sjÁlfurLOG

28.01.2005 um 00:05 Uhr

MetaMindMap

von: sjAlfur

Musik: "Amélie O.S.T." - Yann Thiersen

In diesem Beitrag suchte ich nach einem Liedtitel... ich glaube, ich habe jetzt einen gefunden. Das Lied wird "<a href="mapofworld.html" target="my_head"><img src="emptiness.jpg" border="below 0"></a>" heißen. Damit trifft es auch gut diverse Liedinhalte. Weiß nur noch nicht genau, wie ich das problemlos auf die Homepage bringe...

Gute Nacht,
sjÁlfur

26.01.2005 um 21:02 Uhr

Boah ey! Der Künstler ist so unglaublich... KÜNSTLERISCH!!!! (oder: "Idiotenredaktion")

von: sjAlfur

Musik: " " - _______

Ein weiteres interessantes Phänomen praktisch jeder Medienart, die meint ihren Senf abgeben zu müssen ist, Musik, die nicht zu 100 % in den Konventionen verläuft in eine eigene abgehobene Schublade zu stecken. Ob Björk, Sigur Rós, Radiohead, Tool, Mogwai, usw... Da kommen dann so Feststellungen wie "diese CD durchschaut man auch beim 100. Mal durchhören nicht..."
HALLO? Was bitte gibt es an einer CD zu durchschauen? Wierum man sie in den CD-Player legen muss? Es gibt CDs, deren musikalische Konzepte fügen sich erst bei mehreren Durchläufen zusammen, klar, aber was hat das mit Verstehen zu tun? Und dann die nächste Frage: Wie kann jemand etwas über eine CD schreiben, die er nach eigener Aussage nicht verstanden hat?
Oder hängen sich die Leute etwa an den Texten auf? Das wäre super, dann bräuchte man nicht viel tun, um eine CD zu machen, die man "einfach nicht versteht"...
Im Ernst, ich liebe die Musik meistens eben solcher Interpreten, die mit so einem Schrott "ausgezeichnet" werden, aber egal wie toll ich z.B. Björk finde, das ewige Verstricken in Superlativen der "verqueren isländischen Elfe" (eine beliebte Formulierung, die eigentlich so sinnleer ist, wie sonst nur die Politik), dieser Künstlerin, die "einen Schritt weiter geht und damit Unglaubliches wagt", das nervt einfach. Außerdem kommt man sich doof vor, wenn man z.B. die "Lateralus" von Tool während der Uni-Arbeit hört, und dann liest, wie exorbitant kompliziert dieses Album doch ist.

Mag sein, dass ich da etwas Elementares nicht gerallt hab, aber das einzige, das es an einer CD zu verstehen gibt, ist wie man sie abspielt (und ggf. kauft/brennt). Ansonsten sollten diese Leute bevor sie schreiben mal lieber öfter die Musik einfach "nur" hören, und nicht den Interpreten-Namen auf der Hülle sehen und gleich mit 'ner mentalen Dauererrektion die absurdesten Visionen in die Musik reindichten...

Problem ist: Wenn der Interpret dann sagt, er macht nur Musik, die er gerne hören würde, oder die für ihn unterhaltsam erscheint, dann gilt auch dieser Interpret gleich als so ander und umwerfend künstlerisch, dass seiner Aussage gleich jede Gültigkeit für das "gemeine dumme Zuhörervolk", dem die göttliche Musikpresse den großen Mythos der MUSIK näher bringen muss, verliert.

Amen.
sjÁlfur

26.01.2005 um 20:51 Uhr

"My boredom has outshined the sun..."

von: sjAlfur

Musik: "Plume" - The Smashing Pumpkins

Die neue Visions ist da! Und was lese ich da? Es gibt Hoffnung für dieses Jahr! Ein Fragment des neuen Mars Volta Album "Frances The Mute" ist bereits auf deren Website zu hören, und auch wenn mich "The Widow" noch nicht so ganz überzeugt, soll das Album als solches ja bestens sein. Auch erste Eindrücke vom diesjährigen System of a Down Doppelschlag scheinen bislang ganz gut anzukommen. Zudem gibt es drei Kurznachrichten zu den Ex-Pumpkins-Mitgliedern.

ABER: Im System Of A Down-Bericht (Ausgabe Nr. 143, S. 8) äußert sich der Visions-Redakteur Patrick Großmann darüber, dass der "US-Postille 'Alternative Press' im Rahmen ihrer Januar-Ausgabe ("Die am dringendsten erwarteten CDs im Jahr 2005")  [die kommenden System Of A Down-Veröffentlichungen] noch nicht einmal mehr eine Fußnote Wert" seien... gleichzeitig suche ich aber sowohl in der Print- als auch in der Online-Ausgabe vergebens nach einer kurzen Nachricht über den Veröffentlichungstermin des Solo-Albums von Billy Corgan. Bin ich zu blind dafür, oder schreiben die das tatsächlich nicht?

Und wenn sie es nicht schreiben, warum? Ist er mit 35 zu alt für die Zeitschrift, muss er erst auf der Bühne erschossen werden, damit darüber wieder geschrieben wird? Ist er seit seiner letzten (zugegebenermaßen etwas verunfallten [nicht schlechten, aber meiner Meinung nach für sein sonstiges Niveau nicht wirklich konkurrenzfähigen]) Band nicht mehr cool genug? Muss man jetzt entweder missverstandene Rock'n'Roll-Synthese aus Skandinavien sein, oder Tag und Nacht ein "I hate Mr. Bush"-T-Shirt tragen?

Was zur Hölle passiert mit Zeitschriften, die eigentlich für sich in Anspruch nehmen, gerade nciht nur die Trends und Hypes zu bedienen? Gutes Beispiel ist auch das aktuelle Cover: Eigentlich ein schönes Cover, und es ist ja auch in Ordnung, dass es wieder Conor Oberst ist, und wieder eine Bright Eyes Titelstory. Aber warum muss die halbe Redaktion auch in den sonstigen Ausgaben, die zwischen den Lebenszeichen der Band ins Land ziehen, bei jeder beschissenen unpassenden Gelegenheit auf das Genie und diese "geniale, kreative Introvertiertheit" hingewiesen werden? Fällt das jetzt unter das Konzept des "Edlen Wilden"?

Übrigens: Es gibt eine Nachricht zu Billy Corgan: Courtney Love entstaubt ihre geschmacksverirrte Massenvernichtungswaffe Hole, und will dafür aber nur noch die Texte schreiben (was vermutlich besser so ist... aber ist ja Geschmackssache..). Als musikalische Unterstützung hat sie sich auch Billy Corgan mit an Bord geholt. Das als Kurznachricht zu schreiben, ist ja richtig, und es ist auch klar, dass man darauf hinweist, dass Billy Corgan für die Hole-CD "Celebrity Skin" schon als Produzent (und so...) mit dabei war. Ebenso ist es journalistisch natürlich unabdingbar mitzuteilen, dass sich die beiden damals schwer zerstritten hatten, noch vor Fertigstellung des Albums (nachdem, was man von Corgan und Love unabhängig voneinander so alles hört [wobei man auch hier mal gezielte Textkritik an den Medien vollziehen sollte], war das auch kein Wunder...). Ob der Satz "Als legendär gilt Corgans Äußerung, Love sei eine 'Drama Queen'" dann noch notwendig war, sei mal dahingestellt, aber wenn solche Geschichten wieder ausgegraben werden, warum kriegt es dann keiner dort auf die Reihe, sich mal dem aktuell bevorstehenden Veröffentlichungstermin von Corgans Solo-CD zu widmen? Wenigstens kurz...

Naja, im Verlauf meine Visions-Abos, das nun auch schon einige Jahre besteht, habe ich mich schon über einige achen aufgeregt, die wirklich heftig waren, diese Kleinigkeit ist eigentlich nur ein Detail, was mich persönlich interessieren würde, aber egal...

Viel schlimmer finde ich, dass immer mehr Berichte das Ego-Gewichse einiger Autoren enthalten. Ich persönlich übergehe mittlerweile eigentlich immer die Plattenkritiken, weil sie mir rein gar nichts bringen, und die größten Aufreger unter Garantie im nächsten Heft bei den Leserbriefen zu finden sind (die meistens über ein "du hast geschrieben, die sind scheiße, aber stimmt ja gar nicht, die sind gut" hinauskommen, und damit die vorlagegebenden Plattenkritiken noch im Niveau unterbieten). Aber nun meinen scheinbar einige Redakteure, ihre ureigenste Meinung auch in den "normalen" Berichten unterbringen zu müssen. Da werden Bands runtergemacht, weil sie zu "arty" wären, im selben Atemzug zwei Seiten wieter wird dann eine Band für das selbe Phänomen gelobt ("die sind halt noch 'real' und Old School)... Metallica sind zum Beispiel so ein Phänomen. Ich persönlich mag die nicht, ein paar von den ganz alten Sachen sind OK, und die (re)LOAD-Zeit war auch nicht immer schlecht ("wahre" Fans mögen mich dafür hassen...). Aber wenn die Visions schreibt, dass es gut ist, dass sie das machen, was sie früher gemacht haben, dann kann ich damit leben, denn viele Bands müssen sich nicht immer neu erfinden, wenn die auf ihrer Schiene die Musikwünsche ihrer Fans abdecken, dann ist das ja in Ordnung. Komischerweise sieht die Visions das aber bei Metallica so, bei anderen Bands wiederum völlig anders. Wenn die sich nicht mit jedem Album neu definieren, dann hagelt es das Musik-Redakteur Klischee-Vokabular von "Stagnation", "fehlender Inspiration" oder "nicht reifer geworden sein". Und das nicht in den Plattenkritiken, sondern in Berichten zu Bandneuigkeiten. Da sollte man schreiben, dass sich der Stil nicht weiterentwickelt hat, aber nicht gleich eine ganze Band abschreiben. Aber OK... man merkt sich die Redakteure und liest deren artikel eben nicht mehr...

19.01.2005 um 11:19 Uhr

Ebow the Blog...

von: sjAlfur

Musik: "Weeping Rock, Rock" - múm

Sehr schön: Freier Mittwoch. "Army of Me" liegt seit vorgestern auf der Haben-Liste (siehe letzter Eintrag), und auch gestern hing ich mal wieder fast den ganzen Tag über meinen Aufnahmen. Heute aber ist alles anders... denn heute ist der erste Tag, an dem theoretisch schon ein kleines Paket per Post kommen könnte, indem sich einerseits eines meiner diversen Stimmgeräte befindet (hatte ich beim letzten Besuch meiner Familie vergessen), und außerdem noch endlich der langersehnte Ebow!!!

Gestern habe ich mich tatsächlich dabei ertappt, wie ich mir doch begeistert das neue Video von Mando Diao angesehen habe... eigentlich hatte ich mir geschworen, die Band kategorisch nicht zu mögen, nicht weil sie während ihres ersten Albums (was ich wenig gut fand) gehypt wurden bis zum abwinken (da können die ja nur bedingt was dafür), sondern weil die in ihren ersten Interviews ungefähr die Arroganz einer kompletten Musikszene vereinten... naja, vielleicht legt sich das ja...

Zudem denke ich ernsthaft darüber nach, ob ich nicht mal aus Spaß ein Beatles-Lied cover und ein wenig elektroniklastiger umsetze... Jemand eine Idee, welches? Ich schwanke da gerade irgendwo zwischen "I am the Walrus" auf der einen Seite oder eher einem Lied, dem man noch eine geballte Ladung Disharmonie hinzufügen müsste, "Strawberry Fields Forever" oder wenn ich es richtig übertreiben will auch "Here Comes the Sun"... naja, wenn jemand eine gute Idee hat, meldet euch... was klänge gut in (halb-)elektronischem Gewand? ("I am the Walrus" ist eigentlich zu genial im Original um es anders umzusetzen... wäre mal eine Herausforderung... mal sehen...)

Achja: Darin werde ich natürlich auch in unendlichem Maße meinen Ebow einsetzen! (Hoffentlich kommt er heute...)

Gruß,
sjÁlfur


PS: Kennt jemand die Cover-Version von "Don't Let Me Down", die Zwan bei ihrem ersten Auftritt gespielt haben? (gibt's hier zum legalen und kostenfreien Download)

15.01.2005 um 00:17 Uhr

"Let roar this feelings to the hole in my head, pure as the light."

von: sjAlfur

Musik: "Set the Ray to Jerry" - The Smashing Pumpkins

Noch eine Spendenaktion für Flutopfer? Noch ein Blog-Beitrag darüber? Mal abgesehen davon, dass es den Flutopfern egal sein dürfte, ob die Presse das Thema totredet, oder diejenigen es totreden, die gegen das Totreden anreden, sind Wohltätigkeitsaktionen bestimmt hilfreich und in einigen Fällen sogar sinnvoll, aber nein, ich werde jetzt keine Gedanken pro oder kontra Tsunami, reißerischer Presse oder blindem Aktionismus schreiben, es geht mir um etwas anderes, das aber eine Spendenaktion dafür ist:

Björk, isländische Musikerin (bei vielen entweder als umwerfend extravagante und sehr künstlerische Künstlerin oder als verschrobene Psycho-Elfe auf immerwährendem Egotrip verschrien [den lustigen Amerikanern, die im sogenannten (deutschen) Musikfernsehen über Modeverbrechen urteilen (und sich selbst nie im Spiegel ansehen...) besser bekannt als "die mit dem unmöglichen Schwanenkostüm"]), hat jetzt auch eine Aktion gestartet. Das macht Sinn, sie will ja laut ihren Aussagen mit ihrer Musik vor allem Hoffnung schaffen. Erster Titel und Singleauskopplung ihres 1995er Albums "Post" namens "Army Of Me" soll eine ganze neue CD füllen, deren Verkaufserlös gespendet werden soll.

Das ganze beruht nicht darauf, dass das Lied auf eine gute Stunde gestreckt werden soll, weil sie es so toll findet, sondern darauf, dass sie seit der Veröffentlichung von "Army Of Me" immer wieder Remixe und Coverversionen von Fans zugesandt bekommen hat, die musikalisch von Death Metal bis Elektronikgefrickel reichten. Also hat sie jetzt dazu aufgerufen, ihr bis zum 17.01. noch weitere Versionen als mp3s zu schicken, dann gibt's ein großes Auswahlverfahren, und am Ende ist hoffentlich meine Version dabei... naja, oder auch nicht.

Ich habe mir jedenfalls gedacht, ich sitze sowieso gerade an meiner Musik, baue ich doch schnell mal eine eigene "Army Of Me"-Version. Da mein Geheimrezept beim Liederschreiben aber das ist, möglichst andere Lieder zu imitieren, was ich nicht kann, wodurch dann etwas völlig anderes rauskommt, was in der Regel auch gut ist, ich will ja nicht imitieren, ist meine (noch nicht ganz vollendete) Cover-Version auch mehr ein eigenes Lied mit ihrem Text. Es stimmt noch nichtmal die Gesangsmelodie wirklich. Woran liegt das?

Björk schreibt (soweit ich das einsehen kann) ihre Stücke hauptsächlich auf der Basis der Elektronik. Ich schreibe selbst meine komplett elektronischen Stücke auf Gitarre und Bass, sogar die Drumspuren. Ich musste feststellen, dass das Lied wohlwollend gesehen gerade mal vier Akkorde hat, die sich in der Folge auch nciht wirklich ändern. Das ist nicht weiter schlimm, denn bei Björks Musik spielen Akkorde und so nicht wirklich eine Rolle, aber mir fällt das beim schreiben auf. Also habe ich ordentlich umgebaut. Soweit ich das Endergebnis jetzt schon einsehen kann, bin ich eigentlich ganz zufrieden damit. Vor allem aber hat das ganze einen Vorteil: Selbst wenn mein Lied der Renner überhaupt wäre, besteht bei der Einsenderzahl wohl kaum Chance, dass das Lied Verwendung findet. In dem Fall schreibe ich einfach einen neuen Text drüber, und schon habe ich ein komplettes Lied, das an "Army Of Me" nicht mehr so wirklich erinnern dürfte.

Mal sehen, wohin mich der Weg dieses Liedes führt...

Gute Nacht,
sjÁlfur


PS: Die Überschrift hat jetzt nicht wirklich was mit dem Beitrag zu tun. Ich habe mich dazu entschlossen, dass in dem Falle, dass mir keine passende Überschrift einfällt, einfach ein Zitat aus dem Text des angegebenen Liedes dahin kommt.

13.01.2005 um 11:56 Uhr

"Die Agonie des Musikers?"

von: sjAlfur

Musik: "tonight, tonight" - The Smashing Pumpkins

Kann es ein Lied geben, dass nach Jahren immer noch dafür sorgt, dass man bei den ersten Takten schon nichts mehr anderes machen kann außer zuhören? Ein Lied, dass nicht nur in jeder Hinsicht perfekt ist (davon gibt es ja ein paar...), sondern das irgendwie darüber hinaus geht?

Ich höre seit einiger Zeit jedenfalls mal wieder "Mellon Collie & The Infinite Sadness" von den Smashing Pumpkins und bin mir sicher, für mich so das Lied gefunden zu haben:

tonight, tonight

time is never time at all
you can never ever leave
without leaving a piece of youth

and our lives are forever changed
we will never be the same
the more you change the less you feel

believe
believe in me
believe, believe

that life can change
that you're not stuck in vain
we're not the same
we're different tonight
tonight, tonight
so bright
tonight, tonight

and you know you're never shure
but you're shure you could be right
if you held yourself up to the light

and the embers never fade
in your city by the lake
the place where you were born

believe
believe in me
believe, believe

in the resolute urgency of now
and if you believe there's not a chance tonight
tonight, tonight
so bright
tonight, tonight

we cruzify the insincere tonight
we make things right we feel it all tonight
we find a way to offer up the night, tonight
the indescredibable moments of your life, tonight
the impossible is possible tonight
believe in me as i believe in you

tonight, tonight, tonight, tonight
...tonight

Dabei fällt mir ein, dass es nur noch wenige Wochen dauern dürfte bis Billy Corgans erstes Solo-Album rauskommt. Der wahrscheinlich wichtigste Termin für mich seit dem Besuch des Sigur Rós-Konzert im Münchner Herkulessaal... Ich muss gleich mal auf die Visions-Website schauen, wann genau...

(Zur Erklärung: Billy Corgan war Kopf der Smashing Pumpkins und die einzige Person die ich kenne, die ich wider meiner Überzeugung als Idol (0der etwas in der Art) bezeichnen würde... naja...)

Ich will auch ein Lied schreiben, was Menschen bewegen kann... nein, eigentlich ist das falsch, denn wenn ich ehrlich bin, ist die Musik nur für mein Ego. Ich will Lieder schreiben, die ich gerne hören will. Und ein Lied, was Menschen bewegt würde ich daran festmachen, ob es mich bewegt, und das kann keines meiner eigenen sein, sei es aus Selbstkritik oder Unvermögen... die Agonie des Musikers?

Naja, ich schnapp mir mal meine Gitarre und verzweifel erneut darüber...

sjÁlfur

12.01.2005 um 01:13 Uhr

Motion Picture Soundtrack

von: sjAlfur

Musik: "Vökuró" - Björk

Ich habe festgestellt: Ich will mal Filmmusik machen! Nicht sowas mit großem Orchester und so, darin wäre ich glaube ich nicht sehr gut (vor allem weil ich dann vielen Leuten erklären müsste, wie sie was spielen sollen, und mir das bei meiner dreiköpfigen Band schon schwer fällt [bin leider eher der, der die Sachen selber aufnimmt und zusammenstellt, weil's einfacher ist...]), mir schwebt da eher etwas experimentelles vor, viel Elektronik, Soundteppiche, viel rumprobieren... vielleicht so in etwa, wie ich es bei Steinn schon gemacht habe... [Achtung: Der Link führt direkt zu einer mp3-Datei!]

Niels (einer meiner beiden Bandkollegen) sagte mir letztens, meine Art Musik zu schreiben, klänge sowieso "soundtrack-ähnlich". Ich weiß jetzt nicht, ob ich das als Kompliment auffassen soll oder eher nicht, aber im Prinzip kommt mir das jetzt gerade gelegen.

Andererseits müsste man sich bei einem Soundtrack auf den Film und seine Szenen einstellen... ich weiß wiederum nicht, ob das meine Stärke ist... ich müsste das wohl eher andersrum machen... also vielleicht doch eher 25minütige Lieder und dann ein Video dazu machen?

Aber mal abgesehen davon, dass wir gerade mal unsere erste Demo-CD fertiggestellt haben, ist der Weg zu diesen Möglichkeiten (sollte es denn überhaupt mal funktionieren...) sehr weit... also noch viel Zeit zum Überlegen/Rumbasteln.

Gute Nacht,
sjÁlfur

11.01.2005 um 01:52 Uhr

"Floating Words in thin air, they won't ever give me up"

von: sjAlfur

Musik: "09-15-00" - Godspeed You! Black Emperor

Ich suche einen Liedtitel. Ich habe heute ein neues Lied geschrieben bzw. zum Teil eingespielt und suche jetzt nach einem Titel dafür. Es ist nicht so, als hätte ich nicht noch genug Texte rumliegen, aber da ich hier so ein Blog habe, dachte ich, vielleicht will jemand Vorschläge machen (sollten wir irgendwann mal den Sprung in große Höhen schaffen, wird der entsprechende Nickname natürlich erwähnt...). Wer also Lust hat einfach mal zum Spaß einen Liedtitel vorzuschlagen, soll das als Kommentar machen, ich freue mich über jeden Vorschlag, ob Ernst gemeint oder nicht.

ANMERKUNG: Ich selber lege Wert auf eine gewisse Originalität, tendiere also eher dazu groteske Titel zu nehmen als zu glatt klingende schon tausendmal gehörte (auch wenn ich nicht bestreiten will, dass sich solche Titel immer wieder einfinden). Für den Titel ist Sprache, Zeichensatz usw. völlig egal, meinetwegen muss es noch nicht mal ne wirkliche Sprache oder ein entfernt lesbares Wort sein. Solange es irgendwie als Text (!) in das Kommentarfeld passt, ist's gut.

Besonders interessant wird's natürlich, wenn noch eine kurze Beschreibung dabei steht, was der Titel bedeutet (wenn man sich etwas aus den Fingern saugen kann). Auch dabei gilt: umso abstrus, desto besser...

Naja, sollte sich jetzt tatsächlich jemand melden: ich bin gespannt.

Gute Nacht,
sjÁlfur

09.01.2005 um 16:21 Uhr

Bild = Musik?

von: sjAlfur

Noch eine Scheingleichung... inwiefern sind Bilder mit der Musik verknüpft? OK, das ist eine ziemlich allumfassende Frage, die eigentlich einen eigenen Studiengang wert wäre (in Wirklichkeit befassen sich wohl schon unzählige Studiengänge unter anderem mit dieser Frage...), also weiter eingegrenzt und auf etwas für mich persönlich aktuelles bezogen: Wie mache ich das perfekte Bandfoto?

Die Frage stellte sich uns zwischen Weihnachten und Silvester, als wir in unserem Heimatkaff in der Lüneburger Heide zusammenkamen (aus München und Berlin), um kurz vor dem alljährlichen Koma-Saufen (das dieses Jahr irgendwie harmlos war...) noch Bandfotos zu machen. Warum Fotos? Weil die A&Rs mit dem Einschicken einer Demo-CD fast alle auch ein Foto haben wollen. Aber das Foto darf nicht etwas frei künstlerisch sein, nein, es sollte die Bandmitglieder zeigen, und zwar so, dass man sich ein ungefähres Bild machen kann.

Ich persönlich mag es nicht, wenn Musik stark personifiziert wird, wollte daher auch eigentlich nie so etwas wie Bandfotos machen, die tatsächlich die Bandmitglieder zeigen. Ein Foto eines bestimmten Themas der Band entspräche schon eher meinem Sinnen... aber hilft ja nichts, müssen wir Foto machen.

Erste Überlegung: Was für ein Motiv. Es darf einerseits nicht der totale Standard sein (Band vor grauer Mauer, alle kucken böse), andererseits muss es aber auch immer noch die Musik treffen. Nächstes Problem: Wenn wir selbst unsere Musik nicht charakterisieren können, wie sollen wir wissen, was für ein Foto zu uns passt?

Einziger Fixpunkt: Es muss draußen sein. Erstens, weil ich der Meinung bin, dass unsere Musik (zum Teil) etwas "organisches" hat (trotz oder gerade wegen der ganzen Elektronik...), zweitens, weil das Licht in Räumen für eine durchschnittliche Digitalkamera einfach zu Scheiße ist. Aber was dann? Ein Bild mit einer ruinösen Industrielandschaft? Abgegriffen, passt auch nicht. Ein Bild irgendwo in der "Stadt"? Eine 18.000 Einwohner-Heide-Micropole macht nicht viel her.

ALSO RAUS IN DIE NATUR!
Auch abgegriffen, aber was soll's... passt wenigstens zur Musik... glauben wir...

Naja, letztlich sind die Fotos sogar ganz nett geworden, das Ergebnis ist hier zu sehen.

Gruß,
sjÁlfur

09.01.2005 um 16:06 Uhr

Text = Musik?

von: sjAlfur

Musik: "Misread" - Kings of Convenience

Ich sitze mal wieder an dem Info-Text zu unserer Demo-CD und bin gerade dabei, mir ein paar Zeilen zu meinen Texten einfallen zu lassen. Dabei stoße ich eigentlich immer wieder auf eine Punkt: Wie verhält sich der Text zum Lied?

Meine Meinung ist, dass der Text vorangig die Notation des Gesangs ist, in zweiter Instanz dann erst ein poetischer Aspekt. Es gibt großartige Lieder, deren Text aus nicht mehr als einem Satz besteht oder nur unzusammenhängende Phrasen oder Wörter enthält. Trotzdem wirken diese Lieder, und trotzdem dreht man sich den Text so, dass er passt. Sigur Rós z.B. verzichten hin und wieder (bzw. auf der "( )" ganz) auf Texte, der Gesang ist nur ein weiteres Instrument.

Ich persönlich sitze teilweise lange an einzelnen Texten und Formulierungen, ohne dass ich genau sagen könnte, was ich damit ausdrücken will. Ich würde auch niemals meine eigenen Texte interpretieren. Erstens, weil ich es nicht kann, zweitens, weil ich die Absicht, die ich mit dem Text in Verbindung mit der Musik schaffe nicht besser erklären kann, und drittens, weil eine Interpretation des Autors immer wie die "Textwahrheit" klingt, die es aber nicht gibt. Es gibt natürlich rein wissenschaftlich verschiedene Strömungen wie "der Autor ist tot!" oder so, aber meine Texte richten sich nicht an die Wissenschaft (auch wenn sie natürlich davon beeinflusst sind...).

Außerdem gibt es genug Lieder, die für einen persönlich eine ganz andere Bedeutung haben als für den Interpreten und seinen Text. Wenn ich ein Lied mit einer bestimmten Bedeutung verbinde, und der Interpret dann erklärt (in einem Interview, Homepage, etc.), es geht "in Wirklichkeit" um etwas ganz anderes, dann zerstört das die Stimmung des Liedes... für mich jedenfalls. Andererseits wirft es auch neue Facetten auf. Bevor ich Isländisch gelernt habe, klangen die Sigur Rós Lieder anders, als nachdem ich die Texte (einigermaßen...) verstanden habe... trotzdem war die ursprüngliche Bedeutung nicht verloren.

Ich verliere mich aber gerade, und zwar in Pseudo-Philosophie, das wollte ich eigentlich vermeiden, darum beende ich das hier mal. Dann ist's doch mal ein kürzerer Beitrag geworden.

Schönen Sonntag,
sjÁlfur

08.01.2005 um 03:04 Uhr

"Open Letter to NYC"

von: sjAlfur

Musik: "Last Stop: This Town" - Eels

Warum machen Musiker Lieder über ihre Heimatstadt/land/fluss? New York City ist sicherlich eines der beliebtesten Motive (ob Beastie Boys oder REM), aber es gibt ja auch andere, in jeder geografischen Klangfarbe und jeder musikalischen Koordinate. Ob Grönemeyers Bochum oder Slipknots Iowa. Da frage ich mich doch als durchschnittlicher deutscher Wahlentwurzelter, was bewegt diese Leute dazu? Finden sie einfach ihre "Heimat" (bzw. das, was sie dafür halten) so abgrundtief geil, dass es ein Lied Wert ist? Ist es eine verkappte Variante über sich selbst zu schreiben, dabei aber sich selbst den nötigen Abstand für eine (scheinbar) außenstehende Sicht zu gewährleisten? Komische Sache...

Was würde ich in einen Text über meine Heimat schreiben? Ichgehe dabei jetzt wirklich vom geografischen Aspekt aus, denn philosophische Antworten wie "home is where the heart is", "i've found my home in you" usw. interessieren mich hier mal grad gar nicht. Dazu müsste ich erstmal einen geografischen Ansatzpunkt finden. Aus meiner Geburtsstadt habe ich gerade mal die Vorliebe für den dortigen Zweitligafußballverein (der noch immer im UEFA-Cup ist!!!) und die Erinnerung an ein gutes Restaurant vom einzigen Besuch der Stadt nach meinem (elternbedingten) Wegziehen im Alter von eineinhalb Lebensjahren (ist bei 1,5 eigentlich der Plural richtig? grammatikalisch schon, aber auch mathematisch?...naja...). Das folgende Jahr meines Lebens in einem Kaff nahe der nord-nordrheinwestfälischen Grenze zu den Niederlanden ist eigentlich noch weniger präsent, ich erinnere mich nur an einen blöden Dackel und... sonst nichts... im Prinzip könnte ich so noch über vier Stationen weitermachen, ich wurde natürlich älter und habe daher auch mehr Erinnerungen, aber das prägt noch kein Heimatsbild...zumindest keines, dass ich mir vorstelle.

Im Grunde ist es so, das ich die letzten zehn Jahre vor meinem Studium in der Lüneburger Heide gelebt habe, dort aber aufgrund der vorigen viereinhalb Jahre in Südhessen irgendwie nicht wirklich ein Einheimischer war, dort irgendwie immer in gewissen (wenn auch nicht wirklich ernstgemeinten) Klischees den hessischen Einschlag darstellte, während ich nirgendwo so sehr die Heterogenität in Person in einer eintopfgleichen Dorfgemeinschaft war wie in dem hessischen Kaff, jetzt, im bayrischen Studienexil in der (irgendwie ländlichen) Landeshauptstadt, bin ich hier "so einer aus dem Norden", und im "Norden" stelle ich immer wieder fest, wie schnell man als "Bayer" bezeichnet wird.

Interessanterweise rückt mir das als Heimat nahe, was weiter weg ist. Hier in München den "Typen aus dem Norden" raushängen zu lassen (teilweise gewollt provokant) ist genauso wichtig, wie im Norden klarzustellen, dass die "von sich selbst eingenommenen Bayern, die alles nördlich der Donau als "Preußen" bezeichnen", nicht engstirniger sind als die "möchtegern-toleranten Nordlichter, für die alles südlich von Hannover schon Bayern ist. Das ist jetzt ein bisschen krass gesagt, aber im Grunde ist es so.

Gut, worüber würde ich jetzt also einen Text schreiben? Eigentlich egal, denn wenn ich in der entsprechenden Stadt bin, wird es garantiert kein positiver Text. Ob nun unser kleines 18.000 Einwohner-Nest in der Heide, das der zweitgrößte pro-Kopf-Drogenumschlagplatz Deutschlands nach Berlin ist (und bei dem ich mir sicher bin, dass nur der letzte Funken Moral verhindert, dass eben ein solcher Slogan nicht auf die Stadtfahne gestickt wird...), oder die bayrisch-verkorkste Megalomanen-"Metropole", deren Weltoffenheit auf dem Niveau von Bottrop und Castrop-Rauxel schwankt.

Aber gut, zum Abschluss eine versöhnliche Erkenntnis, vor derem verklärten Kitsch ich mich jetzt schon ekel: Ich würde einen Text über meine Heimat so gestalten, dass dieser Ort die Musik ist. Mal abgesehen davon, dass so eine Erkenntnis ganz schön aua-weh! tut, fehlt da die geografische Klärung. Aber ja, für mich hat diese Art von "Heimat" einen geografischen Fixpunkt: NORDWESTEN!

Und mir fällt gerade auf, dass ich bereits einen Text darüber geschrieben habe... .kinetic...|.glen...

Gute Nacht,
sjÁlfur