Sonne, Mond und Sternchen

01.01.2010 um 00:36 Uhr

nur der mond...

...der war nicht zu sehen...

31.12.2009 um 15:12 Uhr

Nostalgiezwang

Wird das jemals aufhören? Werde ich irgendwann nicht mehr mit dem Kopf gegen die Wände rennen? Warum, warum, warum bringt es mich so auf, wenn alle das gleiche tun? Warum hasse ich es die üblichen Fragen gestellt zu bekommen? Warum regt es mich so auf, dass wir alle auf dieser Straße wandeln?

Ist es so schlimm? Wir gehen in Reih und Glied. Aber ist es so schlimm?

Nachher zählen wir runter. 

Zehn, neun, acht, sieben, sechs, fünf, vier, drei, zwei, eins...

Zwanzigzehn...

Ich werde mich verloren fühlen...

Und ich werde es nicht begreifen.

Ich werde in den Mond schauen und alleine sein wollen.

Wird das jemals aufhören? 

Was hat mir das Jahr bedeutet? 

Mh..

Was bedeutet mir diese Minute? Diese eine Sekunde? Jetzt. Innehalten. Und schau. Wieder eine. Ich lasse den Rauch meine Atemwege herabfließen. Stoße ihn wieder aus. Meine Hände tanzen mit den Fingern auf der Tastatur. Mein Schreibtisch ist ein Haufen unerledigter Dinge. 2009. 2010. 2011. Wir fließen weiter. Von Moment zu Moment...

20.12.2009 um 23:55 Uhr

Ich bin der Widerspruch in mich...

Ich starre in die tanzenden Flocken da draußen. Mein Mann sitzt mir gegenüber. Wir schweigen. Es ist kein gemeinsames Schweigen. Er schweigt. Ich schweige. Aus dem Fenster schauend. Rauchend. Kaffee schlürfend. Traurige Augen. Sehnsüchtig in den Schneeflocken verfangen. Irgendwann seufzt mein Mann.

"Es ist nicht leicht, Du zu sein, mh?"

Ich muss grinsen. "Nee." sage ich. "Aber es ist schweineinteressant!"

Wir müssen lachen. Und das tun wir wie immer gemeinsam. 

Und ich weiß auch, was es heute ist, was mich so traurig macht. Manchmal passe ich einfach nicht zusammen. Dann bin ich zu viele. Alles auf einmal. 

Zu bunt. Ich bin mir zu bunt. Stell doch mal einer die Farben ab. Stell doch einfach mal einer die Farben ab.

19.12.2009 um 17:21 Uhr

Mein Leben ist ein Ponyhof...

Es geht auf und ab. Mist muss raus. Die Biester stehen auch mal gelangweilt rum, aber die Wiese ist so grün im Sommer, so weiß im Winter und das glitzernde Pulver in der Mähne steht ja nun mal jedem gut. Mal hier ne Möhre, mal da n Apfel, leuchtende Kinderaugen und Gelächter, das sich mit wiehernden Stimmen vereint. Und wir müssen auch nicht immer im Kreis gehen...

Noch dazu riecht es nach Bratwürsten und ich habe die besten Freundinnen der Welt.

 

17.12.2009 um 18:31 Uhr

Kurze Begegnung mit einer Zauberin in der Änderungsschneiderei.

Ungefähr 100% meiner Stoffhosen sind kaputt. Die Reißverschlüsse klemmen, fehlen oder lösen sich auf. In den Nähten machen sich unschöne Löcher breit, die meinen ebenso breiter werdenden Hüften und Oberschenkeln geschuldet sind. Dann noch meine Lieblingsjacke, in der sich das Futter auflöst. Seit Monaten liegen diese Hosen mitsamt der Jacke auf einem Haufen in einer Ecke meines Arbeitszimmers und fürchten sich leise weinend vor der Altkleidersammlung. Sie vertrauten mir nicht. Zu Recht. Ich stopf früher oder später lieber alles in eine Tüte und stell sie vor die Tür, als die Dinge wieder in Ordnung zu bringen.

Wegschmeißen ist aber vielleicht eine ähnlich schlechte Lösung wie Weglaufen.

Also habe ich die Kälte in mir drin zum Anlass genommen, ein paar Dinge in Ordnung zu bringen. Mit acht Hosen stehe ich in einer von Flicken und Geflickten übersäten kleinen Bude, in der eine fusselige Frau mich freundlich anlächelt.

Sie bestaunt die Löcher, lacht über meine noch erkennbaren Nähversuche, nickt fachmännisch und gibt zuversichtliche Kommentare zu der Qualität meiner Hosen ab. 

Irgendwann sage ich meinen Nachnamen für den Abholzettel. "Oh." staunt die Zauberin. "Wie die Kälte da draußen." Ich kenn den Spruch und nicke nur freundlich. "Aber", die Zauberin betrachtet mich ebenso fachmännisch wie meine kaputten Hosen. "Sie sind gar nicht kalt. Sie sind sehrr sehrr warrm" Ihr rollendes 'r' umschnurrt mich wie eine wollig weiche Riesenkatze. Erschreckt schau ich sie an und senke gleich darauf schüchtern die Lider. Die Zauberin lächelt in sich hinein. "Bis nächsten Mittwoch." ruft sie mir noch zu, während sie meine kaputten Dinge anschaut. 

"Dankeschön." sage ich artig.

"Nichts zu danken." die Zauberin schenkt mir noch einen liebevollen Blick. "Es gibt wirrklich nichts zu danken."

"Doch." sage ich lächelnd.

Ihr nachdenklicher und verständnisvoller Blick folgte mir bis auf die kalte Straße...

 

17.12.2009 um 08:07 Uhr

Wieder öfter...

Ich sollte hier wieder schreiben. So viele Gedanken rauschen tagtäglich durch mein Hirn. Ich begegne Menschen und sie treffen mich. Manchmal ganz tief. Manchmal kratzen sie an der Oberfläche und provozieren leise Unruhe. Ein andermal habe ich Tränen in den Augen vor lauter Freude am leben zu sein. Und manchmal weine ich, weil es so traurige Konstellationen gibt. Illusionen sehe ich, Ängste, Gesten, lächelnde Augen, Frieden manchmal, auch Froh- und allzu oft Irrsinn...

Die Welt. Sie trifft mich auch. Das Leuchten, die Gerüche, Geräusche, Geschmack. Sie hinterlässt ein Gefühl auf meiner Haut, die Welt da draußen, durchdringt sie, manchmal bis in mein Herz hinein.

Und es wär nicht die gute alte Sunny, wenn sie dies nicht alles weiterspinnen würde, in ihrem wirren Kopf, den sie manchmal einfach auch aufräumen muss.

Also sollte ich wieder öfter hier schreiben. Ich fange mit dem Wetter an: Es ist kalt. Und dunkel. Im Licht der Straßenlaternen glitzern vereinzelte Schneeflöckchen auf ihrem Weg nach unten. Dort hinterlassen sie alle zusammen weiße Spuren auf der glänzenden Straße. Ich habe Gänsehaut. Selbst unter den Fußsohlen habe ich Gänsehaut. Schnupper den Frost und versuche meinen Körper zu einer kompakten Kugel zusammenzuducken, was mir nicht gelingt. Es ist dämlich, denke ich. Ich wandere durch eisige Luft und versuche ihr aus dem Weg zu gehen. Irgendwann richte ich meinen Körper auf. Erhöhe meine Geschwindigkeit. Hocherhobenen Hauptes lasse ich das Eis durch meine Sinne wandern.

Es ist kalt.

Das gehört dazu.

 

01.11.2009 um 15:45 Uhr

A1+A2+A3+...+An= G

Wenn sich Absurditäten zu Grotesken veketten:

Mein Kollege M., dessen Büro auf dem selben Flur 10m von meinem entfernt liegt, möchte mit mir eine rauchen gehen. Er überlegt sich: "Nö. Bevor ich bei Sunny vorbeigehe und frage, ruf ich sie lieber an." Er überlegt sich weiterhin: "Oh. Ich habe ja gar nicht Sunnys Durchwahl." Wahrscheinlich braucht er einige Sekunden, in denen er sich fragt, ob er mal schnell im Intranet nachsieht, entscheidet sich aber dagegen, DENN: er hat ja die Nummer meiner Chefin A. Also ruft er A. an, deren Büro 5 m von meinem entfernt liegt, und fragt sie nach meiner Durchwahl. Diese jedoch ist gut zu Fuß und ruft mich deswegen nie an, was die Ursache dafür ist, dass sie meine Durchwahl auch nicht hat. Also legt sie 5m zurück und erreicht hektisch mein Büro, um mir zu sagen, dass Herr W. (was M. ist) mich zu erreichen versucht und meine Durchwahl braucht. Erstaunt nenne ich meiner Stirn runzelnden CHefin meine Durchwahl, die zu ihrem Telefon zurück hechtet und Herrn W. die gewünschte Nummer nennt. 5 sek später klingelt mein Telefon und Herr W. trägt sein oben genanntes Anliegen vor, was mich dazu veranlasst, laut, deutlich und entrüstet in den Hörer (und damit auch gleich über den ganzen Büroflur) zu rufen: "WAS??? DAFÜR RUFST DU BEI A. AN?", woraufhin M. verschämt antwortet, dass ich das A. auf keinen Fall sagen darf, was er zur gleichen Zeit sagt, in der meine Chefin (ob meines lauten Ausbruchs neugierig geworden) wieder ihren Kopf in mein Büro steckt und fragt, was denn Herr W. so Interessantes von mir wolle. Ich bewege meine rechte Hand scheibenwischerartig vor meinen Augen hin und her und frage M., der das ja nicht sehen kann, ob er noch alle Tassen im Schrank hätte. M. ist nun beleidigt und gibt bekannt, dass er es so einfacher gefunden hätte, woraufhin ich kopfschüttelnd (Kopf schüttelnd) auflege, ungefähr 30 sek bevor M. (achtung Klimax) auf dem ein-zig mö-gli-chen Weg nach unten an meinem Büro vorbeikommt, mit seiner Zigarettenschachtel winkt und fragt: "Kommst du jetzt mit oder nicht?"

24.10.2009 um 08:22 Uhr

Frappierende Erkenntnis am Morgen...

Seit ich es gelernt habe, mir beim Durchdrehen Zeit zu lassen, fühlt es sich eigentlich ganz gut an.

 

18.10.2009 um 13:38 Uhr

sein lassen

Und da saß ich, und hing meinen Gedanken nach. Die Sonne schien mir in die Augen. meine Welt war weit weg von in Ordnung, aber es fühlte sich echt an. Mit allem drum und dran. Kongruenz. Kein halb und halb. Ganz. Ohne Zweifel.

Und dann kam er. Der Schmetterling. Erst sah ich nur seinen Schatten. er trudelte über den Boden. Schwarzes Flattern. Spiel mit der Sonne. Und dann sah ich ihn an meinem rechten Auge vorbei fliegen. Ein Wimpernschlag und er war vorbei. Ließ sich hinter mir in den Blumen nieder. Vorsichtig blickte ich mich um. Langsam und genüsslich faltete er die Flügel im Sonnenschein. Zusammen und wieder auseinander, atmete aus und wieder ein. Tränen stiegen mir in die Augen. Ganz still saß ich da, sah im beim genießen zu und freute mich leise weinend an seinem Glück. Und dann tat ich etwas Dummes. Ich schlich mich ins Haus und holte den Fotoapparat. Der Schmetterling war noch da, als ich wieder herauskam. Und ich konnte nicht widerstehen, ihn festzuhalten. Ich wusste, dass es scheitern würde, aber ich tat es dennoch. Hätte ich es doch sein lassen. Hätte ich ihn doch sein lassen.

Und dennoch. Als er wegflog, wusste ich, dass er da war, der Moment, in dem alles stimmte. In dem der Schmetterling Teil des richtigen Lebens war. Ich kann ihn trotzdem sein lassen. Es war ein Irrtum, ihn festhalten zu wollen. Mehr nicht.

Was mach ich nun mit den Bildern? Sie sind unscharf und haben nichts mit diesem Augenblick zu tun. Ich hebe sie auf, als Erinnerung daran, dass die wahre Schönheit nur im Inneren einen Platz finden kann.

 

11.10.2009 um 18:15 Uhr

Der Bulle und ich

Wenn man es eilig hat, dann passieren unvorhersehbare Dinge. Das ist nicht unbedingt ein Gesetz, aber weil es einem dann so sehr auffällt speichert man es statistisch als Reihung. Die Kunst ist, in solchen Fällen zu beobachten. Bei sich zu bleiben und auf die Verzögerung zu pfeifen. Ist doch wurschte, muss man sich dann sagen, das hier ist königlich amüsant. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Eine Gabe, die ich zur Kunstfertigkeit ausgebaut habe.

Mein Zug sollte um halb fahren. Ich hatte schon einen verpasst und mich entschieden, statt den kleinen Vorstadtbahnhof doch noch den großen zu behelligen, weil da mehr Züge fahren. In einer Wahnsinnsgeschwindigkeit rase ich also durch die Straßen, nehme die Abkürzung durch die Fußgängerzone, nach 20.00 sah ich da nämlich kein Problem, als plötzlich ein kleiner dicker Polizist vor mir auftaucht und mit den Händen hin und herwedelt. Das tut er deswegen, weil ich schicke kleine Knöpfchen im Ohr habe, die mit Kabeln an meinem MP3-Abspielgerät angeschlossen sind, das volle Lotte aufgedreht ist.

Ich bremse mit quietschenden Reifen und komme quer vor ihm zum Stehen. Er schaut mich vorwurfsvoll und mit in die Hüften gestützten Händen an und weist streng mit beiden Händen auf seine Ohren. Ich leiste seiner gestischen Anweisung Folge und nehme schuldbewusst lächelnd die Knöpfchen aus dem Ohr."Das mit den Knöpfen im Ohr geht GAR nicht." Bekräftigend wedelt er mit seinem Zeigefinger vor meiner Nase hin und her. Aha. Ein Wedler. Gut. Mit denen kann ich umgehen. "Ich weiß." flüster ich verschämt und senke die Augenlider. "Und sie haben NOCH etwas falsch gemacht." "Ja?" Ich habe eine innere Figur, die heißt Rosa, hat blonde Löckchen und babyblaue Augen. Rosa ist sowas von naiv. Die schalt ich jetzt trotz Lederjacke und Schirmmütze an. Klimpernd und betreten warte ich weitere Hinweise auf meine Straffälligkeit ab. Der Polizist zeigt stumm anklagend hinter mir auf das abendliche, wenn auch gelichtete, so doch immer noch beträchtliche Fußgängertreiben. "Das ist eine Fußgängerzone!" "Ja." Rosa kichert verlegen. "Das stimmt." Der Polizist macht eine bedeutsame Pause. "Und?" fragt er prüfend nach. "Da DARF man gar kein Fahrrad fahren, richtig?" Rosa reißt ihre Augen weit auf und hebt dabei die Augenbrauen ganz weit nach oben. "Stimmt." nickt der Wedler zufrieden. "Und mit diesen Knöpfen im Ohr HÖREN sie nichts." "Das stimmt." antwortet Rosa und nickt betrübt mit dem Kopf. Der Bulle baut sich groß vor mir auf:  "Jetzt stellen Sie sich doch mal vor, ich hätte sie gerufen und sie hätten mich nicht gehört." Ich stelle mir das vor, und bemerke, dass das Rosa zum Kichern bringt: "Dann wäre ich ihnen..", sie macht eine kurze Kicherpause, "am Ende daVONgefahren?"

Herr Wedler unterdrückt ein Grinsen (ich sehe es ganz genau) und schaut dann wieder streng. "Neinneinnein." sagt er mit fester Stimmer. "Ich HÄTTE sie gekriegt!" Rosas kleiner Mund formt sich zu einem stummen, erstaunten "Oh". Jetzt kann er bald nicht mehr. Ich kenne das.

"Und das mit den Knöpfen im Ohr ist WIRKLICH gefährlich. Sie HÖREN nichts, wissen sie?" Er räuspert sich und schaut mir in die Augen, die immer noch schüchtern klimpern. "ja." lügt Rosa dreist, "deswegen tue ich die auch immer raus, wenn ich auf der Straße fahre." Herr Wedler runzelt die Stirn. "Ach! Jetzt verarschen Sie mich aber!" Rosa reißt wieder ihre babyblauen Augen auf: "NEIN! Im Ernst. Ich finde das ganz schlimm, wenn ich im Straßenverkehr nichts höre. Man orientiert sich doch auch ganz stark mit den Ohren, nicht wahr?" Herr Wedler räuspert sich wieder. "Naja. Sie haben ja ordentlich Licht an..." Rosa muss wieder kichern: "Vorne ja. Aber das Rücklicht habe ich vergessen anzumachen." Herr Wedler schaut mich ungläubig an, atmet tief ein und dann wieder aus.

Er scheint zu überlegen, was er damit anfangen soll. "Mh." brummt er, "immerhin sind sie ehrlich." "Sag ich doch." Rosa und ich lächeln entwaffnend. "Seien Sie in Zukunft vorsichtiger!" "Versprochen." murmelt Rosa und setzt an vom Fahrrad zu steigen und weiterzuschieben. "Neeneenee, jetzt dürfen Sie weiterfahren." "Mh?" "Ja, fahren Sie ruhig weiter." "Aber das ist eine Fußgängerzone." erklär ich milde. "Ja, und ich habe Ihnen erlaubt, weiterzufahren." Herr Wedler gefällt sich in seiner Macht. Und ich lächel ihn nochmals milde an, wobei er mir wahrscheinlich ein saftige Geldstrafe aufbrummen würde, wenn er nur wüsste, was ich denke. "Dann wünsch ich Ihnen einen SCHÖNEN ABEND!" Rosa strahlt. Er strahlt zurück: "Ja, Ihnen auch." Lachend winkt er uns hinterher. Lachend nahm ich einen Zug später.

Danke Rosa! 

02.10.2009 um 11:50 Uhr

dinge

dinge zu wissen und dinge zu sehen, sind zwei völlig unterschiedliche, äh, ...

dinge.

(aphorismen waren nie meine stärke, soll ich noch vom glauben anfangen?)

01.10.2009 um 08:38 Uhr

Rasenmähermann

Könnt Ihr Euch noch an meinen Rasenmähermann erinnern? Der auch immer die Ritzen am Gehsteig klappernd und schabend bearbeitet hat, als gäbs kein Morgen mehr? Ich hatte immer ein bisschen Angst vor ihm. Er läuft im Sommer drei Mal die Woche stur auf und ab in unserem Garten, er grüßt mit einem mürrischen Nicken, er hat noch nie gelächelt in 3 Jahren nicht, sowas ist mir unheimlich.

Heute haben wir eine Gemeinsamkeit entdeckt. Wir lieben Blumen. Während ich hier am Rechner saß bei  der morgendlichenVorm-Büro-Zigarette, öffnete sich von mir unbemerkt die Gartentür. Als ich ihn bemerkte, den Rasenmähermann, stand er schon in Reichweite und ich gab einen Schreckenslaut von mir. Ungefähr so: Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihk. 

Er, völlig unbeeindruckt, nickt mürisch und begutachtet ein paar Pflanzen, geht von Terrassentür zu Terrassentür, kratzt sich den Bart und schüttelt den Kopf. Ich entdecke das Playmobil im Gras (sauber verteilt, danke kleine Erdnuss) und  frage, ob ich es weg räumen muss. Er schüttelt den Kopf und mit seinem russischen Akzent sagt er das folgende: "Kann es sein, dass ich muss bald Ch-lematis schneiden, ganz unten muss ich abschneiden."

Ich schau ihn entsetzt an. Ich liebe die rosa Blüten im Frühling.  "Oh nein!!!" sag ich mit aufgerissenen Augen. "Wächst die denn nach?" Traurig schüttelt er den Kopf. "Ch-at keine Sinn, wächst nicht wieder." "Ist sie krank?" ich bin besorgt, würde ihr jederzeit einen Tee kochen. "Nein." Wieder schüttelt mein russischer Rasenmähermann den Kopf. "Obendrrüber, die Eigentümer, die wollen nicht, das wächst Ch-lematis bis zu Fensterr." "Hö?" Wenn ich "hö?" sage, habe ich immer einen äußerst geistreichen Gesichtsausdruck. Und er tut etwas, was er noch nie getan hat. Er lächelt. Und zuckt die Schultern. "Neue Eigentümer haben beschwerrrt - ich muss machen." 

Ich schüttel fassungslos den Kopf. Eine rosa Rankenpflanze, die zum Fenster wächst. Das ist doch das Schönste, was es gibt. Ich weise auf die anderen Fenster, wo sich die Clematis noch nciht so weit hochgearbeitet hat. "Und die? Können die bleiben." Er nickt gutmütig. "Klarr. Aber müssen Sie aufpassen, dass nicht wächst hoch zu Fenster von neue Eigentümer. Dann kommt Beschwerrde." Er schaut mich viel sagend an. "Oh." sag ich. "Ja." sagt er.

So ist das mit Ängsten. Die eine geht, die neue kommt. Ich habe die neuen Eigentümer schon gesehen. Ich hatte schon eine Befürchtung. Jetzt hab ich Angst. 

( Schon der dritte Blogeintrag, im dritten Blog über Ängste, was ist bloß los?)

 

02.09.2009 um 10:50 Uhr

Sex in der Stadt

Ich erinner mich an die Folge von Sex and the CIty, in der Carrie in Mr Big's Bett gepupst hat. Gepupst! Das muss man sich mal vorstellen! Sie hat gepupst. Ich war fassungslos. In der Folge ging es dann kichernd, gackernd und Hände vor die Augen haltend um das Thema, wann man in der Wohnung des neuen Sexualpartners ein Häufchen machen kann. Und ob man das überhaupt machen kann. Tabu-Alarm!

Nuja, das ist ja auch mal richtig schön, wenn so heiße Eisen angepackt werden, und die Serie hatte wohl nicht umsonst den Erfolg, den sie hatte. Wir alle haben mitgefiebert. Macht sie das Häufchen oder macht sie es nicht? Was ist mit dem Pups? Wird er ihr jemals wieder in die Augen sehen können? Oder sie ihm? Fragen über Fragen...

Und wie gut, wenn man so wunderschöne und unterschiedliche Freundinnen hat, mit denen man solch heikle Themen besprechen kann. Frau Windkraft hat mich dazu inspiriert, mal darüber nachzudenken, wie der Sex in meiner City behandelt wird.

Also: Selten zum Beispiel habe ich in größerer Runde über Sex gesprochen (größer = mehr als zwei Personen anwesend). Die besten Gespräche über Sex hatte ich mit Männern. Weils so schön konkret war. Nachbesprechung, Vorbesprechung, Planung, Umsetzung. Manöverkritik. Neues Projekt. Vorbesprechung, Panung, Umsetzung. Toll. So zielorientiert, irgendwie. Und mal ehrlich, Männer sind da gar nicht so zimperlich. Auch die unfeinen Themen durften aufs Tablett. War ich froh.

Aber jetzt zu der weiblichen Fraktion. Ich bin eine gute Zuhörerin. Ich kann über alles staunen, lachen,  

 

18.08.2009 um 12:03 Uhr

Tabellen und erstellen

Nachdem ich einmal festgestellt hatte, dass sich 'Tabellen' und 'erstellen' reimen tut, bekam ich von einem Freund folgende gut gemeinte Zeilen zur Aufheiterung:

Äh...Tabellen

erstellen...

Chinesiches Bestellen...

die E-Mail an den Chef schägt verdammt hohe Wellen...;-)

Das hat mich tatsächlich aufgeheitert, und ich schrieb ihm zurück, dass ich da ein furchtbar trauriges Gedicht draus machen würde und das geht so:


spalten zeilen zahlenreihen
werden wie von zauberhand
zu säuberlichen worddateien
auskunft gibt der seitenrand

ach wie sehn ich mich nach sonne
pfeif doch auf die scheißtabellen
notebook aus - ab in die tonne
soll ein andrer sie erstellen

hab kein chef und kein büro
keiner schlägt hier hohe wellen
tret mir selbst in den popo
ergebe mich den tristen zellen

 

Das war im Mai. Und hat irgendwie nix gebracht. 'Ich hasse die Tabelle' reimt sich übrigens auf 'Ich trete auf der Stelle'. Aber vielleicht ist das die Kunst. Selbstdisziplin, ich wiederhol mich, ich weiß...

Auf meinem Schreibtisch stapeln sich dicht mit Zahlen und Zeichen beschmierte Blätter und die müssen - es hilft nix - in den Computer übertragen werden, auf dass ich wundervolle Grafiken erstellen (brrr, wieder das böse Wort) kann und jene wortreich und voller Rafinesse interpretieren tue. (Die Konstruktion mit 'tun' find ich grade außerordentlich brilliant)

Was reimt sich auf Stapel?

Oder auf Autokorrekturkategorisierung?

Vokalquantitätsmaximierung?

Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitänsmütze? 

Wissenschaft. Ein kluger Mann hat mal gesagt, dass es dabei nur um das Umetikettieren von Marmeladengläsern geht.

Das sollte uns die Angst nehmen. Ich hab bei diesem Satz endgültig den Respekt verloren... 

 

04.08.2009 um 21:38 Uhr

gedichtchen

ich setze mich nicht um zu sitzen

ich setze mich nicht einfach hin

ich setze ich stelle ich lege

weil ich störrisch und rastlos bin