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19.07.2007 um 11:17 Uhr

"Beschäftigungsfähigkeit" als Benutzbarkeit

von: soclyt

"Beschäftigungsfähigkeit" heißt, die Arbeitskraft so zu formen, dass sie verwertbar und  verkaufbar ist. Das beinhaltet, dass der einzelne die Rolle des Anbieters seiner Arbeitskraft akzeptiert und einnimmt. Er wird nicht "beschäftigt", sondern benutzt. Die Anforderung an ihn und seine Leistung besteht darin, diese Benutzbarkeitsfähigkeit herzustellen und sich benutzen zu lassen. Im gegenwärtigen gesellschaftlichen Rahmen schließt "Beschäftigungsfähigkeit" Bereitschaft zur und Praktizierung der Unterwerfung unter fremde Interessen ein.

06.07.2007 um 11:21 Uhr

Nachholbedarf in konsequenter Drittmittelakquisition

von: soclyt

Wie eine Rüge des Landesrechnungshofes NRW zeigt, scheint die Medizin da insofern schon etwas fortgeschrittener zu sein, da hier " die Drittmitteleinwerbung in den Grenzbereich zur strafrechtlich relevanten Vorteilsannahme geraten kann" (Landesrechnungshof NRW, zit. n. "Zeit" Nr. 28, 5.7.2007, S. 13).

Die anderen Disziplinen müssen da vielleicht noch aufholen und Bedenken und Barrieren abbauen. Es mangelt noch an Konsequenz bei der Durchführung - vielleicht wäre akquisitionsförderndes Coaching in dieser Richtung hilfreich ... oder Ethikkommissionen, die das alles "nicht so eng" sehen. 

01.07.2007 um 19:54 Uhr

"Jugend gründet": Nachwuchsförderung für den Markt - "Unternehmergeist" und "Gründergedanke"

von: soclyt

"Wir brauchen diese Neugier und den Unternehmergeist bereits bei den Jugendlichen. Sie können mithelfen, dass es in Deutschland wieder mehr Unternehmensgründungen gibt (...) Dieser Wettbewerb stärkt den Gründergedanken in Deutschland. Wir wollen damit gezielt Talente fördern, die sowohl für die Naturwissenschaften als auch für die Wirtschaft hervorragende Fähigkeiten mitbringen." ( Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, in BMBF-Pressemitteilung 141/2007, 27.6.2007, zum Wettbewerb "Jugend gründet").

Der Markt wird als die Realität dargestellt, der man sich anzupassen hat. Den jungen Leuten wird beigebracht, sich nicht um die Bedingungen ihrer Praxis zu kümmern, sondern sie anzuerkennen und in ihnen geschickt zu funktionieren. Der Nachwuchs-Wissenschaftler fragt nicht mehr nach den Rahmenbedingungen seiner Tätigkeit und erarbeitet sich dazu eine Position, sondern agiert in ihnen. Schließlich interessiert er sich ja für sein Forschungsprojekt und die Vermarktung seiner Ergebnisse, nicht für die gesellschaftlichen Bedingungen seiner Aktivität und ihre Effekte auf diese.

Das ist nicht in erster Linie Kritik an den Betreibern der kleinen Forschungsprojekte, sondern an den Politikern, Beamten und Wissenschaftlern, die den Nachwuchs bewusst auf den Markt ausrichten - und damit an Projekten wie "Jugend gründet".