Meine Suche nach dem Sinn des Lebens

09.07.2006 um 21:21 Uhr

Meine Sucht nach Anerkennung

von: MrP

Seit ich denken kann trage ich einen gewissen für jeden deutlich sichtbaren und nicht unwesentlichen körperlichen Makel mit mir rum, der mein Leben bis heute extrem stark geprägt hat. In den ersten Jahren der Schulzeit wurde ich viel gehänselt und auch sonst war der besagte Makel meinem Selbstbewusstsein nicht gerade zuträglich. Ich wurde ein kleines verschüchtertes, in sich zurückgezogenes Kind. Glücklicherweise hatte ich zu der Zeit (zwar recht wenige, aber) sehr gute Freunde, die mich insoweit gerettet haben, dass ein fast "normaler" Mensch aus mir geworden ist. Außer mit diesen wenigen sehr guten Freunden hatte ich aber kaum größere soziale Kontakte mit meiner Umwelt, quasi bis ich vor einem Jahr die Schule verlassen habe. Ich hab also auch meine Pubertät im Prinzip ohne irgendeinen Kontakt zum anderen Geschlecht durchlebt, war nie auf irgendwelchen wilden Partys und hab auch sonst recht wenig von dem gemacht, womit der Durchschnittsmensch so den größten Teil seine Jugendzeit verbringt. Folglich hab ich eine ganze Menge Erfahrungen nicht gemacht, die für die meisten banal und selbstverständlich sein dürften. All das hat die folgende, im Moment am schwersten auf mir lastende Konsequenz: ich bin für mein Alter grottenschlecht im Kommunizieren und lockeren, ungezwungenen Umgang mit anderen Menschen.
Ihr fragt euch nun sicherlich, was er dann die ganzen Jahre lang gemacht hat, wenn er nie zu irgendwelchen Partys war oder irgendwelche Beziehungskisten gestapelt hat? Wie ihr sicherlich wisst, ist Arbeit eine der besten Ablenkung, die man kriegen kann. Und da mir ein gewisser Ehrgeiz mit in die Wiege gelegt wurde, fiel es mir nicht schwer, mich mit dieser Ablenkung jahrelang über das, was mich eigentlich im Innersten plagt, hinwegzutäuschen. Es ist mir vor ein paar Wochen aufgefallen, dass alle diese Sachen, die ich so gemacht habe, sei es Schule, Wettbewerbe, Musik usw., im Prinzip auf eines abzielen: Anerkennung anderer Menschen. Aber diese Anerkennung hat mich wenn dann nur für Augenblicke glücklich gemacht, wie ich jetzt bemerkt habe. Diese endlose Suche hat mir eine ganze Menge gegeben, vor allem an Fähigkeiten, die ich auch nicht missen möchte. Doch ich habe erkannt, dass ich nicht weiter mit dieser Sucht, diesem inneren Zwang eben all das zu tun, leben will. Ich will ein ausgeglichenes Leben führen, ich möchte den Rückstand bezüglich meiner Sozialkompetenzen aufholen, ich will (zu) einen Menschen finden, den ich liebe und der mich liebt, und erst dann will ich all das tun, was bis vor kurzem quasi mein ganzes Leben gefüllt hat.

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