Das Kind hat einen neuen Stundenplan.Und dieser sieht vor, dass sie Donnerstags um 13:00 Uhr Schluss hat. Alles schön und gut, aber sie hat Donnerstags um 16:00 Uhr Judo in ihrer alten Grundschule, die ein paar Straßen weiter liegt. Das ist äußerst ungünstig. Sie müsste also um 13:00 Uhr nach Hause fahren um dann um 15:00 wieder mit Bus und Bahn zur Schule zu fahren. Das ist doch echt blöd.
Für heute haben wir uns überlegt, dass der liebe Papa das Kind zu 16:00 wieder in die Schule fährt, sich dann mit mir trifft, wir das Kind um 17:00 Uhr wieder abholen. So ganz spontan hat der Papa dann entschieden, wir könnten ja noch essen gehen.
Zum Inder ? (wir haben eine super leckeren Inder) – ach nein, da wollen wir doch nächste Woche mit Tajanus hin, das geht nicht.
Zum Griechen gleich gerade rüber? (wäre die bessere Wahl gewesen) – och nee, dazu hatten wir beide nicht die rechte Lust.
Also da haben wir noch einen Italiener-Mexikaner ? Ach ja, da könnte man ja mal wieder eine Pizza essen (hatte ich im Urlaub ja nicht allzu oft – waren ja nur so 5 mal in 14 Tagen). Wir waren da schon mal bei diesem italienischen Mexikaner und ich hatte was mexikanisches zu Essen und das war nicht so dolle.
Wir sind also dahin getappelt und wollten Platz nehmen und musste erst mal die Stühle von den Krümeln der Vorunsesser befreien. Auch der Tisch war nicht abgewischt, na gut, denk ich so, sind die Leute noch nicht zum Saubermachen gekommen, was müssen wir uns auch den Platz aussuchen, der gerade erst besetzt gewesen war. Eine sehr junge nette Kellnerin kommt und legt uns die Karten hin, von der die eine nasse Flecken hat. Ich denke, ihhh hoffentlich ist das kein Fett (und leider kann man mir meine Gedanken zu gut im Gesicht ablesen), da sagt sie, das das nur nass ist. Ach sag ich nur Wasser und sie nickt. Na gut denke ich, hat sie die Hände noch nicht richtig abgetrocknet gehabt, wenn es nur Wasser ist....
Wir bestellen und alles geht gut. Auch Jenni hat was gefunden, was sie essen möchte. Die Kellnerin hat sich falsch aufgeschrieben was ich trinken wollte, aber sie fragt nach, was okay ist, kann ja mal passieren. Sie ist sehr nett.
Wir bekommen einen Teller mit diesen kleinen Toastscheiben, die es immer beim Italiener gibt. Normalerweise heißen die Bruschetta oder so ähnlich, aber die hier sehen aus, als wären sie geradewegs aus dem Tiefkühler in den Ofen gelangt – (na so was kann ich auch zu Hause essen). Der Rand ist verbrannt und die Unterseite noch matschig, weil man nur Oberhitze ausgewählt hat. Na toll.
Das Essen kommt und meine Pizza ist riesengroß. Sie schaut auf meine Pizza und ist unschlüssig, ob sie sie mir hinstellen soll, denn ich hatte gesagt ohne Schinken und sie sieht die vielen Salamischeibenstücken und fragt ob das so richtig wäre. Doch, so hatte ich das bestellt. Ich nehme mein Besteck und versuche die Pizza zu schneiden, denn so ganz wollte ich sie doch nicht essen. Es gelingt mir nicht. Ich muss säbeln als ob ich ein Messer aus der Kantine meines Arbeitgebers in den Händen habe. Ich schnipple also und ziehe die Teile mehr auseinander, als das man das schneiden nennen könnte. *hmpf* Das dämpf die Freude über eine leckere Pizza ungemein. Ich koste und na ja, sie schmeckt nur nach Käse, obwohl noch Champions, Salami und Peperonis drauf liegen, aber der Käse ist so dick, dass die anderen Zutaten zu kurz kommen.Auch die Lasagne die Jenni bestellt hat ist nicht zum Besten und Tom meint, das Essen muss frisch zubereitet sein, denn sein Fleisch hat an der einen Seite nach Pfeffer und an der anderen Seite nach Salz geschmeckt.
Ich lege mein Besteck über kreuz auf meinen Teller und mache eine Pause (denke ich) da kommt die Kellnerin und fragt ob ich fertig bin. Verdattert gucke ich, denke kurz nach und frage ob sie mir die (noch fast halbe) Pizza einpacken würde. Sie nickt und zischt mit meinem Teller ab. Na gut denke ich, ist nicht die feine Englische Art, aber die hat wohl gesehen, das es zu viel für mich war. Jennis Auflaufform ist noch halb voll und auch der Teller von Tom ist noch lange nicht leer. Nun sitze ich da ohne Teller und sehen den anderen beim Essen zu.
Jenni sagt ihr schmeckt es nicht so richtig, es ist an der einen Seite so verbrannt. Okay, ich es so was gerne, aber es ist nicht jedermanns Sache.
Als auch Thomas aufgegessen hat und die anderen Teller abgeräumt sind, wollen wir bezahlen. Sie wünscht uns noch einen schönen Abend. Ich überlege ob ich auf meine Restpizza bestehe, aber na gut, wenn sie meint, dass ich eine Diät nötig habe, soll sie die Reste eben behalten. Wir verlassen das Lokal. Keiner von uns spricht. Als wir genügend weit entfernt sind, sage ich: „niewieder“ und tom stimmt mir zu. Erst hier macht er mich darauf aufmerksam, dass wir keinen Schnaps angeboten bekommen haben, wie das sonst beim Italiener üblich ist und wie wir auch in dieser Gaststätte schon mal bekommen haben.
Aber das war wirklich das letzte Mal, dass wir dort waren.