Es gibt sie noch ...
Da fahre ich heute mit der Straßenbahn als eine ältere weißhaarige Frau einsteigt.
Während ich schon in überlege, dass … steht ein junge langhaariger Mann auf und bietet ihr den Platz an.
Ich bin erfreut.
Kaum haben wir die Wahl hinter uns, schon wird die Sicherheit groß geschrieben. Oder wie soll ich mir erklären, dass die Polizei uns heute morgen angehalten hat?
Da kommen wir - wie jeden morgen - in der richtigen Straße an und werden von vielen freundlichen Männern in Uniform empfangen. Sie weisen uns ein und ich verabschiede mich von Tom. Der für uns zuständige Polizist guckt mich an, wie ich den Ort verlasse. Ich sage ihm, dass ich hier nur arbeiten gehe. Darauf meint er, er arbeite auch nur. Ja, klar denke ich und gehe in die Firma.
Tom erzählte mir dann abends, dass er Sanikasten und Warndreieck sehen wollte. Das ist bei uns immer griffbereit, weil das bei Toyota so eingerichtet ist. Fahrzeugpapiere auch alles okay. Doch dann durfte mein Mann noch längst nicht fahren. Der hier auch nur arbeitende Polizist wollte noch eine weitere Überprüfung. Auf die Frage "warum?" gab es nur die Antwort, dass bräuchte er nicht zu sagen.
Ähm, was soll das denn? Sind wir verdächtig? Der Uniformierte stieg dazu in sein Auto und Tom wartete. Und wartete. Und wartete. Ganze 10 Minuten ... dann durfte er weiter fahren.
Zu Hause googelte er, ob das denn zulässig sei ohne Begründung festgehalten zu werden. Ja, das ist es. Der Beamte darf nach gut Dünken all unsere Daten abrufen. Auch wenn man nichts zu verbergen hat, ist das erschreckend.
Das macht mich schon sehr nachdenklich.
... dann mache dir die Nägel rein.
Aber heutzutage gelten solle Benimm-Regeln anscheinend nicht mehr.
Da steht doch heute in der rappelvollen S-Bahn ein junger Mann neben mir und feilt sich seine Nägel. Auf meine geflüsterten Worte. "so was macht man doch zu Hause" nimmt er die Hände 20 cm runter und feilt nun auf Bauchhöhe weiter.
So, wir sind wieder zu Hause. Unser Recht zu Wählen haben wir uns nicht entgehen lassen. Das Wahllokal hier im Ortszentrum liegt ein paar Kilometerchen von unserem zu Hause entfernt, so dass wir uns mit den Fahrrädern eine kleine Radtour gegönnt haben.
Heute war viel mehr los, als bei der Europawahl. Damals haben wir ganz allein im Raum gestanden. Schnell waren die Kreuzchen gemacht. Tom wartete so lange an den Rädern und dann wechselten wir. Als Tom drin war, musste er sogar ein bisschen warten bis er seine Stimmzettel erhielt.
Mit dem Fahrrad fuhren wir ins Nachbardorf. Hier wollten wir ein neu eröffnetes Restaurant testen. Die Werbung dafür hatten wir schon vor ein paar Wochen in unserem Briefkasten. Da sieht man mal wieder, dass die blöde Werbung doch was nutzt.
5 Minuten vor 12 waren wir dort und das Restaurant war schon offen, obwohl erst um 12 aufgemacht wird. Das war ja schon mal ein dicker Pluspunkt. Einen Minuspunkt geben wir aber, weil es keinen Fahrradständer gibt. Nicht vor dem Haus und auch nicht auf dem Hof. Der Kellner erklärte mir, dass leider kein Platz dafür wäre. Ja, schade!
Die Speisekarte noch sehr neu und sauber. Die Tischdecke leider nicht. Das Hemd des Kellners auch nicht.
Zur Begrüßung gab es ein Sektglas mit einem Kokos-Fruchtgetränk. Keinen Alkohol - sehr gut.
Bei den Cocktails gab es einen Mango-Kiss im Angebot. *lecker* Den wollte ich. Tom ein indisches Bier vom Fass (vom Fass, das hatte er noch nie) und Jenni einen Apfelsaft.
Es ist ja schön, wenn man beim Inder auch von einem indisch aussehenden Kellner bedient wird, aber irgendwie hat er die Sache mit dem Apfelsaft nicht so richtig verstanden, denn Jenni bekam eine Saftschorle, die nur nach Wasser und Zitrone schmeckte. Mein Mango-Kiss schmeckte lecker aber der Grenadine-Sirup war wohl vergessen worden. Na ja, egal, denn es schmeckte auch so.
Dann kam ein älterer Angestellter und verteilte die Teelichter auf den Tischen und zur Dekoration im Raum. (Er hatte dreckige Hosen an).
Unser Essen brauchte ziemlich lange, was uns glauben lässt, dass das Essen frisch zubereitet wird. Mit uns waren inzwischen noch einige andere Gäste im Raum. Es scheint also doch gut angenommen zu werden.
Wie beim Inder üblich bekamen wir auch Papadam mit den drei Soßen. Die Pfefferminzsoße war dünn, dafür war die Tamarindesoße leckerer und die scharfe grüne Soße war viel schärfer (Tom hat sie gekostet), als wir sie von unserem Inder her kennen.
Unser Essen war lecker. Etwas scharf aber gut. Es gab Basmatireis mit etwas Petersilie drauf. (gibt es in Indien Petersilie?)
Zur Rechnung gab es noch ein Schnaps auf Kosten des Hauses. Wir durften wünschen. Das gibt zwei Pluspunkte. Und einen ganz besonderen Pluspunkt gibt es weil Jenni gefragt wurde, ob sie auch etwas möchte und ob sie denn schon 18 wäre! Das haben wir zum ersten Mal erlebt. Sie wollte natürlich keinen Alkohol.
Zugucken musste sie aber trotzdem nicht, denn sie bekam ein Schnapsglas mit dem Begrüßungsgetränk.
Tom hat heute mal wieder ein Kochexperiment gewagt.
Es gab Hokaidokürbis. Genau so wie in Wiki sah unser Kürbis auch aus.
Mit Ei, Zwiebel und Schinken, sah es aus wie Rührei mit Kürbis. Es hat gut geschmeckt. Am Besten waren aber die gegrillten Kürbisscheiben mit etwas Öl und Knoblauch, die es noch dazu gab.
… doch weiter kommt man ohne ihr.
Es ist ja im ganzen Land bekannt, dass wir in Berlin ein S-Bahn-Problem haben.
In der S-Bahn sind alle gleich. Alle müssen zur Zeit zusammen rutschen. Nun sind die meisten Mitfahrer nett. Man lächelt sich an. Man ist nachsichtig, wenn mal einer einem auf den Fuß tritt oder sich vorbei drängeln muss.
Aber es gibt auch Ausnahmen. Heute zum Beispiel: da lehnt ein junger Mann in der S-Bahn an der Haltestange in der Mitte des Abteils. Neben ihm zwei junge Frauen, die sich kaum festhalten können, weil eben dieser junge Mann der Länge nach an der Stange lehnt. Sein ganzer Körper braucht den Halt. Eine ältere Frau versucht sich auch Halt an dieser Stange zu verschaffen. Ich auch. Es ist nicht möglich, sich festzuhalten. Da sprechen die jungen Frauen den Mann an, ob es möglich ist, dass er sich nicht anlehnt. Er verneint es. „Nö, dann falle ich ja um.“ Er hält nämlich mit beiden Händen eine Computerzeitung fest. Es sieht auch so aus, als ob er darin liest. Der ist ja dreist, denke ich und sage: „Sie könnten sich auch mit einer Hand festhalten.“
Da stellt er sich kurz aufrecht hin und lehnt sich mit der Schulter wieder an.
Es sind ein paar Zentimeter gewonnen. Wir können uns festhalten!!!
Tja, der Typ lehnt noch immer an der Stange als bei der nächsten Station wieder Leute einsteigen, die sich auch festhalten wollen.
Man wünscht ja niemandem was Schlechtes – aber so eine Vollbremsung … und der Lehntyp, der sich ja nicht festhält ….?
Nein, das wünscht man nun wirklich nicht. Ich hab auch nur einen klitzekleinen Moment daran gedacht und den Gedanken sofort wieder verworfen da die S-Bahn völlig überfüllt war.
Weil nun schon unser dritter Sommer hier zu Ende geht, war es doch an der Zeit, den Kabeln auf der Terrasse mal eine Funktion zu übertragen.
Oder:
Tom hat draußen eine Lampe angebaut. Nix besonderes, aber wir können jetzt draußen Licht machen, wenn wir wollen.
Aufgestanden sind wir kurz nach Acht. Auch Lutze war schon wach. Er hat bei uns geschlafen.
Gemeinsam haben wir gefrühstückt. Eine gute Gelegenheit mal wieder den Esstisch zu benutzen. (Sonst nutzt den Tisch Jenni für ihre Hausaufgaben. Ihr Schreibtisch im Kinderzimmer scheint dafür vollkommen ungeeignet.)
Die Sonne schien.
Inzwischen war es schon fast Zehn. Die Sonne war richtig herrlich warm.
Wir haben erst mal Partyport aufgeräumt. Hier stand noch einiges, was wir am Abend vorher nicht weggeräumt hatten. Gläser, Flaschen und so was halt.
Unser Besuch wollte dann auch langsam nach Hause. Ich habe ihm zum Abschied noch mal gesagt, dass er doch zum Zahnarzt gehen soll. Ob er es tut - ich glaube nicht dran. Tom hat Lutze dann zur Straßenbahn gebracht.
Zum Mittag gab es Möhreneintopf - lecker - den hatte Tom schon gestern gekocht. So richtig mit allem drum und dran.
Und dann haben wir den letzten Sonnentag auf der Terrasse genossen. Ich habe mein Buch aus gelesen.
Ich habe dieses Buch vor zwei Jahren von einer Kollegin geschenkt bekommen. Bisher habe ich mich nicht getraut darin zu lesen. Doch obwohl es ja ein schreckliches Thema ist, liest sich das Buch einfach gut. Hinzu kommt, dass die Erzählerin überlebt hat. Nun möchte ich gerne, dass auch Jenni dieses Buch mal liest. Ich denke, dass Thema wichtig.
Also saß ich ein paar Stunden auf der Terrasse bis ich es ausgelesen hatte.
Zwischendurch gab es noch Kaffee - draußen im Partyport.
Hab ich schon gesagt, dass die Sonne noch mal herrlich warm war?
Abends habe ich dann noch eine Runde Anno gespielt. Der Computer riet mir nach 2 Stunden, ich solle doch eine Pause machen. Das Gleiche hat er nach 4 Stunden noch einmal versucht. Gegen 23:00 Uhr hatte ich meine Mission noch nicht erfüllt. Das ist aber auch eine harte Nuss. Ich muss erst die Piraten verjagen, die mich andauernd angreifen. Auf der Pirateninsel liegt nämlich das einzige Gold in dieser Welt. Und natürlich brauche ich Gold um Schiffe zu bauen.
Nun ja, morgen ist auch noch ein Tag.
Das Wetter ist schön.
Heute wollen wir noch mal Feuer im Grill machen.
Zu 17:00 Uhr sind wir verabredet. Tom macht schon den Party-Port fertig. Den Tisch abwischen, die Stühle auch. Es ist auch nötig. Wir haben schon einen ganzen Monat nicht mehr hier gesessen. Ich lege Teller und Besteck hin, da kommt schon der erste Gast: Christa *grins*
Kurz darauf kommen auch Lutze, Karin und Manne und Gustel. Tom feuert den Grill an.
*bruzzel* *zisch* *dampf* Lecker duftet es schon. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen.
Als wir satt sind schwatzen wir noch ein Weilchen. Tom holt den Kümmelschnaps raus. Wir kosten alle. "Ja, früher haben wir den sogar selber gemacht."
Wir sitzen bis um nach 21:00 Uhr draußen. Langsam wird es kalt. Richtig kalt. Ich hab mir schon vor einer Stunde eine Decke genommen. Es liegen auch weitere Decken parat, die werden aber nicht gebraucht. Und dann löst sich die Party auf.
Stimmung: gereizt
Ich hab es geschafft!!! Mein Makro ist fertig!
Zwei Stunden Samstagsarbeit in aller Ruhe und ich habe es endlich geschafft.
Es ist sicher nicht die optimale Lösung, aber es funzt! Es fügt ein, es formatiert und es rechnet für mich.