sjÁlfurLOG

29.10.2005 um 17:59 Uhr

Hjartað Stoppar

von: sjAlfur

Ich brauch 'ne Pause! Definitiv... habe heute wieder den ganzen tag an Aufnahmen gesessen und jetzt eine grobe Schablone von "ég sjÁlfur" im Kasten, das sollte es aber auch für heute gewesen sein, so langsam dreh ich sonst nämlich durch...

Allerdings... da ist noch so ein Lied namens "hafer", das eigentlich nur verlockend klangcollagig werden soll... mal sehen, ob ich daran nachher noch überschüssige Energie verwende...

sjÁlfur

28.10.2005 um 16:32 Uhr

ég sjÁlfur

von: sjAlfur

Ganz nebenbei erwähnt sitze ich gerade an "ég sjÁlfur", das Lied wird wohl aber mehr Zeit in Anspruch nehmen, da es bis zu einer Viertelstunde lang werden kann... nach erster Schätzung... dementsprechend viele Teile hat es daher auch...

sjÁlfur

28.10.2005 um 15:52 Uhr

Starsocks Inc.

von: sjAlfur

Sollte ich irgendwann mal durch einen Zufall oder die lenkende Hand der allumfassenden Mutter Natur mit meiner Musik über mein Blog hinaus bekannt werden, werde ich mir wohl ein funktionierendes Image basteln müssen, habe ich festgestellt. Denn das extravaganteste an mir dürften meine Socken sein (und die sind von H&M...):



Beschließen wir soweit die Sinnlosigkeit dieses Beitrags. Ich will noch auf einen Link in meiner Favoritenleiste hinweisen: "Noxious" ist eine Band aus der kleinen Provinzstadt, in der ich zehn Jahre lang gewohnt habe. Es ist nicht wirklich mein Musikgeschmack, aber schlecht sind die nicht, wer sich also dafür interessiert klickt da mal hin. Der Grund weshalb ich die hier verlinke ist, dass Nico, der Drummer von "Noxious" der Typ ist, der bei der Nathanæl-Aufnahme (siehe Hörproben) die Trommeln (und vor allem die Double-Bass) bedient hat. Ich wollte mal drauf hingewiesen haben...

sjÁlfur

27.10.2005 um 02:55 Uhr

bow me an ocean

von: sjAlfur

Aus gegebenem Anlass der Hinweis: HeadSpeakerBox ist wieder aktiv. Ansonsten bin ich heute erfolgreicher mit "águri" gewesen als die letzten beiden Tage, an denen ich nicht so ganz glücklich mit der Richtung war, in die das Lied abdriftete. Aber nach kleiner Kurskorrektur und dem festen Vorsatz die eine Bogen-Stimme nochmal einzuspielen. Apropos Bogen und Einspielen...:



Um mal meine Arbeit optisch etwas näher zu bringen (und ja, ich verstecke mich gerne hinter Bildbearbeitungseffekten... was ich hier im Blog schreibe ist eigentlich schon eine gehörige Portion Exhibitionismus zuviel für mich...). Die ganzen schlauen Bücher sind im Übrigen zu 99 % nicht meine, zum Lesen habe ich gar keine Zeit (und bin in der Regel zu faul dazu...).

Zu guter Letzt war ich auch textlich tätig, zu "águri" gibt es jetzt 'nen Text, den ich einfach mal anhänge, im Ürbigen habe ich beschlossen, noch drei bis vier Lieder mehr in meine "Solo"-Lineup zu nehmen, da die Lieder zum Teil sehr kurz sind, käme ich bislang wohl nur auf 35 bis 40 Minuten, und das ist mir zu wenig...


ÁGURI

you've seen the fall - one way in your ways
you've smelled the salt - the rollin' waves
you've heared the birds - looming through clouds
you've collected signs - constructed truths

you speak of truth
and the grammar of life's floating by
you quote god's words
but you can't hear his voice

you've glazed your eye - and put it in a box
you've left the birds to fly - a withered blind spy



Gute Nacht,

sjÁlfur

24.10.2005 um 23:23 Uhr

paw

von: sjAlfur



Und eine weitere Hörprobe, diesmal in voller Länge. Ein Vorteil bei meinen "Solo-Liedern" ist, dass sie in der Regel um die 3 Minuten lang sind und nicht das doppelte wie die Kinetic-Sachen oder das drei bis vierfache wie die *Soundtrack*-Lieder, weshalb sie auch mal am Stück hochladbar sind.

Die neue Hörprobe hört auf den Namen "Paw". Es ist eine bereits funktionierende Version, alle tragenden Stimmen sind vorhanden, natürlich fehlt aber noch eine Menge Detailarbeit, hier ein Sample, dort ein Gitarren-Fill, etc... und natürlich der Gesang, der muss hinter den Kinetic-Liedern erstmal zurückstehen. Aber trotzdem sollte das Lied einen Einblick geben, wie das Soundgewand der Lieder aussehen wird. An den Beats wird es noch eine kleine Korrektur geben, die das ganze etwas mehr ins Lied einbettet...

Die Hörprobe ist wieder über den "Hörproben2"-Link oben rechts zu erreichen.

sjÁlfur

24.10.2005 um 16:13 Uhr

águri

von: sjAlfur



Nachdem ich in den letzten beiden Tagen die Grundstrukturen von "snow" und "paw" eingespielt habe, steht heute das schleppende (weshalb es mir von der Elektronik her schwerer fällt...) "águri" auf dem Plan, außerdem Gesangsaufnahmen zu den Kinetic-Stücken. Ich versuche heute so ein bisschen den arbeitsdrang zu halten, den ich die letzten Tage hatte, an denen ich neben den Aufnahmen auch noch die letzten Kapitel des "Ermentrud"-Adventures fertig geschrieben, das fertigzustellen hängt jetzt nicht mehr an mir (das Adventure im Monkey Island Stil soll im Übrigen für Amiga und Mac (?) erscheinen, Windows-Umsetzung ist wohl möglich aber noch nicht näher geplant... genaueres gibt's auf der INUTILIS-Homepage... ja, die selben Deppen, die auch die total bescheuerten Filme gemacht haben, wir können eben auch anders...).
Irgendwie packt mich gerade etwas die Lethargie, vielleicht sollte ich vorher 'ne Runde im Park Laufen gehen? Mal sehen... eigentlich war ich zufriedenstellend aktiv in den letzten Tagen, andererseits sind es nur noch gut zwei Wochen, bis ich an der SAE anfange, da muss ich die Zeit noch nutzen...

sjÁlfur

23.10.2005 um 00:41 Uhr

Headmapping

von: sjAlfur

Ich habe es geschafft und einige neue Hörproben hochgeladen. "amphotere" ist wieder dabei, diesmal mit Drums. Ansonsten sind es andere Stücke, drei Auszüge von den Soundtrack-Liedern, an denen ich momentan arbeite, dann einen Teil des ersten Parts der Rohversion von "snow", und vier Liedauszüge des .kinetic...-Materials, das auch auf der CD landen wird, neben "amphotere" sind das noch "epic cardiodrama" mit effektierten Drums, "stormur minn" das letzte für die CD geschriebene Stück, das aber auf Teilen basiert, die über fünf Jahre alt sind, und "SPHERE: whispering scopes", der Introtrack der gesamten CD, mit Stimm-Backward-Loops, Wasserkulisse, Cellobogen auf der E-Gitarre, Reverse-Reverb,... also ein kleiner Schnitt durch Teile des eingesetzten Effektprogramms...

Zu erreichen sind die Hörproben über den Link "Hörproben 2" in der Seitenleiste, auf Kommentare bin ich wie immer gespannt.

sjÁlfur



PS: Das Problem der meisten meiner Lieder ist - wie bereits angesprochen- dass diese oftmals einen weit gespannten Liedaufbau haben und vor allem die "Soundtrack"-Tracks in Hörproben von 1-2 Minuten so nicht wirklich zur Geltung kommen.

22.10.2005 um 22:09 Uhr

"PREY"

von: sjAlfur

"PREY" - sjÁlfur

1. Cat of Prey
2. Snow
3. Paw
4. Espe
5. Águri
6. Lene
7. Hafer
8. Ég sjÁlfur
9. Ether
10. A Tree Antenna
11. I of Prey

22.10.2005 um 01:54 Uhr

treefingers

von: sjAlfur

múm sind Isländer. Sie verstehen nicht, warum Island momentan so in Mode ist, sie finden Berlin (zwei der Bandmitglieder wohnen oder wohnten einige Jahre dort) schon wesentlich spannender. Als in Deutschland Aufgewachsener stellt sich das sicher anders dar, für mich ist Berlin nichts besonderes, Island hingegen schon, völlig unabhängig jeder Klischees.

A Random Summer ist eine Website über múm. Die Website ist eine schöne Aktion, schlagt das Buch auf, pflanzt einen Baum und stellt Kontakt zu anderen Menschen her, damit die Bäume wachsen und Farbe bekommen.

Ich habe heute abend an einem neuen Lied gebastelt, zumindest an der groben Grundlage. Meine diversen Versuche zur Neuorientierung in Sachen Sound, Songwriting und Atmosphäre funktionieren gerade erstaunlich gut. Auch wenn ich mir noch nicht ganz im Klaren bin, welche Richtungen das alles einschlagen wird.

Neben einigen Stücken und Fragmenten, die wohl in die Kinetic-Richtung gehen (vom Konzept her, der Sound soll ein etwas anderer werden für die nächsten zehn bis zwanzig Stücke), habe ich noch die Soundtrack-Sachen, die ähnlich aufreibende Parts haben, dabei aber weitere Spannungsbögen und einen anderen Liedaufbau. Zudem wird bei den Stücken meine Freundin singen, ihre Stimme nicht zu nutzen wäre eine ziemliche Verschwendung.

Als letztes formt sich noch ein drittes Projekt, das eigentlich schon länger in den Kinetic-Akten schlummert und mehr aus dem Teil meiner Lieder entstanden ist, die ich im Kinetic-Kompromiss aussortieren muss. Das begann eigentlich vor allem mit Acoustic-Stücken, die anfangs sehr Smashing-Pumpkins-orientiert waren (ich bin nach wie vor großer Fan von Billy Corgans Acoustic-Liedern wie "Galapogos", "Stumbleine", "Rotten Apples", "Czarina", "Sparrow", "Winterlong"...). Dazu kamen die Lieder mit relativ konventionellem Aufbau, die aber vom Klang her eher atmosphärisch orientiert waren, langsame Stücke mit programmierten Drumloops (wie z.B. "Ether", was offiziell noch im Kinetic-Pool steckt) und einfach zweieinhalb Minuten-Lieder, die auf Akustik-Gitarre und mehreren Gesangsspuren basierten (z.B. "Lene", das erste Lied, was aus der Kinetic-Liste geflogen ist). Außerdem das Lied, an dem ich heute Abend geschrieben habe (Arbeitstitel ist "Snow", ich will bei einfachen Titeln bleiben, es soll sich klar zu Kinetic abgrenzen), das dezente, ruhige Elektronik, wenig Gitarren, sanfte Bässe und klare Liedstruktur umfasst. Elektronische Drumloops und langsame Beats sollen im Mittelpunkt dessen für die Störung übermäßiger Harmonie sorgen, Breakbeats, übersteuerte Kicks,... mal sehen, was mir so einfällt.

Ich bin gerade dabei, brauchbare Hörproben zusammenzustellen, die mal einen möglichst vollständigen Querschnitt durch meine musikalischen Facetten zeigen (wie facettenreich das dann wirklich ist kann ich nicht beurteilen, dazu mache ich ja die Hörproben, dann kann jeder der will selbst darüber urteilen). Gut ist, dass ich eine ganz große Menge Webspace umsonst habe, wo viele Hörproben drauf passen, schlecht ist, dass die Dateien maximal 1 MByte groß sein dürfen, was gerade bei den doch recht zahlreichen sich länger aufbauenden Liedern ein Problem darstellt. Aber irgendwas wird es bald zu hören geben...

sjÁlfur

21.10.2005 um 01:17 Uhr

"the truth i know is mounted on the bones of generations"

von: sjAlfur

Erinnert sich noch jemand an VIVAzwei? Und an den Slogan "Radikalisiert Euer Leben!" (oder war es "das Leben"?). Eigentlich gute Vorsätze, aber irgendwie ist wenig davon übriggeblieben... Damit das nicht falsch verstanden wird, ich bin kein Dogmatiker. Aber irgendwie wird doch alles totrelativiert, oder sehe nur ich das so? Und Totrelativieren führt zur Gegenbewegung polemisierender Pauschalisierung aus Unwissenheit Schrägstrich Ignoranz. Auch nicht gut. Aufklärende Radikalität bräuchte man, da radikales Aufklären als Modell gescheitert ist... und ich will gar nicht von Politik und großer Koalition sprechen, das ist doch sowieso relativ relativierend, was dabei rauskommt, vor allem wenn erst die Macht verteilt und dann über Inhalte gesprochen wird... aber ich wollte ja nicht über Politik reden... Es geht mehr um die Lebenseinstellung. Keine Dogmen, keine Prinzipien, eher persönliche Leitfäden. Nicht dass davon die Welt besser wird, aber die Menschen werden interessanter...

sjÁlfur

18.10.2005 um 13:32 Uhr

Das traurige Leben von Zigeunern und Profikillern

von: sjAlfur

Da es musikmäßig momentan nicht wirklich mitteilenswerte Neuerungen gibt, wir aber bei uns in dern Nähe eine Videothek entdeckt haben, und ich mit Immortal bereits angefangen habe Filme mit ins Programm aufzunehmen, sei mir hier ein weiterer Kurs in die Welt des Zelluloid gestattet:

OCEAN'S TWELVE
Ja... so einen Film leiht man sich aus, wenn man an einem Abend zwei Filme sieht und der andere eher von der anspruchsvolleren Sorte ist. Zudem mochte ich "Ocean's Eleven", meiner Meinung nach ein wirklcih guter Unterhaltungsfilm. Nun ist es so, dass man bei Filmen dieses Genres keinerlei gehobene künstlerische Erwartung haben sollte, und ich mir auch keine Illusionen mache, dass Nachfolgefilme in der Regel weiter unten anzusetzen sind (und zuletzt die "Bourne Supremacy" gesehen habe... ich mochte den ersten Film sehr, der zweite war grauenhaft!)... aber eines habe ich von dem Film doch erwartet: Eine einigermaßen erkennbare Linie. Der Vorgänger hat vor allem durch drei Sachen gepunktet: Zusammenspiel der Charaktere, konsequenter Schnitt, zielstrebige Geschichte mit einer Pointe am Ende, die man schon unter "genial" einordnen kann. er zweite Teil hingegen überzieht das Zusammenspiel der Charaktere zum Teil (was nicht unbedingt schlecht ist, gerade am Anfang des Films war ich sogar begeistert davon), phasenweise, vor allem gegen Ende kommt das aber gar nciht mehr vor. Zudem gibt es jetzt nicht mehr nur die Nebenhandlung Danny Ocean und Tess Sowieso, sondern auch Rusty muss eine ähnliche Geschichte haben, und Linus' Charakter hat man scheinbar versucht, mehr aufzuarbeiten. Dadurch blieb aber der Rest ziemlich auf der Strecke, und Linus' Geschichte war auch alles andere als originell oder glaubwürdig (nicht in Form von "realistisch", das sind falsche Ansprüche an einen Film, aber sie war in sich nicht sinnvoll). Der Filmschnitt war ebenfalls nur stellenweise wie beim vorgänger, das Problem war dabei nicht, dass der Film anders war, sondern dass er sich nicht entscheiden konnte anders zu sein. Man wurde vom zwischenzeitlichen Intermezzo aus Anleihen des ersten Films immer wieder in etwas zu langwierige Phasen einer vertrackten Romanze geworfen, und das war nicht wirklich gut... Und die Geschichte... Die war komplett undurchdacht. Man hatte das Gefühl, dass immer, wenn die Geschichte in eine Sackgasse geriet (die auch ganz bewusst angesteuer wurde) irgendeine neue, total sinnlose Überraschung hergeholt wurde, die im Nachhinein dann natürlich von Anfang an geplant war, wo man sich dann aber sagte: "Moment mal... wenn das von Anfang an geplant war, was sollte das ganze dann...?" Und genau das ist eigentlich auch das Fazit am Ende des Films: "Was sollte das Ganze?" Während der Dreharbeiten sagten die Schauspieler, sie hätten vor allem Spaß gehabt und gemacht was sie wollten. Das mekrt man den Schauspielern auch an, leider aber auch der Geschichte...
Eine Ausnahme gibt es aber: Während ich Matt Damon eigentlich mag, Julia Roberts und Catherine Zeta Jones nicht und Brad Pitt und George Clooney immer etwas skeptisch gegenüberstehe, war die eindeutig beste schauspielerische Leistung meiner Meinung nach die von Vincent Cassel als Nachtfuchs... aber das nur nebenbei.

UNDERWORLD
Der Film hingegen hat mich positiv überrascht. Auch bei einem solchen Film erwartet man nicht die Neuerfindung des Rads, einen vetrackten Plot oder einen Kunstfilm, sondern in erster Linie einen Actionfilm. Und das hat funktioniert. Es geht um Vampire und Werwölfe, ein breit ausgelatschtes Genre, aber die Klischees waren relativ dezent und immer der Geschichte untergeordnet. Die Bilder, Kulissen und Szenen waren sehenswert, es war wirklich ein Actionfilm mit leichten "detektivischen" Anleihen, die unvermeidliche Liebesgeschichte war auf ein vertretbares Minimum reduziert und auch die schwere Vergangenheit der Hauptcharaktere, die sie beide erst zusammengeführt hat, war nicht groß ausgewalzt. Eine kurze Rückblende bei ihr, eine kurze Rückblende bei ihm, eine Kussszene, die kürzer nicht hätte sein können und schon ging das Geballer und Geprügel wieder los. Trotz allem war die Geschichte erstaunlich gut erzählt, nicht zu geradlinig, nicht zuviele Kapriolen, und sie erklärte auch ohne an den Haaren herbeigezogen zu wirken, warum am Ende praktisch jeder jeden erschießen konnte, was dann auch so ziemlich vollständig passiert ist. Die Werwölfe in ihren verwandelten Gestalt waren optisch nicht besonders ansprechend, meiner Ansicht nach, aber Hauptsache sie schreien, sterben und bluten.

IN STÜRMISCHEN ZEITEN (engl.: THE MAN WHO CRIED)
Rückblende: 1999 kam "Sleepy Hollow" in die Kinos. Ich hatte zuvor Ang Lee's "Der Eissturm" und Vincent Gallo's "Buffalo '66" gesehen. Ich muss zugeben, dass ich manchmal ein wenig fanatisch sein kann, was Schauspielerinnen angeht... jedenfalls war ich in dieser Zeit hinter jedem Film mit Christina Ricci hinterher. "Sleepy Hollow" war sogar in dem heruntergekommenen Puffkino in der uns benachbarten 20.000-Seelen-Gemeinde im Programm. Dort lief schon der Trailer von "In stürmischen Zeiten" und ich wollte diesen Film sehen. Dieser Film aber lief nicht in der abgewrackten Kaschemme der bewegten Bilder, und irgendwie ist er dann irgendwann in Vergessenheit geraten... Und jetzt bin ich in der Videothek drauf gestoßen und habe ihn mir angesehen. Die Euphorie, die ich vor fünf Jahren hatte, als der Film rauskam, ist verflogen, und das ist auch ganz gut so, denn ich hätte falsche Erwartungen gehabt. Der Film ist eigentlich ein schöner Film, besteht aus einer Menge Gesang (Christina Riccis Originalstimme, beachtlich!), und aus einer gut erzählten Geschichte über eine Jüdin Anfang des 20. Jhdt., die aus Russland vertrieben von ihrer Familie, die nach Amerika wollte in England landet und dort bei einer Ziehfamilie aufwächst, von wo aus sie über eine Gesangs-/Tanz-/Variete-Gruppe nach Paris kommt. Das ist die Geschichte der ersten Viertelstunde etwa. Man muss sich dann aber darauf einlassen, dass für eine halbe Stunde lang von der Handlung her nicht besonders viel passiert. Auch geht es anfänglich in Paris mehr um ihre Zimmergefährtin (Cate Blanchett) und ihre Beziehung zu dem italienischen Tenor Dante (John Turturro), der seine Wertschätzung Mussolinis gegenüber des öfteren in der Gegenwart der Hauptrolle, von der er anfangs nicht weiß, dass sie Jüdin ist, ausdrückt. Es wird ein Spannungsbogen in Paris aufgebaut, vor allem als die Hauptperson (Suzie) eine Beziehung zu dem von Dante abschätzig beachteten Zigeuner, der mit seinem Pferd bei den Auftritten des Tenors als Kulisse etwas zu sehr für Dantes Geschmack im Mittelpunkt steht, aufbaut. Der Zigeuner aber ist ein Problem. Johnny Depp ist ein guter Schauspieler, vielleicht einer der besten aller Zeiten, aber seine Rolle des verwegenen armen Zigeuners, in einer bösen Gesellschaft, die ihn und seine Familie nicht akzeptieren will, der lange nichts machen darf außer in der Szenerie stehen und verwegen aus der Wäsche schauen oder höchstens mal mit wehendem Haar durch die Nacht reiten... selbst Johnny Depp kann gegen das Schicksal einer solchen Rolle nichts machen. Aber das ist okay, denn entgegen der Werbung für den Film würde ich ihn auch eher als Nebenrolle sehen, während die anderen drei (Christina Ricci, Cate Blanchett, John Turturro) wirklich gut spielen. Es baut sich also ein Spannungsbogen in Paris auf, irgendwann kommen die Nazis, der Tenor wird als Künstler von diesen vereinnahmt, die Zigeuner sind in Gefahr und Suzie als Jüdin auch. Das hat zur Folge, dass sie flieht, und nach diversem Hin und Her in Amerika ankommt, wo sie schließlich ihren Vater sucht. An der Stelle aber fragte ich mich, was die Paris-Episode sollte. Der Spannungsbogen, der dort aufgebaut wurde, fiel einfach in sich zusammen, dadurch, dass es ohne den Großteil der Hauptpersonen einen kompletten Ortswechsel gab. Es ist sicherlich eine Methode des Films, dass die Geschichten in Paris nicht weitererzählt werden und zu keiner Auflösung kamen, sicherlich auch ein gewisser Realismus, aber die Geschichte zerschneidet es irgendwie. Trotzdem aber ein sehenswerter Film, auch wenn ich im Nachhinein ganz froh war, für diesen Film nicht in dem dreckigen Ratzenkino mein letztes Geld gelassen zu haben...

THE WATCHER
Keanu Reeves als Killer gegen James Spader als psychisch labiler FBI-Agent. Nette Geschichte, teilweise richtig spannend, auch wenn für den Killer und Keanu Reeves das gilt, was für Johnny Depp und seine Rolle im vorigen Film galt. James Spaders Rolle ist eigentlich die Hauptfigur, gut gespielt, man beachte diese Pupillen! Über den Film gibt es nicht viel zu sagen, nicht schlecht, keine großen Mankos, auch nicht gerade mehr als ein typischer Thriller aus dem Genre (nichts da mit dem langsam ausgelatschten Vergleich mit "Sieben" auf der DVD-Hülle...), nur eine Sache war meines Erachtens schlecht: Die Geschichte lief auf einen bestimmten Punkt hinaus, eine Pointe, eine Art Auflösung. Es war auch nicht schlimm, dass dieser Punkt schon vor dem Finale herauskam, schlimm war nur, dass er ganz beiläufig abgehandelt wurde. Als würde man in einem Krimi die ganze Zeit darauf hin arbeiten, dass bis zum Ende spannend ist, wer der Mörder ist, und irgendwo am Anfang des letzten Drittels des Krimis würde mehr oder weniger nebenbei bestätigt, dass der sowieso schon die ganze Zeit Hauptverdächtige derjenige ist. Das Ende kommt und man fragt sich, ob da nicht noch irgendwas fehlte.

sjÁlfur

15.10.2005 um 23:17 Uhr

Pripjat Nightflight

von: sjAlfur

Während ich heute auch die Versionen für die anstehenden Drum-Aufnahmen soweit präpariert habe, dass ich sie abschicken kann (nachdem ich einige Verrenkungen mit Metronom und Arrangefenster hinter mir habe...), ist auch die Grundstruktur und in Auszügen bereits genauer texturierte Teile des zweiten "Soundtrack"-Lieds fertig geworden.

STALKER
a) craving
b) stalking
c) craving
d) stalker's daughter

Vor allem der zweite Teil ist schon relativ weit fortgeschritten, während ich den "craving"-Teil (der zweimal fast identisch im Lied vorkommt) noch ein wenig vom übermäßigen Sigur Rós-Flair runterbringen muss (es soll ja kein Plagiat werden...), habe ich mich beim zweiten Teil mehr an Noise-Samples und Drumloops gewagt, meiner Meinung nach mit einigermaßen zufriedenstellendem Erfolg für's erste, auch wenn ich denke, dass die Zusammensetzung des Soundbilds noch einige Parallelen zu einigen Kinetic-Parts hat, aber gut, damit muss ich wohl vorerst leben. Ich habe mit weniger Spuren gearbeitet, diese dafür mehr ausgeformt. Während einige Kinetic-Lieder (bsp. "Routine") einen homogenen Klangteppich ergaben, habe ich versucht, die einzelnen Fäden deutlicher hervorzuheben.

Zum Film "Stalker" habe ich hier schon eine Menge geschrieben, ich denke, das sollte als Information reichen.

sjÁlfur

15.10.2005 um 15:55 Uhr

Hjartað Hamast

von: sjAlfur

Filmtipp: IMMORTAL

Wirklich sehenswert, ein fast wie auf Sigur Rós' "Hartað Hamast" geschriebener Animation/"Realfilm"-Hybrid, der vor allem durch seine Bilder überzeugt. Die Geschichte ist nett, nicht außergewöhnlich aber für den Film passend, aber die Mischung aus gelegentlichem Pathos, an der Comicvorlage orientiertem Trash und die Anflüge von Humor funktionieren wirklich gut. Zudem ist der Soundtrack bestens, nicht nur wegen Sigur Rós...

sjÁlfur

10.10.2005 um 23:13 Uhr

the screen eye

von: sjAlfur

Es gibt endlich wieder eine Bandpage. Wieder eine neue, da ich die alte sowieso komplett hätte umkrempeln müssen. Also habe ich die neue gleich an das endgültige CD-Artwork angepasst. Erreichbar über den Link rechts oben auf dieser Seite. Nur die Liedtexte in der Songliste sind noch nicht erreichbar (Vorsicht! Tote Links!), aber die reiche ich demnächst nach.

sjÁlfur

10.10.2005 um 19:47 Uhr

The Ornament

von: sjAlfur

"look another year went by
they keep passing by
god damn i didn't even die
too old and slow i've grown
i fought time but lost"

Frühjahr 1999:
Eine der unzähligen Partys in irgendeinem Wohnzimmer bei irgendjemandem der sturmfreie Bude hatte, mal wieder zuviel Alkohol, bestimmt das vierte Mal in einer Woche, die Musik laut gedreht, ich glaube es lief "Cherry" von den Pumpkins, in einem dieser Rattansessel, die an Seilen von einem Deckenbalken hängen. Ich war mal wieder in einer Phase von Dauerdepression, durch nichts wirklich ausgelöst, durch nichts wirklich zu verdrängen, ich war 17 Jahre alt und nahm an, dass wäre normal.

Frühjahr 2002:
Irgendwo im niedersächsischen Niemandsland, Außenwache Hützel des DRK Rettungsdienstes Soltau. Der Dienst dort war eigentlich selten besonders aufregend, wenn aber, dann ging es auf die Autobahn meistens. Auf der Außenwache war man immer nur zu zweit für einen 12-Stunden Dienst, ich hatte das Glück immer mit Kollegen da zu sein, mit denen der Dienst fast zum Urlaub wurde. Generell aber ging es mir gut in der Zeit, ich hatte einen Job, der mir irgendwie das Gefühl gab für etwas oder jemanden da zu sein, auch wenn man nicht immer für alle pünktlich kommen konnte, ich hatte nur noch zu einigen Freunden Kontakt und wartete darauf, aus dem Kaff, in dem ich wohnt wegzukommen. Bis dahin hatte ich mein halbes Leben in dieser Kleinstadt gewohnt, in der ersten Hälfte bin ich dagegen viermal umgezogen. Vielleicht liegt es daran, dass mir damals zehn Jahre in dem Kaff irgendwie zuviel wurden...

Oktober 2005:
Ich war diesen Sommer wohl zum letzten Mal für längere Zeit in der Kleinstadt, in der meine Eltern noch wohnen (und meine Geschwister, wobei mein Bruder gerade heute mit Sack und Pack zum Studieren nach Berlin gezogen ist), und momentan bin ich froh, nicht mehr dort zu sein. Mir ist es zu anstrengend, wenn ich dauerhaft auf mehr Menschen als meine Freundin (und evtl. über die ferne meine Bandkollegen...) und mein eigenes sperriges Ego achten muss, es ist für einige Zeit ganz schön, aber irgendwann reicht es.
Ich habe dort im Niemandsland hauptsächlich zu Menschen Kontakt gehabt, die ich im Frühjahr 1999 noch nicht kannte. Das ist sicher ganz gut so, denn es gibt Tage, da hasse ich den Menschen, der ich gestern war, zumindest aber erinnere ich mich ungern an mich selbst ein paar Jahre zurück. Aber es gibt Gedanken, die haben sich tief im Inneren festgesetzt in den Jahren, die ich dort gewohnt habe, und die auch mit Menschen verknüpft sind. Und diese Gedanken sollte man besser schlafen lassen, nur manchmal geht das nicht, völlig gleich, ob man die Orte oder Personen, mit denen man diese Gedanken verbindet in letzter Zeit gesehen hat oder nicht. Und manchmal kommt dieser Anflug von Depression wieder, und es ist nicht diese immer wieder auftauchende "Arbeitsdepression", aus der ich mittlerweile ganz passabel gelernt habe, mich selbst herauszuziehen, es ist eine vergangene Depression aus einer vergangenen Erinnerung, nur dass ich damit heute allein bin, egal wer um mich herum ist oder nicht.

Manchmal wäre ich gerne der Protagonist aus 2046... aber meistens bin ich ganz glücklich, dieser nicht zu sein...

"to criticize and judge
how do i end up here
with these standards i'm supposed to love
make me disappear"
                        [- "Matroshka (The Ornament)" dredg]




PS: Aber nochmal was erfreuliches aus meiner Jugend... Wir haben fürher im Freundeskreis eine Menge dummer Filme aus Langeweile gedreht. Die meisten sind wohl nur für uns wichtig. Aber unser letzter Film ist fast sowas wie "gut" geworden... '99 haben wir den gedreht, ich glaube auch noch 2000. Dieses Jahr ist er endlich fertig geworden, mit Musik, Schnitt und einem digital "animierten" Monster, dem ich als Räuber #2 ordentlich die Fresse polieren durfte... Das ganze soll bald als DVD erscheinen und ist unter diesem Link zu erreichen. Ich würde ja ganz ehrlich sonst keinen der Filme empfehlen, aber der hat etwas... irgendwie. Wer "Ritter der Kokosnuss" mag und bereit ist, noch ein wenig tiefer in die Abgründe menschlicher Fantasie zu gehen, der sollte den film in Erwägung ziehen... ich übernehme aber keinerlei Verantwortung dafür!!!

                                      - FIN -
                                      sjÁlfur

10.10.2005 um 02:15 Uhr

Falsetto

von: sjAlfur

Ich Trottel habe mal wieder den Fehler begangen eine Plattenkritik zu lesen. Dummerweise auch noch zu "takk..." von Sigur Rós. Ich habe ja bereits öfter geschrieben, dass ich Plattenkritiken hasse, vor allem die, die meinen es wäre mehr als eine kleine, nur marginal relevante Meinung. Aber das, was ich eben bei Amazon.de gelesen habe, das war wirklich der größte Plattenkritik-Albtraum, den ich jemals erlebt habe. Da verblasst sogar die katastrophale Schreibweise der isländischen Titel von Amazon dagegen (niemand muss Isländisch beherrschen, aber bei einem Laden wie Amazon würde es sich ganz gut machen, wenn man die Titel wenigstens korrekt von der CD-Hülle abtippen kann...). Diese Plattenkritik ging viel weiter mit einem schlecht geschnittenen und mehrfach eingerissenen Fingernagel in die klaffende Wunde, weit über den Standardmüll bezüglicher besonders künstlerischer Künstler hinaus, es war teilweise einfach grober Unfug.

Sowas tut weh beim Lesen. Da muss ich ohne Vorwarnung kotzen. Aber natürlich im Falsett.

Und das geht jetzt an alle Vollhorste mit ihrem dämlichen Gesülze über die Konventionen und den künstlerischen Anspruch von Musik: Wenn ihr Flachzangen so hinter dem zwnaghaften Loslösen von herkömmlichen Strukturen seid und es bei jeder möglichen Gelegenheit raushängen lassen müsst, dann sei ihr selbst die größten Huren eurer eigenen (fiktiven) Feindbilder. Nur durch verhinderte Hobbyphilosophen wie euch gibt es überhaupt diese Konventionen, weil sie ansonsten niemand anderer definieren würde.

An alle anderen: Die CD ist toll, ist meine ganz persönliche Meinung, anders als die CDs davor (was für ein Wunder, von allen vier Alben ist keins wie das andere...), aber hörenswert, meiner Meinung nach. Nicht wegen Anspruch oder Strukturfirlefanz, sondern weil es gut klingt.

Svo hljótt,
ég sjÁlfur

09.10.2005 um 01:50 Uhr

Anti-Soundtrack

von: sjAlfur

Zwei Beiträge weiter unten habe ich geschrieben, dass ich ein Drehbuch schreiben will um nach diesem Musik zu schreiben. Der Plan steht auch weiterhin, allerdings hat sich da vorläufig etwas dazwischen geschoben, denn...

Einen Beitrag weiter unten habe ich geschrieben, dass ich mit den Aufnahmen (außer Gesang) zu unserer CD jetzt fertig bin. Das hat unter anderem zur Folge, dass ich jetzt, wenn ich neue Musik schreibe (ohne geht's ja nicht...), ein neue Richtung einschlagen kann, da vorerst für .kinetic... genug Stoff da ist.

Ein Drehbuch schreiben ist - von der Musik ganz unabhängig - schon noch eine Sache, die ich machen will, aber die erfordert etwas mehr Zeit und Planung als Musik zu schreiben. Also brauche ich vorher für meine Soundtrack-Idee ein anderes Motiv.

Da ich (wie ebenfalls weiter unten geschrieben) letztens 2046 gesehen habe, und das einer der Filme war, die bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, hatte ich die Idee, das als Motiv zu nehmen. Ich will natürlich nicht einen Soundtrack zu einem Film mit einem existierenden Soundtrack schreiben, ich werde den einfach zu/über Filmcharaktere schreiben, die ein bestimmtes Motiv bewegt. Ich hatte schon zu unserer CD einige Texte, Entwürfe und Ideen, die sich an verschiedene Filme anlehnten, das hat aber nie ins Konzept der "Anamnese" gepasst. Also eben so.

Vom ersten Lied dafür habe ich vorhin die Grundstruktur (Gitarre, Bass, ein paar erste Samplespuren) gebastelt, mehr Details und Feinheiten werden folgen.

Dieses erste Lied heißt "William Blake", aufgeteilt in die Kapitel:
a) a blank page
b) a blank leaf
c) a blank ocean

Der Mittelteil entstammt dabei einer Aufnahme von Mai, die ich nirgendwo habe unterbringen können, jetzt hat sie zufällig gepasst... das heißt... "gepasst" ist zuviel gesagt, ich habe einiges an Energie gebraucht, bis ich den Tempo 120 bpm Teil in die beiden 90 bpm Teile eingebaut hatte.

William Blake ist der Hauptcharakter aus Jim Jarmushs "Dead Man", gespielt von Johnny Depp (der in meiner Liste an vertonungswürdigen Filmcharakteren noch ein weiteres Mal vorkommt). Ich musste mich sehr zurückhalten um nicht die Gitarrenverzerrung aus Neil Youngs Soundtrack dazu mit einzubauen, aber glücklicherweise ist das Lied ganz anders...

Wer den Film nicht kennt, sollte den unbedingt mal anschauen, aber nicht unbedingt auf einem Video-Abend oder unter dem Einfluss großer Müdigkeit, der Film ist lang, wortkarg, ruhig und... schwarz-weiß. Johnny Depp spielt mal wieder großartig, zudem sind u.a. Mickey Rourke, Iggy Pop und Robert Mitchum in sehr eindrücklichen Rollen zu sehen. Das ganze wird auf der DVD-Hülle "Anti-Western" genannt, ich denke, das trifft's ziemlich gut, hilft aber wohl kaum weiter, wenn man den Film nicht kennt.

Weitere Filmcharaktere auf meiner Liste sind:
- Bai Ling (2046...das könnte der Abgesang werden...)
- Wang Jie Wen (2046)
- Louison (Delicatessen...wo kriege ich eine Singende Säge her?)
- Dean Corso (Die Neun Pforten...Johnny Depp zum zweiten)
- Jason Bourne (...)
- Stalker (dto)
- Mathilde (Une longue dimanche de fiancailles...aus Boykott an dem deutschen Titel...)
- Kris Kelvin (aus der "Solaris"-Originalversion von Tarkowskij!!!)
- Billy (Buffalo '66...Vincent Gallo als antiheldischster Antiheld der Filmgeschichte... ausgenommen Ed Wood vielleicht)
- Katrina Anne van Tassel (Sleepy Hollow)
- Mikey Carver (Der Eissturm...Elijah Woods beste Rolle... neben dem Irren in Sin City vielleicht...)
- A (Der Blick des Odysseus...warum gibt es den nicht auf DVD???... Harvey Keitel irrt nach dem unschuldigen Blick suchend kreuz und quer über den Balkan)


Soviel dazu, mal sehen, was davon zu welchen Liedern passt, die mir in nächster Zeit so in den Sinn kommen, zu vielen Charakteren habe ich großbe Ideen, aber wie ich mich kenne schmeiße ich das sowieso alles noch wieder über den Haufen, außer "Bai Ling", daran werde ich mich als nächstes begeben...

Mir fällt nebenbei auf, dass ich mehr Filme gucken sollte... "Nostalghia" z.B., oder noch so ein paar Kubrick-Dinger... oh, und ich habe "Being John Malkovich" vergessen... vielleicht sollte ich mein Blog mal wieder auf Filme ausweiten? Vielleicht sollte ich aber auch Schluss machen für heute...

Gute Nacht,
sjÁlfur

07.10.2005 um 18:54 Uhr

strayz

von: sjAlfur

Ich hab's geschafft! Zumindest die größte Etappe der Aufnahmen ist fertig. Nur noch Gesang und Schlagzeug. Nicht dass das nicht noch genug Arbeit wäre, aber die Drums sind weniger meine Arbeit und der Gesang richtet sich jetzt nur noch nach der Vorlage und muss diese nicht erst schaffen. Nach dem Abmischen der nun endgültigen 75:19 Minuten habe ich die CD zweimal probegehört. Ich bin so weit es geht zufrieden mit dem Ergebnis. Allerdings habe ich heute von 9 bis 17 Uhr an dem Zeug gesessen, ich brauche jetzt etwas Abstand, zudem gibt es ein paar neue Lieder, die im Sommer entstanden sind und einige weitere Ideen, die ich zumindest grob festhalten will.

Die letzten drei Tage habe ich für meine Verhältnisse diszipliniert an den Aufnahmen gesessen, jetzt muss ich mir erstmal etwas Zeit gönnen, um meine Gedanken durch die mentale Nachbarschaft streunen zu lassen. Schreiben, die Bandpage auf Vordermann bringen,...

Wenn die Page wieder steht und aktuell ist, gibt's vielleicht ein paar neue Hörproben dazu, mal sehen, was ich auf die Reihe kriege.

sjÁlfur

06.10.2005 um 11:47 Uhr

signs over the fern sea - fragile letters caught in winds

von: sjAlfur

Da bin ich wieder. Nachdem ich am Sonntag aus familiären Gründen im Münsterland war, dann am Montag aus der Lüneburger Heide an Hamburg vorbei nach Berlin gefahren bin und tags drauf weiter bis nach München, kann ich hier wieder Wurzeln schlagen. Aufnahmen habe ich gestern schon wieder gemacht, mein Gepäck steht hingegen immer noch im Flur.
Als ich am Dienstag Abend wiedergekommen bin, habe ich zudem die Anmeldungsbestätigung der SAE gefunden. Endlich! Die Zukunft hat wieder ein Gesicht. Im November geht es los, dann gibt es weniger Zeit zu vergeuden und mehr Zeit zu nutzen. Meiner Musik kann es nur gut tun.

Ich bin vor ein paar Stunden aufgewacht und hatte plötzlich wieder einen Gedanken im Kopf, der in den letzten Monaten nicht mehr da gewesen ist. Ich will ein Drehbuch schreiben. Das habe ich schon öfter angefangen, aber mir hat immer etwas gefehlt, ein wirkliches, tragendes Motiv. Ich habe in letzter Zeit Wong Kar Wais "2046" gesehen und Zhang Yimous "House of Flying Daggers". Ich will (und kann auch nicht, dazu fehlt mir das Wissen) kein Drehbuch für einen Film in Fernost schreiben, aber diese beiden Filme haben mir Impulse gegeben, die mir fehlende Fragmente liefern könnten.

Das Drehbuch soll die (absichtlich!) verkopfte Geschichte verschiedener Menschen sein. Ich will dabei (ebenfalls absichtlich...) eine Loslösung von jeder Kultur erzeugen, die aber darin endet, dass diese Menschen (mit demselben sozialen Ursprung aber ganz verschiedener Wesenszüge) sich ihre eigenen Kulturen bilden, jeder für sich. Die Leitthese soll sein, dass die Kultur (Mythologie, Glaube, etc.) aus dem Menschen und seinem Wesen selbst entsteht, auch wenn alle die selbe Vorprägung haben (völlig gleichgültig ob das nach Ansicht der Wissenschaft so korrekt ist [vermutlich nicht...]). Das würde darauf hinaus laufen, dass diese(!) Menschen sich durch ihr Wesen definiert in ein Verhältnis zueinander setzen, das nur durch sie selbst und ihren Gegenüber bestimmt ist, dass jede Art der Verständigung auf ihnen selbst beruht. Das soll im Grunde genommen ein Abbild einer utopischen(!) Gesellschaft sein, die völlig frei von Geschichte existiert.

In "2046" geht es um Erinnerungen, und obwohl der Film in der Vergangenheit spielt und die Erzählungen des Protagonisten in der Zukunft, trifft er doch einen Punkt in der Gegenwart egal welcher Zeit (finde ich). Erinnerungen binden uns in der Regel an die Vergangenheit, doch die Auseinandersetzungen damit werden in der Zukunft ausgelöst und in der Zukunft finden sie ihr Abbild. Sie haben einen ganz eigenen Zeitstrahl, der nicht zwangsweise linear sein muss. Mein Anknüpfpunkt wäre es, Erinnerungen an die Gegenwart zu beinden, sie dann stattfinden zu lassen, wenn sie existieren, diesen Zeitstrahl quasi auf einen Punkt zu begrenzen.

"House of Flying Daggers" hat mich nur insofern beeinflusst, dass ich mir ob der Mythologie des Drehbuchs nicht klar war. Ich will verschiedene Anleihen haben, jeder der Hauptakteure (ich plane drei oder vier, bin mir noch nicht sicher) soll seine eigene Kultur ausprägen, die sich aber in gewisser Weise im "wahren Leben" wiederfinden lässt, oder besser: die Parallelen zieht. Die Personen werden so zu Abbildern von Völkern, deren Beziehungen ja bekanntermaßen ebenfalls schwierig sind. Nur gehe ich in meiner Geschichte nicht von dem Trend aus, die Weltbevölkerung unter ein Dach zu scharen (was ja auch nicht realisierbar wäre), sondern sie von einem gemeinsamen Ursprung in verschiedene Richtungen laufen zu lassen. Sie entfernen sich, treffen sich wieder, sind anders und fremd und haben doch noch diesen Ursprung in sich, der sie bindet.

Die einzelnen Ideen und Gedanken dahinter näherzubringen hat hier nicht so ganz viel Sinn, ich hoffe man steigt bis hierhin einigermaßen durch meine Idee durch. Ziel der Sache ist es (neben dem Spaß am Schreiben und dem Fanatismus eine Idee zu Ende zu denken) eine Vorlage für einen Soundtrack zu bilden, den ich schreiben will. Ich denke (wie schon oft geschrieben) viel über meine Texte nach, und am besten gefallen mir die, die eine Geschichte erzählen völlig unabhängig davon, wieviel von mir oder von der Welt aus meiner Sicht darin steckt. Eine solche Geschichte würde genug Stoff dafür liefern, zudem WILL ICH ENDLICH MAL EINEN SOUNDTRACK MACHEN!!! Auch wenn der Film nur auf dem Papier existiert (wobei ich schon vorhabe das Drehbuch nach semi-professionellen Vorgaben zu schreiben, vielleicht kann ich es ja irgendeinem Hobby-Regisseur unterschieben... es gibt ja im Internet ganz, ganz sonderbare Menschen.........).

Außerdem ist primär noch unsere Musik dran, aber da ist ja ein vorläufiges Ende, was Raum für neue Sachen lässt, in Sichtweite.

sjÁlfur


PS: Eigentlich würde ich mal gerne eine Martial Arts-Umsetzung eines nordischen Heldenepos sehen... "Far-East Edda" oder so... wobei die Asen zum Krieg gegen die Vanen ja aus dem Osten kamen, und der historische Hintergrund im Vorstoß von asiatischen (allerdings wohl zentralasiatischen) Völkern Richtung der germanischen Gebiete  sein soll... habe ich zumindest mal gelesen, also bitte erst prüfen und dann glauben oder hier als Kommentar berichtigen. Aber fliegende Kämpfer über isländischen Geysiren und der unvermeidliche Showdown im Schnee des Vatnajökull... verlockende Vorstellung... was man da an Ästhetik reinbringen könnte...