Sonne, Mond und Sternchen

23.01.2012 um 14:32 Uhr

Mist!

Mir fällt es so unglaublich schwer zwischen zwei Dingen zu switchen. Büro. Diss. Finanzen. Wenn das alles drei aufm Plan steht, kann ich davon ausgehen, dass jedes Dingelchen drei Mal so lang dauert. 

Hokus-Fokus-Fidibus!

Und ich hänge! Ich hänge so dermaßen in der Zeit! Was würd mir jetzt ein Vorsprung gut tun. Ich bleib dran. Ich bleib dran. Ich bleib dran.

Wenn ich eins habe, dann ist es STURHEIT!

Morgen mehr.

20.01.2012 um 15:02 Uhr

Gestern und heute

Gestern war ein guter Tag.

Fleißig.

Strukturiert.

Klar.

Heute ein schlechter.

Schlampig.

Unstrukturiert.

Verschwommen.

Da muss ich durch.

Zur Strafe muss ich heut abend nochmal eine Stunde ran.

Nee.

Nicht Strafe.

Konsequenz.

Oder nee.

Auch nicht. 

Einfach so.

Damit ich mich besser fühle.

Und jetzt eine Runde Handlungsfähigkeit üben: Aufräumen!

 

 

19.01.2012 um 15:32 Uhr

Mut und Gemüter

Es stürmt. Draußen pladdert es eimerweise vom Himmel. Der Regen peitscht von schräg links nach schräg rechts und dann gleich wieder anders herum.

Ein Junge läuft vor unserem Haus entlang. Er ist vielleicht sieben oder acht Jahre alt. Ich höre ihn wimmern. Und möchte ihm nachlaufen mit einem trockenen Handtuch und einem heißen Kakao. Er schluchzt und läuft in kleinen Trippelschrittchen den Bürgersteig entlang. 

Scheiße, denk ich. Scheiße. Bei so einem Wetter dürft eigentlich noch nicht mal eine Maus vor die Tür. Und möcht weinen vor Mitgefühl mit der kleinen nassen Kinderseele.

Vorbei der kleine Junge. Sein Wimmern wird leiser. Da kommt schon das nächste Schulkind. Genauso alt. Den Ranzen lässig geschultert schlendert er in großen langen Schritten auf der Straße. Latscht halb vergnügt halb resigniert durch tiefe Pfützen. Ohne Gummistiefel. Seine Hände sind tief in den Jackentaschen versteckt, aber ab und zu lüftet er eine und hält sie in die Regenflut.

Wie unterschiedlich ich sie sehe, die beiden Jungs. Den einen will ich retten. Den anderen ziehen lassen. 

In mir wüten manchmal ähnliche Widersprüche. Mein Inneres läuft manchmal barfuß und zitternd durch Eiseskälte. Jeder Schritt eine Qual. Das Ziel weit entfernt, wenn überhaupt vorhanden. Nur die Kälte zählt und man will fliehen fliehen fliehen. Genauso kommt es aber vor, dass meine Seele genauso nackt in eben dieser Eiseskälte trotzig und festen Schrittes voran geht. Es IST kalt. Jetzt. Ab durch die Pfütze. nass bist du ohnehin schon. Keine Vermeidungsstrategien. Keine Fluchtgedanken. Hier ist kalt und nass. Ich änder grad nix.

Ich beobachte nur. Ich werte nicht. Manchmal fänd ich es schön, wenn ich mich zwischen den Beiden entscheiden könnte. Aber das eine gehört wohl genauso zu mir wie das andere...

 

19.01.2012 um 11:01 Uhr

Lacher des Tages

Ich hab damals die Probanden natürlich auch höchst unprofessionell im Freundeskreis gesucht. Nicht viele, aber ein paar. Die, die regional so schön passten.

Und da hör ich sie heute, meine Freundin Lorelei. Sie soll einen Zungenbrecher lesen.

Sitzt e Wermsche uff'm Termsche mit 'em Schermsche unnerm Ermsche. Kimmt e Stermsche, werft des Wermsche mit'm Schermsche unnerm Ermsche vom Termsche.

Sie liest. Und schon mittendrin schnaubt sie verächtlich: "Das ist ja WIDERLICH!"

Ich lache. Sie liest weiter. 

Aufgabe ist, diesen Zungenbrecher regional einzuordnen und hernach zu übersetzen.

"Das KANN ich nicht übersetzen." hör ich sie heute sagen, weil ja nun alles für die Nachwelt aufgezeichnet ist.

"Du musst aber." grins ich.

"Was ist den Wermsche?"

Ich darf es ja nicht vorsagen. Beobachterparadoxon, Beeinflussung, all das Zeug. Also sag ich: "Kleines langes Tier. Was so über den Boden kriecht."

"Aha." sagt Lorelei sichtlich verstimmt und schnoddert weiter: "Sitzt also ein kleines langes Tier, was so über den Boden kriecht..."

"Nein." sag ich geduldig. "Das Wort müsste übersetzt werden."

"Kann ich nicht."

Ich höre es nicht, aber ich kann es vor meinem inneren Auge sehen, wie sie grinsend die Arme verschränkt.

"Kleines langes Tier?" helf ich nochmal vorsichtig nach.

"RAUPE!" faucht sie mich an.

"Nee. Mit 'wwwww'"

"WAUPE!" faucht sie noch lauter.

"MANN!" fauch ich zurück. 

Und wir gackern los.

"WURM!" schreit sie mich nachher an.

"In klein!" schrei ich zurück.

"WÜRMCHEN!" schreit sie.

"JAWOLL!" schrei ich.

Und jetzt hör ich sie, Jahre später, und sie hat das 'Ü' genau so gesprochen, wie ich es erwartet habe, und ich lieb sie so doll. So doll. So doll.

Lorelei! Ich lieb dich so!!!

SO DOLL!

 

 

13.01.2012 um 11:13 Uhr

Kardinalsfehler

Wechsel nie die Arbeitsspeicher bei gleichem Dokument.

Niemals.

Dann ist es nämlich nie wieder dasselbe.

12.01.2012 um 09:42 Uhr

Wochenbericht

So. Drei Tage nun wieder Projektmanagement.

Sind denn eigentlich alle Menschen verrückt? Im Büro geistert ein Buch herum. "Ich arbeite in einem Irrenhaus." Ist das überall so? Sind alle Teams so neurotisch? Alle Chefs so instabil? Alle Sachbearbeiterinnen so selbstgerecht? 

Nuja... Ich habe beschlossen, dass es zwar Kraft kostet, sich aus allen weitgehend unsachlichen Themen rauszuhalten, dass es aber dauerhaft noch mehr Kraft kosten würde einzusteigen...

Nun ist ab heute wieder das Dissertierchen dran. Einmal erwacht zieht es mich nun täglich wieder an den Synapsen und will Futter. Kriegt es jetzt wieder...

Eine komische Sache off topic: Wenn man abnehmen will, isst man ja Obst udn Gemüse. Viel davon. Jetzt wiegen ja 5 Äpfel viel mehr als 5 Weißmehlbrötchen... Ist es denn dann normal, dass ich, seit ich zu 80% Rohkost esse, 2 Kg zugenommen habe?

...

Nichts genaues weiß der Mensch...

Die Huldigung des Tages kommt noch. Keine Zeit jetzt.

06.01.2012 um 19:17 Uhr

Stumpfsinn des Abarbeitens

Im Grunde könnte man mich mit einem Stapel Akten in ein Büro setzen und einfach sagen: Mach ihn kleiner! Solange es einen Chef gibt, der dies gutiert, und die Aktenlage kompliziert genug ist, freu ich mich. Ich bin ein Arbeitstier. Ich finde in nichts so viel Befriedigung wie in zählbaren Arbeitseinheiten. Auch der Stumpfsinn dabei stört mich null. Ich finde neue Zusammenhänge, Optimierungspotential, werde schneller und kann nachher meine Ratschläge und Neukonzepte mühelos und sogar mit Freude an der Sache zusammenfassen. Dabei bin ich forsch, aber diplomatisch, selbstbewusst, aber flexibel, empathisch, aber durchsetzungsfähig. Schön. Im Grunde perfekt, dass ich jetzt für die Doktorarbeit eine ganz ähnliche Aufgabe habe.

Alle Probanden nochmal durchhören. Jede Gruppe in die Auswertung bringen. Kategorien festlegen. In Kriterien zerlegen. Hochrechnen. 

So ist der Plan. 

Aber wo ist der Chef? 

Der bin ja ich?

Das ist nicht gut.

Ich kann es nicht beschreiben. Aber jemand wie ich als Chef ist für MICH einfach nur lähmend. 

Und andersrum.

Aber egal.

Irgendwie gehts schon weiter. Proband Nummer drei ist im Sack.

Und hier die Huldigung des Tages: Das Märchen über den kleinen Jungen, der mit den Tieren sprechen kann. Ich habe diesen Jungen so unendlich lieb. Manchmal denke ich an ihn. Ich sehe ihn vor mir. Weiß, wie einsam er ist. Und ich hab ihn hineingeworfen in diese Geschichte und dann allein gelassen mit seinen Nöten. Ich schäme mich.

05.01.2012 um 10:51 Uhr

Sunny's Unvollendete

Mein Leben besteht daraus. Aus unvollendeten Dingen. Ob es Kleinigkeiten sind, wie z.B. die GANZE Wohnung staubsaugen, oder wesentliche Sachen, wie z.B. mir einen RICHTIGEN Beruf suchen, - NEIN - ich eier immer rum. Ich KANN einfach nicht sagen: Erst hab ich die Wohnung gesaugt und dann gehe ich meinen Arbeitsvertrag erfüllen. Nö. Ich sage: Ich habe ein bisschen gesaugt und dann geh ich diese eine Sache für dieses und jenes Unternehmen fertig machen. 

Natürlich ist das wieder eine Frage der Perspektive. So manch einer sagt bestimmt, dass man sich bei 95% gesaugter Wohnung auf die Schulter klopfen kann. Und so manch einer würde auch eine selbständige Tätigkeit im Projektmanagement als 'Beruf' anerkennen.

Ich nicht. Das liegt aber an meinen Unvollendeten. Wie viele Kurzgeschichten warten auf ihr offenes Ende? Wie viele Gedichte auf ihre letzten Zeilen? Wie viele Romane auf ihr zweites Kapitel? Wie viele Bilder auf den letzten Pinselstrich? Sie liegen brach. Sie tun es nicht nur in den Schubladen und digitalen Ordnern, nicht nur im Keller und auf der Ablage unter dem Wohnzimmertisch. Nein. Sie liegen brach in meinem Kopf. Das macht mein Gehirn zu einem Raum mit Tausenden von offenen Schubladen.

Eine Schranktür steht auch ganz weit offen. Dort schlief lange, unruhig und schwer atmend das ausgemergelte Dissertierchen.  Am Montag habe ich es geweckt. Wir haben uns beide fürchterlich erschreckt. Es rieb sich die Augen und blinzelte ungläubig ins diffuse Januarlicht. Und ich? Ich konnte gar nicht glauben, dass es noch lebt. Es ließ sich ja nie anfassen, aber in diesem Fall war es zu überrumpelt um sich zu wehren. Ich streichelte ihm über die flusigen Härchen auf dem Kopf, rückte seine riesige Brille zurecht und machte ein paar Knöpchen an seinem Hemdchen zu. 

Jaja. Sunny's Unvollendete. Jetzt packt sie sie wieder an. Die Dissertation. 

Am Montag bekam sie ihr Notebook nicht an. Es verweigerte einfach seinen Dienst. Also malte sie mit der Zunge in der Backe einen Arbeitsplan. Eigentlich waren es vier Arbeitspläne. Die noch etwas unsortiert aus der Wäsche schauten. Aber immerhin hat sie den Unterschied zwischen Auswertungskategorien und Auswertungskriterien festgelegt.

Am Dienstag ging das Notebook wieder an. Und siehe: Es war noch alles da. Dateien wurden sortiert. Neue erstellt. Im Sinne des Arbeitsplans. Schwerfällig kam sie voran. Aber sie kam voran.

Am Mittwoch fraß sie sich durch drei Pflaumen. Aber satt war sie noch immer nicht. 

Upps. Falsche Baustelle. Am Mittwoch beschloss sie, jeden Probanden noch einmal zu Gehör zu bringen, um ALLE Unvollständigkeiten des Datensatzes zu beseitigen. Sie schätzt dass, sie 4 oder 5 am Tag schaffen müsste. Das hieße, das sie in 9 oder 10 Werktagen damit fertig wäre. 

Das ist eigentlich zu lang. Aber dafür hätte sie dann auch alle (auch die nebensächlicheren) Auswertungsschauplätze abgegrast und müsste damit nicht jedes Mal von vorn anfangen. Und so wird es ab heute gemacht.

Das gute daran: Hier gibt es wieder Einträge. Und neben den Erfolgserlebnissen (und seien sie noch so klein, ich werde sie STETS Erfolgserlebnisse nennen) werde ich jeden Tag einem unvollendeten Kunstwerk huldigen.

Und hier die Huldigung des Tages: Meine 1 m 50 hohe Leinwand, auf der ich die hypnotherapeutisch wachgerufene Zauberwiese festgehalten habe. Riesengroße funkelnde und glitzernde Blumen sind darauf zu sehen, grünsamtene Hügel und ein felsiger, steiniger, grauer und furcht einflößender Berg. Meine innere Weisheit steht am Horizont und winkt mir. Der Weg ist das Ziel, wie man weiß, aber er ist umsäumt von weißen Flecken, weil ich nicht wusste, wie man den Wegrand gestalten soll. Seit zwei Jahren hab ich dieses Bild nicht mehr angerührt. Es ist zu groß, um sich zu verstecken... Und sieht mich ein jedes Mal vorwurfsvoll an.

Wie das Dissertierchen mich jetzt. Weil ich doch die Probanden hören muss. Jajaja. Ich mach ja schon!

 

17.12.2011 um 23:43 Uhr

Die Sekunde der Arschbombe

llll

 

danke

 

danke

 

danke

 

danke

26.01.2011 um 08:36 Uhr

Schande!

Eigentlich bin ich ja verstummt. Aber jetzt muss ich mal laut schreien. Und da grade keiner da ist, schrei ich hier: SCHANDE! HartzIV-Empfänger dürfen also jetzt noch nicht einmal mehr Lotto spielen. Ach Quatsch. Entschuldigung. Sie dürfen natürlich spielen. Sie dürfen nur nicht gewinnen. Gewinnen sie nämlich, müssen sie es wieder abtreten.

Da gewinnt also ein Mensch, der ohnehin wenig bis nichts hat, 500 Euro.Er könnte ein bisschen feiern gehen. Sich oder seiner Familie was schönes kaufen. Ein paar Klamotten vielleicht, ein Fahrradoder eine Playstation. Irgendwas, was er eben sonst nicht kaufen kann. Wie das andere auch machen. Sich freuen über etwas zusätzliches. Und wie die meisten anderen auch wird er langfristig ohnehin mehr Geld eingesetzt haben als dann am Ende rausspringt. Ein bisschen wie sparen.

Oder hoffen...

Nicht so die ärmsten der Armen. Die dürfen das alles wieder abgeben. 

Letztendlich logisch. Sie werdenunterstützt, weil sie nichts eigenes haben, also müssen sie alles eigene abtreten, um weiter nichts zu habn, um wieiter das Recht zu bekommen, etwas zu erhalten.

So weit so gut.

Was mich so wütend macht, ist die Beschneidung der Rechte. Das Recht auf Freude. Auf Hoffnung. Auf ein bisschen Unvernunft. 

Ich könnt kotzen. Und ich seh den Menschen vor mir, der sich ein bisschen freut und seufzt und sagt, ach 500 Euro, das ist nicht die Welt, aber für ein paar Wochen schon, ich überlege mir, was ich damit anfange, wem ich davon etwas Freude gönne, und dann kommen sie, die Herren in grauen Anzügen, und rechnen dir vor, dass du ein Mensch ohne Hoffnung, ohne Recht auf etwas Zusätzliches, ohne eigene Entscheidungen bist.

Schande! Schande! Schande!

 

 

11.07.2010 um 22:56 Uhr

Auf meinem Mobiltelefon ist eine Eintagsfliege verendet

Der Himmel war heute alles. Blau. Wolkig. Mal kleine Flöckchen. Mal gewittrige Schlieren. Eben noch genau halb mit einer fetten weißlich grauen Wolkendecke belegt. Die andere Hälfte wolkenlos. Jetzt haben wir hier ein dunkelblaues Firmament mit müde funkelnden Sternchen. Wo ist der Mond? Vielleicht hinter den Wolkenrändern am Ende der Straße?

Im Hintergrund erhitzen sich die Gemüter an einem Ball, der von einem spanisch-stämmigen Fuß in eine von Netzen umsäumte Pforte getreten wurde.

Auf meinem Mobiltelefon ist heute eine Eintagsfliege verendet.

Dieser Satz ist wahr.

Im Dunkeln ist vielleicht gut Munkeln, aber die Tastatur ist kaum erkennbar.

Launische Sunny.

Ganz launisch isse in diesen heißen Sommertagen.

Man hat ihr den Frühling gestohlen.

Sie spart auf einen neuen.

29.05.2010 um 23:38 Uhr

grong prie dela peng - nachtrag III

wir knabbern unsere fingernägel krumm und können es nicht FASSEN!!!

29.05.2010 um 23:29 Uhr

grong prie dela peng - nachtrag II

Lena kommt auf Platz 5

29.05.2010 um 23:28 Uhr

grong prie dela peng - nachtrag

wir GLAUBEN aber, dass Belgien gewinnt

29.05.2010 um 23:26 Uhr

grong prie dela peng

Nur damit ihr es wisst: Wir, das sind der Zoo und die Sunny, die heute tausend, äh, zehn Jahre zasummen, äh, zusammen sind, stimmen für Spanien und finden Lena super.

Wir haben eine Katze, eine kleine Nuss und sind sehr zufrieden mit dem Leben...