Auch auf die Gefahr, dass sich einige dann gar nicht mehr beherrschen können, hier der zweite (vom Eierköpfer ausgehend der dritte) Teil meiner "Eier-Periode", öhöm, uiuiuii, wie kommt man aus der Nummer wieder raus, äh, also, jedenfalls, was mir noch dazu einfällt, ist, dass ein Ei ja ein vielseitig einsetzbares Lebensmittel ist, gerührt, geschüttelt, gekocht gebraten, gequirlt, zum Frühstück, Mittagessen, Abendbrot, auf die Stulle, auf'm Teller, mit Tomaten, mit Schinken, Pilzen, alles drum und dran...
Wie also mögen die Leute ihre Eier, mit einem sehr guten Freunde, unser Verhältnis schwankte immer so zwischen "Wir sollten nicht." und "Wir könnten ja mal." , wurde beinahe der Grundstein zu einer heißen Affäre gelegt, als wir entdeckten, dass unsere Eierspeisen-TopFive eins zu eins übereinstimmt. Was für Kleinigkeiten alle dafür sorgen können, dass ein Mensch sich in sein Unglück stürzt, mangels eindeutiger Gelegenheit, haben wir die Sache dann doch nicht durchgezogen, aber dennoch ist es eine magische Verbindung zwischen uns geblieben, dass wir unsere Eier (hihi) GENAU gleich mögen. Vielleicht könnte DAS auch der neueste ultimative Beziehungstest werden, sage mir, wie du deine Eier magst, und ich sage dir, wer du bist. So oder so ähnlich. Diese Anfangsgespräche, wenn man sich sympathisch ist, laufen ja häufig so, dass man sich zwischenzeitlich anschaut und guckt, als hätte man gerade ein gemeinsames spirituelles Erlebnis, völlig geschockt und hingerissen ob der Schicksalshaftigkeit: DAS IST JA BEI MIR HAAARGENAUSO... Kopfschütteln, *entgeistert guck*...
Sei es, wie es sei, wir mochten unsere Eier nämlich folgendermaßen:
- weich gekochtes Frühstücksei (an den Eigelbrändern gerade mal ein BISSchen fester, ansonsten flüssig)
- Spiegelei (sunnysideup, wie sonst, am Rande knusprig, und ohne Schnickschnack (Schinken oder so, bäh), evtl. ein bisschen Petersilie drauf)
- Rührei (auch das darf nicht zu lange in der Pfanne gewesen sein, das Eigelb muss noch schön gelb-orange durchschimmern, alles ein klein wenig glibberig, mmmh)
- Omelette (naja, kann man essen, wenn es sein muss, ein schöner Aufnehmer für Soßen, gerne Pilze)
- hartgekochte Eier (die sind eher übel, am schlimmsten die, deren Eigelb schon grünlich gekocht sind, wohingegen die Partyeier eher medium sind, aber so richtig lecker ist anders)
Beim letzten Punkt waren wir uns einig, dass diese Form von Ei durchaus im Nudel- oder Kartoffelsalat ihre Berechtigung hat, ansonsten aber nicht erstrebenswert ist.
Das schöne war: Wir waren uns über jedes Detail einig, unterbrachen uns aufgeregt, nur um den Satz des Anderen exakt so zu ergänzen, wie er vom Einen vorgesehen war. Es war ein einstündiges Gespräch, in dem wir auch noch feststellten, dass keiner von uns Beiden nachvollziehen kann, was an Spargel so toll ist, dass uns allen Beiden Oliven egal sind und Sardinen überHAUPT nicht schmecken. Rein kulinarisch hielt ich uns in diesem Moment für das absolute Traumpaar.
Da es aber der Lebensmittel gar viele gibt und sich in den letzten acht Jahren mehrere Gelegenheiten der Uneinigkeit über Leibspeisen und Sonstiges (v.a. das) ergeben haben, denke ich für meinen Teil, dass sich "Wir sollten nicht" in "Was sollte denn das?" gewandelt hat und "Wir könnten ja mal." einfach nur noch als "Wir hätten ja mal gekonnt" im Raum steht.
Jaja, die Eier.
Als nächstes ein Geschmackserlebnis der besonderen Art: "Was passierte, als mir gesalzenes Eigelb auf mein Marmeladenbrot tropfte und ich es zunächst nicht bemerkte."
Hauptsache, man hat einen griffigen Titel.