chorus-Effekt für ein unwirklich klingendes Geräusch gesorgt, und schließlich hat es fast etwas Musikartiges, ein für diese Szene völlig unnatürlicher Rythmus, der aber ganz offensichtlich in der Zone so ist. Die Physikalischen Gesetze sind nicht so, wie sie außerhalb sind. Zur Musik noch ein erklärendes Zitat des Stalkers, als er über die "Wirklichkeit" der Zone redet:

"Nehmen wir die Musik. Sie ist doch mit der Wirklichkeit am allerwenigsten verbunden.. Und dennoch: trotz alledem dringt die Musik durch irgendein Wunder mitten in unsere Seele! Was für ein Echo gibt es in uns als Antwort auf die zur Harmonie gebrachten Töne! Welch einen Quell höchsten Genusses bildet sie, uns miteinander verbindend, und erschüttert uns..."

Der Film hat also gewisse philosophische Ansprüche. Und dann kommt das Computerspiel. Ein Ego-Shooter in erster Linie, soweit erkennbar, mit einigen Rollenspielelementen. Was mich zuerst sehr positiv stimmte war, dass es 20 Jahre nach dem Tschernobyl-GAU spielt, und es tatsächlich um diese reale Sperrzone um das Kraftwerk herum geht (die Leveldesigner sind extra mit Sondererlaubnis in die Zone um sich über verschiedene Dinge Klarheit zu verschaffen). Das ist erfreulich, denn ein ego-Shooter 1979 in einer rätselhaften Zone möglicherweise gegen Aliens, die auf dem Meteoriten runtergeritten kamen, wäre durchaus naheliegend gewesen, und das hätte ich über die Maßen schrecklich gefunden...
Aber zurück zur Ausgangsfrage: Muss man vor dem Spiel Angst haben, dass es dem Film nicht gerecht werden könnte? Im Grunde genommen ist die atmosphärische Idee übernommen, die Landschaften und der Name. Denn im Spiel kämpft man gegen irgendwelche mutierten Wesen, läuft mit dicken Wummen rum, das hat alles nichts mit dem Film zu tun. Das Computerspiel, so wie es bislang scheint, wird toll, ist mit dem Film aber nicht zu vergleichen. Und ich finde, es ist den Spielentwicklern hoch anzurechnen, dass sie sich doch deutlich von dem Film distanziert haben. Im Grunde genommen alles gut, und doch macht mir das Spiel insofern Angst, als dass ich mir einen Haufen abgedrehter Shooter-Junkies vorstelle, die sich in dieses Spiel vertiefen, kluge Sprüche darüber reißen, aber keine Ahnung haben, wo das herkommt (an der Stelle sollte ich darauf verweisen, dass "Stalker" (der Film) nach der Buchvorlage der Brüder Strugatsky entstanden ist, die im Übrigen auch das drehbuch geschrieben haben.) Im Grunde genommen ist diese Angast vergleichbar mit der Verhunzung des Herrn der Ringe durch diese abgrundtief schlechten Filme, die der Buichvorlage nicht gerecht werden.

ABER im Grunde genommen hat doch eigentlich niemand die Berechtigung (außer den Autoren selber, und sowohl Tolkien als auch Tarkovsky sind bereits tot) sich über soetwas aufzuregen, denn wichtig ist doch nur, was man selber davon hält...oder nicht?

Ja, ich werde auch weiterhin sarkastische Äußerungen über die "Herr der Ringe"-Film-Junkies machen (beliebtestes Zitat: "Das Buch ist aber nicht so gut, da sind die Hobbits so komisch..." aaarrrggh!), und gleichzeitig werde ich wissen, wie unglaublich arrogant ich dabei bin... naja, wen ich die toleriere, haben die auch meine Arroganz zu tolerieren... oder so... bestimmt... egal.

Wer nochmal eine recht gute Zusammenfassung des Films lesen will, die bezeichnenderweise auf einer Seite für Computerspiele steht, der schaue unter folgenden Link: STALKER
(Auch wenn hier zentrale klassischen Motive von Melancholie und so ausgelassen wurden, aber ich persönlich halte sowieso eine Interpretation frei von wissenschaftlich vorgeprägten Diskursen für bedeutungsvoller, auch wenn die Betrachtung gerade solcher Filme wie "Stalker" im wissenschaftlichen Kontext sehr interessant sind [zumal ich "Stalker" innerhalb eines Uni-Seminars gesehen und behandelt habe...].)

Ja, irgendwann bringe ich auch nochmal einen kurzen Text, den mehr Leute als nur ich selber lese, zustande, aber das Thema ist einfach zu umfangreich... also sage ich zu mir (und zu dir, falls du es geschafft hast bis hierhin zu lesen), einen schönen Gruß,

sjÁlfur

21.12.2004 um 10:45 Uhr

Jahresrückblick?

von: sjAlfur

Musik: "Muzzle" / "Porcelina Of The Vast Oceans" - The Smashing Pumpkins

Ich mag keine Jahresrückblicke... zumindest die meisten nicht. Zudem beschränkt sich das zurückliegende Jahr in Sachen Musik für mich ganz persönlich auf einige wenige Höhepunkte. Trotzdem habe ich in diesem Jahr wesentlich mehr CDs gekauft als im letzten. Warum? Sucht man, wenn nichts anregendes neues auf dem Markt erscheint, krampfhaft nach älteren Alternativen?
Wie dem auch sei, nächstes Jahr verspricht (zumindest für meinen Geschmack) interessanter zu werden. Vor allem weil Billy Corgan (Ex-Smashing Pumpkins... für die, die es nicht wissen sollten) endlich sein erstes Solo-Werk rausbringt. The Mars Volta melden sich mit "Frances The Mute" zurück, System Of A Down kommen im Januar, die Queens Of The Stone Age im März,... naja, und so weiter, eine detaillierte Aufstellung dürfte kaum jemanden interessieren...
Was mich aber sehr erfreut (und für die, die schwierigkeiten haben, zwischen den Zeilen zu lesen: jetzt wird's ironisch!!!), ist die Neuveröffentlichung der 2001er-Single "The Nobodies" von Marilyn Manson, natürlich mit einigen "ultrafetten RMXs" u.a. von Nine Inch Nails (sie haben sich ja wieder soooo lieb). Verdammte Scheiße, kann den nicht mal jemand abstellen? Es ist nicht so, als wäre ich jemals ein besonders großer Fan von Manson gewesen, aber einige frühe Sachen waren ja noch ganz OK. Aber der Gute verkommt doch ein wenig zu einer amerikanischen Plastikpuppe, die in Barbie-Format in SuperRTL-Werbungen Kinder erschreckt.
Naja, was soll's...wobei ich vielleicht anmerken sollte, dass ich den Wormwood-RMX von "The Nobodies" auf dem "From Hell O.S.T." ganz nett fand. Aber kann es sein, dass Manson Sklave seines eigenen Mode-Konzepts geworden ist? Dass man mit der Anti-Sell-Out-Attitüde sehr wohl das ganz große Geschäft machen kann, ist ja hinlänglich bekannt, aber unterstellt man dem "Künstler" zu Recht Absicht und Profitgier? Ist ein armer "Künstler" mit Plattenvertrag als Sklave seines Labels und Images tatsächlich noch für sich selbst verantwortlich?

Ich meine ja. Aber was soll's über diese Neuveröffentlichung wird man ebenso hinwegsehen können, wie über den letzten Mist, den er produziert hat, viel schlimmer, weil wohl wesentlich präsenter und nerviger ist dagegen das "Best Of"-Album von Limp Bizkit, die pünktlich zum Resüme ihres bisherigen großartigen Schaffens ihren alten Gitarristen Wes Borland wieder an Bord haben. Man denke daran, dass dieser ausgestiegen ist, weil er "den massiven Sell-Out der Band nicht mehr ertragen hat"... da finde ich es wirklich konsequent, für ein Best-Of-Album wieder mit an Bord zu sein. Man darf gespannt sein, was auf dem Album wohl drauf ist... Zehnmal ein fast identisches Lied und einmal das ewig nervige "Behind Blue Eyes"? Immerhin hätte die CD dann den ultimativen Absatzmarkt auf jeder volltrunkenen Dorfparty, wo es den Leuten sehr passend erscheinen dürfte, eine ganze CD lang immer nur "Keep rollin' rollin' rollin'" zu singen, ohne Tempo,Tonart oder Takt wechseln zu müssen.

Bevor ich mich aber noch weiter über diese Band auslasse (ich habe die letzten fünf Jahre damit zugebracht an meinem Hass auf diese Band zu feilen...), möchte ich noch vorschlagen, dass Limp Bizkit sich mit Manson zusammentun sollten. Ein gutes Dutzend absolut gleich klingender Lieder in einem etwas aufpolierten Sound nochmal zu veröffentlichen, das wäre der ultimativ ehrliche Schritt zu ihrer Arbeit, und würde sie endgültig auf das Podest stellen, auf das sie gehören... gleich neben Modern Talking. Dieter Durst und Marilyn Anders, wäre ein schönes Paar, Proll und Tunte, eine weitere deutsche Erfolgsstrategie für Amerika, nach Sigfried und Roy!

In dem Sinne: Ich freue mich auf 2005... glaube ich jedenfalls...
sjÁlfur

[PS: Ich denke, es ist überflüssig zu sagen, aber da einige doch sehr empfindlich auf gewisse Ausdrücke reagieren: Nein, "Tunte" war in keinster Weise eine Diskriminierung von Hetero-, Homo- oder Transsexuellen, es liegt mir fern diesen Anschein zu erwecken, blablabla... Das ganze war nur eine Diskriminierung von genannten Musikern und meine ganz persönliche subjektive Sicht. Wollte ich nur mal gesagt haben...]

20.12.2004 um 02:45 Uhr

Das Jahr nach Dayton

von: sjAlfur

Musik: "Viðrar vel til Loftárása" - Sigur Rós

Als ich vor einer Woche etwa wieder an den Nacharbeiten eines relativ umfangreichen Seminars aus dem letzten Wintersemester saß, dass sich um den Film Elsewhere von Nikolaus Geyrhalter drehte, kamen mir wieder zwei seiner anderen Filme in den Sinn, deren Bildgewalt und Thematik mich tief beeindruckt haben. Der eine Film, Pripjat, handelt von einigen (überwiegend alten) Menschen, die einige Jahre nach der Katastrophe im Reaktor 3 von Tschernobyl wieder in die hochverstrahlte Sperrzone gezogen sind, in ihr altes Dorf am Fluss Pripjat, der direkt unterhalb des Kraftwerks fließt. Geyrhalters Filme beeindrucken deshalb so sehr, weil er im ganzen Film keinen Kommentar hat. Er begleitet die Menschen mit der Kamera auf der Schulter und lässt sie zur Kamera reden, begleitet sie stets auf Augenhöhe, die Kamera macht also keine Kamerafahrten oder gibt Blickwinkel wieder, die den Sehgewohnheiten des menschlichen Auges "in der Natur" widersprechen (mittlerweile ist unsere optische ahrnehmung schon so hollywood-gewöhnt, dass diese "natürliche Sichtweise" im Film weitaus stärker auffällt als beeindruckende Kamerafahrten mit Kran oder Hubschrauber). Daher hat man das Gerfühl, als stummer Beobachter an diesen Orten zu sein, was bei diesen Filmthemen eine Art von Hilflosigkeit gegenüber den Dingen hervorruft, die man schwer abschütteln kann, und wenn, dann nur in dem Bewusstsein, dass man sich ganz bewusst selber um die eigene Sicherheit belügt.
Aber mir geht es um den anderen Film - Das Jahr nach Dayton - der in gleichem Filmstil das Leben nach dem Abkommen von Dayton 1996, das den Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina offiziell beendete, spielt und das Schicksal verschiedener Personen über dieses erste Friedensjahr hinweg dokumentiert. Eine Intention Geyrhalters bei seiner Dokumentarischen Arbeit war - besonders bei diesem Film - das Zeitgeschehen festzuhalten, das zu dokumentieren, was trotz der Nähe und trotz der lange währenden Nachwehen schnell in Vergessenheit gerät.
Dass die Medien so etwas schnell hinter sich lassen ist bekannt, selbst der Irak-Krieg (oder darf man den auch nur "Konflikt" nennen?) ist mittlerweile selten mehr als eine Nebenbemerkung. Doch der Krieg in Bosnien-Herzegowina liegt keine zehn Jahre zurück, und ich muss gestehen, dass ich - obwohl mich gerade die Balkankonflikte eigentlich seit meiner Schulzeit immer interessiert haben - bis zum ersten Sehen dieses Films diesen Krieg auch nicht mehr wirklich präsent hatte.

Aber was dieser Film zeigt, ist nicht die in vielen Fernsehdokumentationen bevorzugte Proklamation von Leid und Elend in einer zerstörten Welt, sondern die Leiden und Sorgen, aber auch die damit verbundenen Hoffnungen der Leute. Ein fast 80-jähirger Ziegenhirte in den Bergen östlich der (noch lange nicht geräumten) Minengürtel um Sarajevo zum Beispiel, der zwar von den Leiden des Kriegs berichtet, und bedauert, dass er aufgrund der strengen Kontrollen nicht mehr in die benachbarte Stadt zu seinem alten Freund fahren kann, bei dem er immer Tabak gekauft hat (der eine wohnt in der bosniakisch-kroatischen Föderation, der andere in der serbischen Republik), der aber ebenso mit einem Achselzucken erklärt: "Wir können nciht ändern, was passiert ist, alles was ich tun kann ist die Sonne zu genießen und meinen Ziegen die Zukunft zu sichern, für Visionen bin ich zu alt." (mit den "Visionen" spielte er - zumindest ist das eine naheliegende Interpretation - auf die Vertragsunterzeichner in den USA an, die sich nach einer Unterschrift in Dayton vor die Presse stellten und erklärten, es sei alles wieder gut)

Warum ich das gerade jetzt schreibe? Ich habe vorhin etwas über Weihnachten und den Geist von Weihnachten gelesen, und dass die Mahnungen, dass es doch das Fest der Nächstenliebe ist nur heuchlerisches Rumgejammer einer auf Grund gelaufenen Konsumgesellschaft ist. Ich habe mich gefragt, wie man soweit kommen kann, dass man schon das eigene Bemängeln bemängelt und festgestellt, dass man kaum anders kann. Das hier ist jedenfalls mein Beitrag zu Weihnachten.

Zuletzt noch ein Liedtext, der das wie kaum ein anderer verdeutlicht. Der Text ist von Sigur Rós, und hat insofern etwas mit dem Thema zu tun, da der Titel das Zitat eines Reporters während des Krieges in Bosnien-Herzegowina war, der sagte "Heute ist gutes Wetter für Luftangriffe", isländisch: "Viðrar vel til Loftárása"

(Die Übersetzung ist von mir. Ich habe zwar Isländisch gelernt, aber mir fehlt die praktische Anwendung, deshalb stimmt er vermutlich nicht grammatikalisch hundertprozentig, aber ich denke, er wirkt so auch...)


ég læt mig liða áfram
í gegnum hausinn
hugsa hálfa leið afturabak

sé sjálfan mig syngja
fagnaðarerindið
sem við sömdum saman

við áttum okkur draum
áttum allt
við riðum heimsendi
við riðum leitandi
klifruðum skýjaklúfa
sem síðar sprungu upp
friðurinn úti
eg lek jafnvægi

dett niður
ég læt mig líða
og logvegum
ég kem upp á lappir
með sama svar

alger þögn
ekkert svar
en það besta sem guð hefur skapað
er nýr dagur


ich lasse mich vorwärts
durch meinen Kopf gleiten
und denke den halben Weg zurück

ich sehe mich selbst
das Evangelium singen
das wir zusammen anstimmen

wir richten uns nach einem Traum
orientieren uns alle
wir taumeln erdwärts
wir taumeln suchend
wir erklettern Hochhäuser
die später explodieren
der Frieden draußen
ich verliere das Gleichgewicht

ich falle hinab
ich lasse mich vorwärts gleiten
und auf dem Flammenweg komm ich erneut hinauf
mit einer gleichgültigen Antwort

vollkommenes Schweigen
keine Antwort
und das Beste das Gott geschaffen hat
ist ein neuer Tag


Gute Nacht,
sjÁlfur



19.12.2004 um 19:13 Uhr

Leavin' Mars...

von: sjAlfur

Musik: "Mogwai Fear Satan" - Mogwai

So, jetzt habe ich heute morgen dieser Seite doch mal einen etwas persönlicheren Anstrich verpasst, das Mars-Layout hat mich auf die Dauer genervt. Ansonsten gibt's aber auch nichts bemerkenswertes, außer dass ich zwischen zwei Kapiteln meiner Arbeit über "Glokalität" mal etwas anderes Tippen wollte, wo man nicht andauernd Fußnoten einsetzen muss.

Aber eigentlich ist das Thema wirklich spannend, vor allem gibt es dem, was man sonst zu leidlichen Themen wie Globalisierung, Islamisierung und was es noch so gibt... zu sagen hat (oder meint sagen zu müssen), Hand und Fuß. Ich mag sowieso keine Diskussionen, wo von "allgemeinem Antiglobalismus" oder "natürlich sind Politiker doof" ausgegangen wird... Das endet nur in Rumgejammer... Deutschlands (und nicht nur Deutschlands...) Volkssport Nummer eins... Aber egal. Eigentlich sollte ich hier mal mehr über Musik schreiben, dafür habe ich dieses Weblog eigentlich eröffnet...

Andererseits fällt mir gerade nichts ein, das Wetter schreit nach "Leise rieselt der Schnee", der CD-Player pendelt zwischen Seminararbeit-verträglichen CDs (Mogwai, Godspeed You! Black Emperor,...) und ich versenke mich jetzt wieder in spätdventliche Uni-Arbeit zwischen selbstgebackenen Plätzchen und Flaschencola... Nur noch ein Kapitel, dann bin ich durch für heute...

18.12.2004 um 03:01 Uhr

A Groan Of Tedium Escapes Me, Startling The Fearful...

von: sjAlfur

Musik: "The Patient" - Tool

Ich habe mir heute endlich vernünftige Lautsprecher für meinen Rechner gekauft. Da ich mittlerweile fast ausschließlich über meinen Computer aufnehme und nur noch manchmal über meinen digitalen 12-Spur -Recorder, wurde das echt mal nötig. Sind zwar keine Dinger in Studioqualität, so locker sitzt das Geld dann doch nicht (außerdem fressen Studiomonitore irrsinnig viel Platz...), aber immerhin besser als die 10-Watt-Plastikdinger von Plus... Das ergibt jetzt mit meiner neuen Soundkarte, die mit Frontmodul so ziemlich alle tontechnisch (für mich) wichtigen Ein- und Ausgänge, Treiber usw... hat und nicht nur eine kleine Stereoklinkenbuchse, mittlerweile dann doch ein recht bequemes Arbeiten... warum habe ich Depp nur unsere Demo-CD eine Woche vorher abgemischt? Das hat soviel Zeit und Rohlinge gekostet... naja, was soll's, nun läuft es, und nun klingt auch NFSU einfach nur geil! Ich hatte das Spiel aufgrund eines viel zu hohen Suchtfaktors schon auf's oberste Regalbrett verbannt, aber mit irgendwas musste ich ja die Soundkarte testen, und da ist das Spiel mit Abstand das beste.

Hmmm... irgendwie macht der Eintrag hier auf mich nicht so wirklich Sinn, aber dieses Wochenende (inkl. heute) werde ich wohl fast ausschließlich an noch dringend zu erledigenden Sachen für die Uni sitzen, da ist um drei Uhr nachts nichts herausragend philosophisches mehr drin...

Gute Nacht,
sjÁlfur

17.12.2004 um 01:08 Uhr

Virtuelle Musik aus dem Staubsauger?

von: sjAlfur

Musik: "Convalescent" - dredg

Diese Frage stellt sich mir nicht ohne Grund (und Vorgeschichte...): Ich kam heute Abend von meinem letzten Seminar der Woche zurück: "Cyberanthropology"... das beinhaltet u.a. die ethnologische Herangehensweise an Online-Forschung... ganz grob gesagt. Jedenfalls viel mir dazu eine Diskussion von der letzten Woche wieder ein, wo es um das Wort "virtuell" ging. Und zwar um die Bedeutung von "virtuell" im ursprünglichen und noch immer fachterminologischen Sinne (also nicht auf Common Sense-Basis). Demnach ist ein virtuelles Ding ein Ding, dass bestimmte Eigenschaften eines Dinges hat, aber das Ding nicht ist. Ja, toller Satz. Und das ganze ist natürlich nicht nur auf Computer und Internet beschränkt, zumal das Wort (laut Dozent... der aber seinen Forschungsschwerpunkt in dem Gebiet hat, deshalb glaube ich dem das mal) wesentlich älter als Internet und Computer ist. Ein Holzklotz mit den aerodynamischen Eigenschaften eines bestimmten Fahrzeugmodells ist im Windkanal ein virtuelles Auto.

Zudem ist "virtuell" Ansichtssache. Ein Mitstudent brachte in dem Seminar das Beispiel einer Wand in einer Filmkulisse. Ist diese Wand (die rein materiell erstmal nicht mehr ist als eine Sperrholzplatte, die einseitig mit Putz bestrichen ist) nun wirklich eine Wand, oder ist sie virtuell? In dem Fall kommt es auf den reinen Blickwinkel an. Für den Schauspieler ist die Wand virtuell, sie ist ein Ding, dass die für die momentane Arbeit (das Filmen) erforderlichen Eigenschaften wie eine "wirkliche" Wand hat, doch für den Betrachter des Films, der sich im Moment des Betrachtens in eine bestimmte dargestellte Rolle hineindenkt ist die Wand "wirklich" eine Wand, also nicht virtuell. Ebenso für den Kulissenbauer, denn auch wenn es nur die Stellwand einer Kulisse ist, ist sie für diesen eine vorhandene Wand, wobei es bei diesem schon wieder auf die Sichtweise ankommt.

Daher ist im fachterminologischen Sinne eigentlich auch der Begriff "virtuelle Kommunikation" oder "virtuelle Community" überflüssig, denn bei dem, was als "virtuelle Kommunikation" bezeichnet wird, kommunizieren meistens (z.B. per Mail) zwei oder mehrere Menschen wirklich miteinander, sie tun nicht nur so, als würden sie kommunizieren. Aber wie gesagt, das gilt erstmal für die Fachsprache, das, was sich im Alltag durchsetzt ist eine andere Geschichte und auch klar davon zu trennen.

Aber zurück zur Musik: Mir stellt sich gerade die Frage, ob es virtuelle Musik gibt. Also etwas, das die selben Eigenschaften für einen bestimmten Zweck hat wie Musik, aber nicht Musik ist. Und damit ist nicht gemeint, dass für den Zweck der Zerstreuung auch ein Film den selben Wert hat, es geht da schon um die exakte Wirkung.

Im Grunde habe ich mir die Frage von Anfang an beantwortet: Nein, entweder etwas ist Musik, oder es ist keine Musik, dann hat es auch nicht die Eigenschaften von Musik. Aber dann denke ich an die Grauzonen des akustisch-künstlerischen Schaffens. Wenn eine Band wie Mogwai oder Primal Scream (z.B.) sich dazu entscheiden würden, ein Lied zu machen, dass wie ein Staubsauger klingt, dann ist das Musik (auch wenn es Leute gibt, die engstirnig genug sind, etwas anderes zu behaupten). Wenn ich jetzt hier vor meinem Rechner sitze, und in der Nachbarwohnung wohnt jemand, von dem ich weiß, dass er diese CD, die wie ein Staubsauger klingt, hat, und dieser jemand staubsaugt nun wirklich drüben, ist dann, wenn ich daraus den Schluss ziehe, dass mein Nachbar nicht staubsaugt sondern die CD hört, der Staubsauger für mich virtuelle Musik? Und andersrum, ist die Musik dann, wenn er sie wikrlich hört für die eher auf Volksmusik stehende ältere Mieterin über ihm ein virtueller Staubsauger? Oder kommt es nur auf meine persönliche Wahrnehmung an und der Staubsauger wird dann für mich sogar nicht mehr zum virtuellen, sondern zum tatsächlichen Instrument?

Ja... ich habe bei dieser Diskussion vor einer Woche schon eine Frage gestellt, die der Dozent begeistert als "Gedankenakrobatik" (oder so) aufgenommen hat, ich denke, ich werde ihm diese Fragestellung mal als Weihnachtsgeschenk verpacken...

OK, ich habe eine große Bitte: Sollte es tatsächlich jemanden geben, der wirklich bis hierhin gelesen hat, schreibt mir einen kurzen Kommentar! Es würde mich wirklich interessieren, ob sich jemand das hier antut.

Gute Nacht,
sjÁlfur

16.12.2004 um 00:44 Uhr

Heimatstadt, UEFA-Pokal und die Technik der Geräusche

von: sjAlfur

Musik: "Protect Me From What I Want" - Placebo

Jawoll. Da zieht man im zarten Alter von einem Lebensjahr aus seiner Geburtsstadt weg (bzw. wird von den Eltern weggezogen), und trotzdem bleibt man dieser immer irgendwie verbunden... Schon komisch. Vor allem wenn es sich in solchen Sachen wie Sympathien für bestimmte Fußballvereine äußert... Aber gut, ich war schon seit meiner frühen Kindheit ein Fan von Alemannia Aachen und jetzt darf man es sogar offen (und zugegeben etwas stolz) eingestehen, denn: Die Alemannia hat Athen erobert!!! Dass der Verein immer noch im UEFA-Pokal ist, ist schon toll...

Aber zu etwas anderem: Heute habe ich an meiner E-Gitarrenstreichertechnik (siehe zwei Beiträge weiter unten) weitergearbeitet, nachdem ich geschlagene drei Stunden mit einem Dozenten in der Uni an der akustischen Entzifferung eines in saumäßiger Qualität aufgenommenen Interviews saß. Aber wenn man dann im Dunkeln auf dem Weg nach Hause ist, steigt die Vorfreude auf die ungeduldig wartende Gitarre. In den nächsten Tagen werde ich noch nach einer Abfluss-Stöpsel-Kette suchen, die ich auf einen weiteren provisorischen Bogen spannen kann, den nutze ich dann für ein paar "analoge" Noise-Effekte...oder so... Außerdem habe ich als zusätzlichen Erfolg für heute verbuchen können, dass ich die Haltung des Drumsticks beim Saitenanschlagen der Gitarre soweit verändert habe, dass ich jetzt die richtige Federwirkung für eine Art mechanisches Tremolo erreiche.

Dummerweise bekam mein Arbeitsspeicher vorhin Schluckauf, als ich mich an die MIDI-Spuren wagen wollte, das werde ich wohl auf die nächsten Tage verschieben, denn nach dem Rechner-Neustart hab ich nicht so wirklich viel Lust darauf...obwohl... vielleicht doch. Ich glaube, der Musik zu liebe mache ich hier mal Schluss für heute, ich muss sowieso mal noch ein paar unserer Masterspuren durchhören und dran rumfeilen...

Gute Nacht,
sjÁlfur

15.12.2004 um 02:14 Uhr

Die Zeit, wo ist die Zeit geblieben?

von: sjAlfur

Musik: "Motherfucker = Redeemer" - Godspeed You! Black Emperor

Schon wieder so spät... vier Stunden am Stück Mails beantworten schlaucht ganz schön, vor allem wenn man parallel dazu via ICQ über Absinth philosophiert... Da fällt mir ein... ich habe noch eine Mail vergessen. Naja, was soll's.
Ich wollte etwas über Musik schreiben, aber die Idee ist gerade irgendwie weg. Dafür habe ich vorhin MTVspin gesehen und doch prompt mal meine drei Lieblings-Musik-Videos des Jahres 2004 gewählt. Leider ist mir nicht soviel tolles eingefallen, das kommt bestimmt alles morgen, und ich ärgere mich dann, dass ich mir nicht mehr Zeit zum Überlegen genommen habe... Naja. "Televators" von The Mars Volta hätte ich zu jeder Zeit gewählt und vermutlich auch "Oceania" von Björk. Aber als drittes ist mir nur "Dry Your Eyes" von The Streets eingefallen... und das auch nur wegen dem Hund in dem Video... ich meine, das ist schon ein gutes Video, aber ich bin überzeugt, mir fallen im Nachhinein bessere ein... Wie z.B. das letzte von Mogwai... War das nicht auch dieses Jahr? Naja... was soll's?

Dafür habe ich mir heute x-mal hintereinander mein absolutes Lieblingsvideo angesehen: "Vaka" oder auch "Untitled 1" oder auch (ich glaube ganz offiziell) "( )" von Sigur Rós... Außerdem habe ich mich mal wieder drüber aufgeregt, warum das in den letzten Monaten nie gespielt wurde. Da wurde doch soviel pseudo-engagiertes Zeugs zu den US-Wahlen gezeigt. Ob nun das ständige Vergleichen von Bush mit Hitler oder eine politische Aussage mit der Unterschwelligkeit eines Presslufthammers... "Imagine" von A Perfect Circle (eigentlich eine Band, die ich sehr mag) war da die absolute Spitze, die hatten beides... Warum nicht "( )"??? Solche Videos leisten meiner Meinung nach einen wesentlich besseren Beitrag, ohne übermäßig zu polemisieren oder sich selbst im modischen George-Bush-Hass zu ergehen. Naja... vermutlich ist es gerade das, was Videos wie "Imagine" massentauglich macht...

Naja, mittlerweile ist diese Phase ja auch vorbei, und wenn nicht Iran oder Syrien die nächsten Opfer der Weltpolitik (oder ihrer eigenen?... darf man sich diese Frage überhaupt noch öffentlich stellen?) werden, kommt das Thema auch frühestens in vier Jahren zu den nächsten Präsidentschaftswahlen wieder... Ja, Zeit vergeht, womit ich wieder beim Titel dieses Beitrags wäre, den ich doch ein wenig aus den Augen verloren habe. Aber was soll's, ich versenke mich jetzt wieder in den "Zeitdieb" von Terry Prattchet, dann schließt sich der Kreis...

Gute Nacht,
sjÁlfur

14.12.2004 um 13:01 Uhr

Ein Drumstick, eine Jacke, drei Nägel und eine Gitarre...

von: sjAlfur

Musik: "This Apparatus Must Be Unearthed" - The Mars Volta

...vielmehr braucht es nicht zu einer Liedidee... zumindest wenn der Zufall hilft. Momentan auf der Suche nach neuen Einflüssen für's Songwriting, habe ich mir verschiedene CDs zu Gemüte geführt und versucht Liedstrukturen nachzuvollziehen. Dabei bin ich (mal wieder) bei Sigur Rós hängen geblieben. Allerdings... um die Gitarrenarrangements nachzuvollziehen, musste ich wissen, wie es sich mit einem Geigenbogen auf der E-Gitarre spielt. Das ist ein Problem, wenn man sich nicht extra einen Geigenbogen kaufen will. Allerdings hatte ich noch einen alten Drumstick rumliegen, habe dort drei Nägel reingehauen und mithilfe dessen ein Polyester-Elasthan-Band aus einer alte Jacke gespannt, fertig war der improvisierte Bogen.
Ich habe übrigens nicht wirklich gedacht, dass das nach etwas klingen würde, aber als ich es dann mit der richtigen Gitarrenmodulation getestet habe, klang es tatsächlich gut! Zudem kann man eine Gitarre mit 'nem Drumstick ja auf vielfältige Weise bearbeiten, eine erste Probe, wie die Spuren zusammen harmonieren ist hier zu hören (mp3-Datei, etwa 1 MB groß).

Es lebe die Heimwerker-Musik!!!

(allerdings... falls jemand vor hat, ebenfalls mit einem improvisierten Bogen zu arbeiten... verwendet einige Zeit darauf, dass das Ding gut in der Hand liegt, und schaut euch bei Streichern die richtige Haltung ab, sonst kann's Probleme mit der Sehne geben, selbst wenn man sich für einen gut trainierten Gitarristen hält...)

Falls jemand irgendwelche weiteren Ideen hat, wie man einer e-Gitarre Töne entlocken kann, die nicht auf "herkömmlichem" Wege entstehen (also normaler Anschlag, Ebow, usw...), kann er/sie mir das gerne schreiben, ich bin an solchen Sachen immer interessiert...

14.12.2004 um 02:11 Uhr

Die Anamnese des Weblogs

von: sjAlfur

Musik: "Hún Jörð" von Sigur Rós

Eins, zwei TEST... aha, auf Sendung.  Ja, der erste Eintrag ist immer der schwerste, vor allem weil ich nicht weiß, wohin sich mein Weblog entwickelt. Eigentlich habe ich das hier gestartet, weil ich nach einem Tag, an dem ich an meiner Musik geschrieben und gefeilt habe, überschüssige Gedanken abladen will, aber ich habe absolut keine Ahnung, was hier letztlich landet. Ich lasse mich überraschen.

Sollte zufällig jemand über diesen Eintrag stolpern und Interesse daran haben zu wissen, wie ich was für Musik mache, der findet unter folgendem Link Auskunft: .kinetic...|.bandpage...

Meine Band (ich sage mal "meine", da ich im Moment eigentlich arbeitsmäßig den Großteil der Band ausmache, und sie auch ansonsten noch aus nur zwei Mitgliedern besteht) hat vor ein paar Tagen die erste Demo-CD zusammengestellt, mit der wir einigermaßen zufrieden waren, und werden mal schauen, wie weit wir damit kommen.

Sollte sich jemand auf der Bandpage umsehen: Die für die Demo-CD angegebene Titelliste ist nciht mehr aktuell. Es sind vier Titel auf die CD gekommen:

1. From Under Fern
2. Craniometry
3. Nathanæl
4. Glen

Und das ist das Cover:


Soviel zum allgemeinen Teil, ich muss morgen früh zur Uni, beende den ersten Eintrag hier, vielleicht folgt demnächst mal etwas Sinnvolles...