Sonne, Mond und Sternchen

30.08.2006 um 20:59 Uhr

Einfallsreich

"Warum müssen Kinder schlafen?"

"Das ist, weil..

"Jaja", (ich weiß, was jaja heißt...), "weil sie Kraft brauchen für den nächsten Tag. Aber ich bekomme doch auch vom Essen Kraft."

"Ja, essen und schlafen. Beides wichtig. Schlafen noch wichtiger." Auch für die Eltern, denk ich so.

"Ja, aber wenn ich zum Beispiel zu lange schlafe, dann kann ich ja in der Zeit nichts essen und dann verhunger ich vielleicht."

"Nein, der Körper wacht dann auf, wenn er Hunger hat. Außerdem haben wir lecker zu Abend gegessen und morgen früh gibts wieder lecker Frühstück, also keine Sorge."

"Aber..., äääähm, also..."

Denkpause. Die nutz ich und sag: "Schlaf schön kleine Maus." Wende mich zum Gehen, da wird aufgeregt das Rettungsseil gezogen: "PUDDING; Mama Pudding!!!"

"Was soll mit Pudding sein?"

"Pudding gibt Kraft."

"ja, und jetzt?"

"Ich habe eine Frage zu Pudding."

"Ja, aber jetzt nicht mehr."

"Doch, du hast gesagt ich darf fragen, wenn ich was nicht verstehe."

"Ok, eine Frage."

"Ich verstehe nicht, wie man Pudding macht."

"Äh, ist das wichtig?"

"Ja."

"Ok, Pudding macht man aus Milch."

Steilvorlage.

"Und was noch?"

"Mehl und Eier und Zucker."

"Wie Kuchen, hihi."

"Ja, wie Kuchen, so, Gute Nacht jetzt."

Schmatz.

"Haben wir Eier im Haus?"

"Schluss jetzt."

"Und Mehl?"

"Schlaf schön"

"Milch?"

"Gute Na-hacht!"

"Und wann backen wir wieder Kuchen?"

"Bald."

"Und Plätzchen?"

Ich habe Hunger

Ist Pudding da?

Ich will nicht schlafen.

Mamaaaah, wann, äh, also, ich hab doch noch ne Fraaaage"

 

Ich glaube, sie hat mir noch nie wirklich Gute Nacht gesagt, oh Mann...

30.08.2006 um 18:24 Uhr

EXTREM

Es war der schlimmste August seit 1901, habe ich heute gehört. Am meisten Regen, am wenigsten Sonne.

Bedenkt man, dass es auch der heißeste Juli seit langem war und irgendwas extremes war dieses Jahr auch sonst noch, zumindest klingelts da bei mir, vielleicht der April?, sei's drum, jedenfalls bedenkt man das alles, dann müsste jetzt der heißeste September kommen und der kälteste  Oktober und der wärmste November usw. Mir soll's recht sein, der August ist schließlich vorbei und denkt man das konsequent zu Ende, dann kriegen wir weiße Weihnachten und alles ist wieder gut...

Hauptsache, man kann sich auf irgendetwas einstellen. 

25.08.2006 um 14:28 Uhr

Kampf

Beim letzten Skat-Turnier, bei dem ich mitmachte, spielte der Jupp mit.

Und Jupp war zum Schluss mit mir in der Endrunde, kein Mensch weiß, wie er das gemacht hat, hatte er doch mindestens 7 Kümmerling und 6 Kristallweizen mit Eis und ohne Zitrone zu sich genommen, das weiß ich noch genau, denn ich habe sie ihm mit guter Connection, war schließlich Kellnerin da, selber besorgt, u.a. in der Hoffnung auf bessere Chancen, wenn der Gegner früh intellektuell außer Gefecht gestetzt wird.

Also, jedenfalls is das beim Jupp nach hinten los gegangen, denn wie gesagt, er kam in diesem Zustand in die Endrunde und spielte nun ein Schrottblatt nach dem anderen, dummerweise mit mir zusammen.

Jupp hatte die Angewohnheit, an seiner Augenbraue zu zupfen, dieser Angewohnheit frönte er in jener Schlussrunde exzessiv, dabei gab er so Blubber- und Prustgeräusche von sich, immer wieder beflissen vergessend, eine Karte zu spielen, und wenn man ihn daran erinnerte, erschrak er so, dass er teilweise seine gesamten Karten über den Tisch verteilte: "Isch hab doch gar gein Herrz, habbisch doch net...", ja, Jupp, ja, verdammtnocheins, wir haben es gesehen.

Ein großes Finale, ganz großes Kino.

Wir anderen beiden Finalisten saßen schrottgenervt, mit verbissenen Gesichtern daneben und zählten Punkte. Wir hatten keinen Spaß.

Jupp hatte Spaß.

Und als ein amüsierter Zuschauer irgendwann zum Jupp hinging und mit den Worten "NAAA? Wie siehts aus Jupp, gehts noch? " Anteil nahm, da sagte der Jupp Augenbrauen zupfend nach ein paar Prustgeräuschen (und ich könnt schwören, dass er dabei verschlagen grinste):

" Brrr, Prrr, Psss, alllsso, isch bin schwer anjeschlaachen, aber isch kämpfe noch..."

Er hat nicht gewonnen, das nicht.

Aber er ist Zweiter geworden.

Gewonnen hat der genervte Zippes, der sich nicht freuen konnte, weil ihm die Runde keinen Spaß gemacht hat, weil alles so lange gedauert hat und der Jupp sich nich an die Regeln gehalten hat.

DAS war thematisch gesehen bis in die Morgenstunden ein Dauerbrenner, dass der Jupp sich ja nicht an die Regeln gehalten hat.

Mir hatte es aus oben genannten Gründen ebenfalls keinen Spaß gemacht, und natürlich, weil ich immerzu verloren habe.

Jupp hatte Spaß, jede Wette.

Schwer anjeschlaachen, aber noch kämpfen.

Danke Jupp.

Da fällt mir nichts mehr zu ein.

23.08.2006 um 21:17 Uhr

MT

MT, das kann vieles heißen, Firmen heißen so, so hört man bisweilen, Massenterror, kann man so abkürzen, Magentumor, Milchtüte, hahahahahaaaaaaaah, da issie wieder, die Miclhtüte, ich freu mich so, aber nö, die is nich gemeint, gemeint is was, über das unsere Tochter nach einem kurzen Blick auf den Fernseher zwischen Schnuller und Unterlippe weg nuschelt: Warum singen die beiden Männer denn wie Frauen?

Ja großartig, das sind doch Fragen, die mal gestellt werden müssen.

Und warum verdienen die noch Geld damit, könnte man ergänzen, und wieso sind die schon so alt und warum kennen wir die alle und warum werden die in alle Scheißtalkshows eingeladen und sülzen da rum und warum interessiert mich das auch noch?

Thomas Anders hab ich ja mal kennen gelernt, der is eigentlich ganz nett.

Ich sollte mich nicht so aufregen...

 

22.08.2006 um 12:31 Uhr

selbstverwirklichung

Was soll das eigentlich heißen, sich selbst verwirklichen? das kann doch nur ein ganz dummer Strunks sein, das hört man doch schon, Verwirklichung, was isses denn vorher? Falsch, Lüge, schlimmstenfalls nichts?

Was kann man denn verwirklichen? Eine Idee kann man verwirklichen.

Also hat man eine Idee, eine Idee von sich selbst und die möchte man gerne verwirklichen, und dann hat man sich selbst verwirklicht, da stimmt doch hinten und vorne was nicht, das is Murks, totaler Kappes.

Und was heißt jetzt verwirklichen?

Realisieren vielleicht? Hat das irgendwas mit der Realität zu tun? Die vorher nicht herrscht und nachher schon? Und nochmal die Frage: Was ist denn vorher?

Ist das Wahrheitsfindung, sich selbst zu erfinden und das zu verwirklichen? Und womit macht man das? Beruf, Kleidung, Accessoires, Mann, Hund, Handyklingelton?

Wonach richtet man sich dabei? Wie will ich denn sein? Blonder? Dünner? (Erfolg)reicher? Ordentlicher? Fleißiger? Souveränder? Cooler? Charismatischer? Und worum geht es da? Reine Außenwirkung oder will ich das auch in meienr Freizeit sein, allein zu Hause auffer Couch? Blond, dünn, etc?

Guck ich dann an mir runter und denk, mannomann, der Bauch is ganz straff, ich hab heute viel Geld verdient mit einem sehr renommierten Beruf und mein Mann hat auch keinen Bauch und unser Kind auch nicht und was schauen wir cool aus der Wäsche, Mensch sind wir souverän, ich glaube, wir haben uns fast selbst verwirklicht?

Wie isses denn mit zuhause sein, Kuscheln, liebhaben, Köpfe streicheln, Zuhören, sein und drauf scheißen, wer wir sein wollen?

Schön is das und so wirds heut auch gemacht.

21.08.2006 um 11:27 Uhr

Lichtzwang

Musik: Portugal. The Man - Elephants

So, mal überlegen, was ist alles gut, wo scheint grade die Sonn, draußen jedenfalls nicht, hab kalte Füße,das ist nicht gut, aber das ist jetzt nicht das Thema, das Thema is, was ist alles gut, ok, komisch, was mir zuerst einfällt, ist, dass es schön ist, ein Notebook zu besitzen, warum fällt mir denn jetzt sowas kaltes, materielles ein, vielleicht wegen der kalten Füße, aber das ist nicht das Thema, was ist alles gut, das neue Ringel-t-shirt meiner Tochter, schon wieder was Materielles, was ist denn gut, Morgens angelächelt werden ist gut, die Musik im Hintergrund ist gut, dass ich schreibe, ist gut, dass ich nicht ins Leere schaue ist gut, die Orchidee auf dem Fensterbrett blüht und das ist gut, der Schreibtisch ist bereit fürs Arbeiten, wie gut, mach was draus, oh Druck, nicht gut, also mach ich schon irgendwie weiter und es wird schon, morgen is schon besser, ich bin mir sicher, es wird schon, es geht schon, und es wird auch nochmal Sommer und dann rutsch ich mit der Putte im Arm ins spritzende Wasser und dann prusten wir und lachen uns kaputt.

Was für ein Kampf das Leben doch sein kann. 

18.08.2006 um 17:34 Uhr

S.O.S. - Zwei blonde Engel

Der beste Freund meiner Tochter ist grade da und die beiden nehmen die Bude auseinander. Während ich das hier schreibe, hör ich es krachen und scheppern, aber auch kichern und lachen und jetzt hab ich mir gesagt, ich guck mir die Bescherung einfach nachher an, was solls, das wird schon. 

Eben waren wir einkaufen, da haben die Beiden einen gemeinsamen Lachanfall bekommen.

Sie haben einfach irgendwann angefangen zu gickeln, dann wurde es lauter und lauter, ausgelassener, woraufhin sie auch nicht mehr zum Weitergehen zu bewegen waren. Und dann stand ich da auf'm Bürgersteig vorm Geschäft, mit einem Korb Pflaumen in der einen, einer Kaiserstüte in der anderen Hand, auf dem Rücken der fette Rucksack und die beiden blonden, verschwitzten, dreijährigen Engel mit hochroten Köpfen platzen fast vor Lachen, plumpsen auf ihre Popos, halten sich die Bäuche, lassen sich rückwärts nach hinten fallen, lachen, lachen, lachen, und kriegen sich nicht mehr ein, solange, bis der Freund vor Lachen in die Hose pullert, was er lautstark verkündet und die beiden zu erneuten Anfällen anregt und ich steh da so daneben und grins mir einen, inzwischen sind auch schon andere Leute stehen geblieben, die Autofahrer an der Ampel winken uns zu und verpassen die Grünphase, und keiner sagt was, alle staunen nur über so viel Fröhlichkeit, lächeln und lachen mit, keiner meckert, jeder sucht sich seinen Weg um uns rum, die Sonne schien auch gerade und ich glaub der Freitag nachmittag wurde ein bisschen heller.

 Und als meine Süße sich dann den Kopf stieß und der Freund sie in den Arm nahm mit den Worten, "wir müssen ein bisschen vorsichtiger sein", da platzte mir fast das Herz.

Egal, was ich heut noch tue, ich tue es grinsend.

 

18.08.2006 um 11:45 Uhr

Ein Kilo mehr

Jeden Morgen stell ich mich wie viele schönheitsbewusste Frau auf die Waage, lasse die dort angezeigte Zahl auf mich wirken, verarbeite sie und treffe daraufhin eine Entscheidung über meine Stimmung.

So.

Das ist schön und gut, wenn die Waage weniger anzeigt.

Das ist immer noch schön und gut, wenn die Waage gleich viel wie am Vortag anzeigt. Dann steig ich nämlich ab, stell mich wieder drauf und versuche mich am Waschbecken festhaltend eine kleinere Zahl aus der Waage herauszupressen und wenn ich dann gaaaanz langsam loslasse, bleibt die Waage dabei und dann hab ich sie verarscht.

oder mich selbst.

auch gut, klappt nämlich.

Blöd is jetzt, wenn aus völlig unerfindlichen Gründen ein halbes oder gar ein ganzes Kilo mehr angezeigt wird und ich schlechte Laune kriege. Kein Mensch sieht das, Gottverdammmich, keiner, aber schon quelle ich im Spiegel auf zu einer drallen Madame, die Lieblingshosen sind keine mehr, sie tragen jetzt auf und ich ziehe übellaunig weite Röcke aus meinem Schrank, die verdecken sollen, was keiner sieht, was nicht einmal ich bemerkt hätte, wenn ich es nicht immer so genau wissen wollte. Und da muss man sich doch wirklich fragen, ob Schönheit  nicht eine sehr mühsame und anstrengende Angelegenheit ist.

Vor allem paradox.

Hab ich gestern noch betont, werde ich heute kaschieren. 

Aber es hat sich doch wahrlich nichts verändert.

Naja, andererseits: Ein Kilo, meine Damen und Herren, das ist nicht zu verachten, da muss man sich mal so ein Tetrapack mit Milch schnappen, eine volle Milchtüte nämlich (da is sie wieder) und die muss man sich mal an den Po halten oder an die Unterarme oder sonstwohin, das is kein Pappenstil. Es is schon wieder die Milch, der LatteMakaratschi mit den zwei Punkten, der Kampf mit der Milchtüte und den kleinen Brüsten und das bringt mich auf den Gedanken der Weltbevölkerung und dass ich viel zu viel schreibe und denke und viel zu wenig aufräume und dass ich mir ein Nest bauen sollte und mein Lebtag schwanger sein und dann is normal, dass die Kilos kommen und dann Heim und Herd, dann schreib ich der Hermanns Eva ein Dankesbrief und schlage sie für den Bundesverdienstorden vor.

Es könnte alles so einfach sein.

 

17.08.2006 um 19:55 Uhr

Fehler-Haft

Was is eigentlich so schlimm am Fehler machen? Ohgottogottogott, feeeeehler, irrrrrrtüüüüümeer, am Ende bin ich gar nicht perfekt, am Ende lacht oder schimpft oder beschwert sich jemand über mich, am Ende ist mir jemand überlegen, am Ende merkt jemand, dass ich Schwächen habe, das Grauen, dann nimmt man mich in Fehler-Haft, und ogottogott, da komm ich niieee wieder raus!!!

Ok, ganz ruhig bleiben, da lässt sich was machen, stillhalten, keine abrupten Bewegungen, das Gewohnte verrichten, das tun, was man kann. 

Sonst nix. 

Dann meckert auch keiner.

Das is ja schon mal was.

What if you fail?

Keine Angst, du kannst gar nicht versagen.

Du tust nichts. 

 

14.08.2006 um 17:24 Uhr

ungeniert

es ist tatsächlich egal. egal, wie man sich benimmt, solang man gewisse grundregeln beachtet und selbst die sind oft außer kraft gesetzt. offensichtlich hat jedermann dermaßen mit sich selbst zu tun, dass einem die eigenen neurosen überhaupt nicht peinlich sein müssen. 

man kann ja kurz ein hingucker sein, evtl is man auch eine zeit lang gesprächsthema, aber das geht vorbei und die menschheit interessierts nich n bisschen.

also mein rat: völlig ungeniert leben, keine risiken fürchten, sich einen originellen hut aufsetzen, sich in allen schillernd erdenklichen farben kleiden, laut rülpsen, wenn einem danach is, ruhig auch mal schmatzen und sich nach dem essen den hosenknopf aufmachen, über geschmacklosigkeiten laut lachen, sich keine sprüche mehr verkneifen, schimpfen, fluchen, kakapupsnase sagen, trivialliteratur in der bahn lesen, kleiner busen, großer busen, alles wurscht, wumpe, völlig latte, manisch, depri, neurosen, psychosen, zu dick, zu dünn, spinat zwischen den zähnen, hautlappen unter den armen, alles pupsegal und überhaupt - finde ich - pupst man viel zu wenig in der öffentlichkeit.

 

laut.

 

richtig laut.

 

aber die konsequenzen, könnte man sich fragen und ängstigen.

egal, leute, es is völlig egal, dann wirste kurzfristig als liederliche person abgespeichert, aber is wurschte, denn wenn du beim nächsten mal (wenn dir danach ist) wieder aufräumst oder das pupsen sein lässt, hams die leute schon wieder vergessen und wenn es dir egal is, egal sein kann, wasse denken, dann umso besser und das kann dir nämlich auch egal sein, denn die gedanken der menschen kreisen permanent nur um sich selbst und was dein verhalten mit ihnen selbst zu tun hat, is das einzige, wo sie dich mit einbeziehen.

 

und jetzt kommt der trick: wenn dein verhalten in der tat nichts mit den anderen zu tun hat, werden sie dein verhalten und deine lapsusse (grins. wat is denn der plural von lapsus? lapsi? lapsûs? lapseen? lapsanten?, aber wie gesagt, egal, richtig egal, also richtig scheißegal!) ganz sicher ganz schnell wieder vergessen haben, also keine sorge, keine konsequenzen fürchten, dann wird es auch keine geben, nicht schuldig fühlen, dann wird dich auch keiner beschuldigen, nicht schämen, dann wird es auch niemanden geben, der auf dich herabsehen kann, die schuhe einfach ignorieren, sie passen alle nicht.

 

rülps.

 

uppsi.

Sonstige

 

 

12.08.2006 um 10:42 Uhr

sommersprossen

Es gibt einen Menschen in meinem Leben, den kann ich richtig gut leiden. mit Haut und Haaren, alles an ihm ist toll, auch die Sachen, die nicht toll sind, sind toll und die Sachen, die toll sind, sind sowieso ganz außergewöhnlich toll. ich find ihn toll diesen Menschen, richtig toll. 

So. Das ist natürlich zu einfach. Die Killerfrage, die ich stellen würde, würde das jemand über mich sagen, ist: was heißt denn eigentlich toll? Was genau ist besonders toll und was genau ist weniger toll und wie fühlt du dich dabei mich toll zu finden und warum findest du gerade mich toll und bin ich die tollste Person, die du je kanntest, oder die allertollste oder welchen Platz hab ich erreicht, isses Weltrekord, bin ich ein Superlativ? Welchen Platz hab ich in deinem Leben und wie viel räumst du mir extra ein, wie fühlst du dich mit dem Platz, den ich einnehme, nehm ich zu viel, isses zu wenig, sag mir doch mal ganz genau, was du fühlst, wie du mich siehst, wer ich für dich bin und warum gerade ich?

 "Weil du toll bist."

Toll, Kreis geschlossen. Rahmenhandlung . Bums aus.

Räusper. 

 "Ja, aber was heißt eigentlich..."

Und jetzt alle. Sagen wir es gemeinsam...

Bemühtes Grinsen, denn zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust, die eine steckt, wenn ich solche Fragen stelle, immer den Finger in den Hals und findet mich abscheulich, brr, Psyyyyycho, hämt sie, EEEEEmotante, du stellst typische Frauenfragen und gehst grad tüchtig auf die NERVEN!!!

Und die andere? Ja, das is sie die Emo-tante, die ganz verzweifelt is und das alles wissen muss, weil sie so verunsichert ist und sich sonst nicht aus ihrem Schneckenhaus traut. 

Aber jetz mal ehrlich, welcher Mann kennt sie nicht die Aufforderung, Sage mir, was du fühlst, und welcher kennt nicht die Antwortpallette, Tu ich doch, kann ich nicht so gut, nerv mich nicht, ich bin müde, ich bin halt so, komm jetzt ins Bett und können wir morgen darüber reden, da muss ich nochmal drüber nachdenken..

Äh. 

Nochmal drüber nachdenken, das issn Ding. Die ticken anders, das sag ich Euch, die sind im Kopf einfach anders organisiert, wenn Freundinnen sich solche Fragen stellen, dann sind sie ganz dankbar und sprudeln nur so heraus, mit all den Gedankenpfaden, die sie dan ganzen wachen langen Tag so entlangspaziert sind und beschreiben locker flockig, was sie so gesehen haben und wem sie so begegnet sind. Manchmal sehen wir doppelt, ich weiß, das kann nerven, aber dann haben wir die Dinge auch auf unterschiedliche Weise wahrgenommen und befinden das für mitteilungswürdig.

Dem Menschen, den ich toll finde, begegne ich mehrmals täglich, ganz oft und immer sieht er anders aus, mal Ritter, mal Pinup, mal Assi, mal Knabe, mal Chauvi, mal Professor, mal Schürzenträger, mal -jäger, mal Papa, mal Sohn, mal Prinz, mal König, mal Clown, mal ganz groß, auch mal klein, mal ganz lieb, mal gemein, mal hilflos, mal stumm, meistens klug, selten dumm, immer ruhig, selten nah, mit Verstand immer da, oft verrückt, nie verwirrt, manchmal starr, selten führt ihn das Herz, er hat Charme, ist ein Held, starker Arm, er ist so, wie ichs mag, jedes Mal, jeden Tag.

 

Und immer hat er Sommersprossen. 

11.08.2006 um 09:30 Uhr

Bloggiert!!!

scheiße, ich kann mit veränderungen nicht umgehen, es macht mich wahnsinnig, dass hier nichts mehr so funktioniert, wie ich das kenne und (eben auch!) einfach GAR nicht mehr funktioniert.

Da vergess ich doch jegliche Inhalte drüber. Ich bin völlig BLOGGIERT!

Viele meine Kommentare sind grade gelöscht. Jaja, die kommen schon wieder, aber was, wenn nicht? da bin ich neurotisch, da krieg ich unruhezustände, da REEEESCH ISCH MISCH UFFFF!

 

Ab zu msword, da weiß ich schon vorher, worüber ich mich aufrege... 

07.08.2006 um 18:50 Uhr

apropos banal

hautlappen sind sowas von banal.

na bidde.

ich kann mitreden.


juchhu.

07.08.2006 um 12:03 Uhr

saturday night fever

toll wars, mal wieder zappeln gehen und sich schick machen und so und sich drehen und wenden vorher vorm spiegel, feststellen, dass man noch knackisch is unso, und dann los ziehen, sich cool und geil und sonst noch was finden  und dann ab in die disoko, dunkel, n bisschen siffig, alles, was dazugehört, frauen zählen, die gleich alt und älter sind, waren ne menge und dann rocksongs querbeet, auch mal hören, was die jungen leute jetzt so angesagt finden und dann fängt das tanzbein an zu zucken und dann sitzt da imke, zieht ne schnuuutöööh und sagt "ooooch nööööh, mür üs heüt nüch sooo nach tanzöööhhn"
und dann frag ich sie erstma, warum sie mit mir tanzen gegangen is und mich selbst frag ich, warum ICH mit IHR tanzen gegangen bin und denke, dass das wohl daran liegt, dass ich allen anderen freundinnen schon gesagt habe, dass sie mir nicht mehr in die wange kneifen sollen, naja un dann geh ich halt alleine tanzen und das war auch ganz schön, solange ich die sauertöpfische freundin vergessen konnte, die alleine an der klebrigen theke sitzt, aber DANN...
da klebt plötzlich mein hinterer oberarm am unterem achselbereich fest, wegen schwitzen unso, und das is unschön, aber auch nun keine katastrophe, stoffwechsel haben wir alle, aber plötzlich frag ich mich, ob man ab über 30 vielleicht mehr schwitzt als drunter und dann hinterfrag ich kurz drauf die straffheit meiner oberarme und stell mir vor, wie das aussieht, wenn die haut sich da so langzieht und habe eine ganz schrecklich derbe vision von langen labberigen schweißgetränkten, am unteren achselbereich klebenden hautlappen (gott is das eklig) und gerate aus dem takt und verlasse ängstlich ausgerechnet bei New Model Army (das kann man nicht klein schreiben) die tanzfläche, um auf der toilette an der haut unterhalb meiner oberarme herumzuzupfen, was albern is, mich aber beruhigt, noch is alles in ordnung, dummerweise muss ich jedoch auf dem rückweg an imke vorbei, die mich aufhält um mir zu sagen, dass sie der meinung is, das wür ausgöööhöön dooch nuuuhn wooaahrlüch hünter uns hättööhn, langsam würde ös doch albööörrrn, scheiße, jetzt kneif mich noch in die wange und ich flipp aus, vor allem, weil ich mir dann noch um deren straffheit gedanken mache, aber abreagieren kann ich mich auch mit wackelnden hautlappen unter den armen auf der tanzfläche, also flücht ich mich dahin und schwing das tanzbein wie ein derwisch und als dann die gute imke kurze zeit später die ansage macht, dass sie nicht mehr allzu langööh zu bleiben gedönkt, sag ich nur, tschüß und spar mir das sonst übliche in aussicht stellen von baldigem wiedersehen, dass war das unnetteste, zu dem ich fähig war, tschüss, ümke, ich schwölgö noch ün möiner juuugöndlüchen vörgangönhöit, so richtig albern, so richtig laut und schrill und ausgelassen und gedankenlos, hoch solln sie kleben die hautlappen, is doch eh allen scheißegal...

05.08.2006 um 21:22 Uhr

überraschung!

menschen beschäftigen sich also mit banalen dingen, mit führerschein, mit mittagessen, mit autokäufen, mit zubehör fürs aquarium, und das schreiben sie auch auf und halten es für vermittelnswert und vielleicht machen sie es auch nur für sich selbst, is doch eine feine sache, och mönsch, da muss man doch nich fies werden, kann man da nich drüber stehen, muss man da gleich in die wunde rein und so?
banales is doch eigentlich beneidenswert, ich freu mich, kann zwar nich mitreden, freu mich aber...

obwohl...

so richtig unlustig sind gemeinheiten auch wieder nicht.

gegrinst hab ich ja doch.

freu oder schäm ich mich jetzt?

beides zusammen ergibt jedenfalls das breiteste grinsen.




03.08.2006 um 19:26 Uhr

webmuster

isses denn wirklich so, verdammt nochmal, dass wir uns nur verhalten nach mustern und mechanismen, uns anpassen je nach mensch, umgebung und situation, alles so machen oder eben genau nicht so machen, wie mama und papa es uns gesagt haben, dass wir uns gegen irgendwas abgrenzen, uns in irgendwas einfügen, uns fügen in unsere bescheidenen grenzen, in das, was wir beigebracht bekamen, jemals in geschichten gelesen , in filmen gesehen haben, in das, was uns die werbung glauben macht, in die schöne bunte medienwelt?
haben wir denn alle ikea, lindenstrasse und persil ins gehirn geklebt bekommen?
hat das alles noch mit dem einzelnen zu tun? mit wahren gefühlen? mit echten menschen?
oder sind wir nur hüllen mit unterschiedlichen vorstellungen und konzepten?
ich könnt kotzen, wenn ich überdenke, wie viel zeit wir mit dem erhecheln unserer vorstellungen vergeuden, am ende is immer alles schal und fade, na bravo - und dann wird das nächste erhechelt, und das natürlich in mustern und bestenfalls feinmechanik, da zerbrech ich doch lieber in tausend teile, da spreng ich mich doch lieber auf nimmerwiedersehen in die luft, als dass das immer so weiter geht und sei es in noch so blumigen ornamenten,  mann bin ich grad sauer!!!!!