Sonne, Mond und Sternchen

21.09.2007 um 20:53 Uhr

zaubertuch

fenster putzen. eine philosophie für sich. kann mir einer sagen, wie es streifenfrei geht? ich kannte mal eine frau, die hatte sich für zwanzig euro ein zaubertuch gekauft. ich hielt sie damals für verrückt, aber es klappte. ob trocken, ob feucht - streifenfreier glanz. ich hingegen streife durch die gegend und habe inzwischen mindestens fünfzig euro für fünfundzwanzig ottonormalverbrauchertücher ausgegeben. jetzt hält mich zwar keiner für verrückt, aber man sollte es. sollte mich SOFORT für verrückt erklären, DENN: ich kaufe mir tücher, die streifen machen! ja, im ernst, gerade die seite, die streifenfrei putzen soll, macht streifen, dieses ledrige quietschen dazu, ich könnt glatt...

äh...

ja, sagen wir es gemeinsam:

verrückt werden.

kann mir einer sagen, wo ich so ein mikrofaserintergalaktischantriebzaubertuch bekomme?

oder: wer hat streifenfreie fenster?

ihr könnt's ruhig zugeben.

ich bin allenfalls neidisch. 

 

20.09.2007 um 11:07 Uhr

hot-hot-hot

naaa? altweibersommer? ab mitte september? hab ich was gesagt?

ich heize.

heize mein arbeitszimmer, weil ich sonst schnatternd am laptop sitz und mir einen schnupfen hol.

altweibersommer...

HA!

vergesst einfach, was ich gesagt habe. denkt nicht mehr dran.

vielleicht klappt es dann... 

15.09.2007 um 22:51 Uhr

Der, die oder das Ziggi?

Mehr Sicherheit für die Jugend. Mehr Schwierigkeiten für Raucher an Zigaretten zu kommen. Sicherheits- und gesundheitsfördernd sind sie, die neuen Schikanen am Automaten.

Als ich im Januar das erste Mal den neuen Schlitz für die Altersprüfung an den Automaten sah, war ich völlig überfordert. Natürlich war ich mal wieder völlig uninformiert (nein, nicht uniformiert, haha) und wusste nicht, was der Automat von mir wollte, als sein Display mich anblinkte "Altersprüfung erforderlich!". Ok, EC-Karte hatte ich dabei, aber (da bin ich stolz drauf) meine EC-Karte hat kein Altersmerkmal. "Genau wie ich", dachte ich, "das passt ja schön zusammen." Aber das nutzte mir gar nix. Zigaretten bekam ich nicht. Seitdem kauf ich die Zigaretten am Kiosk, was meinen Konsum eher hochschnellen ließ, denn jetzt kauf ich immer direkt zwei Schachteln oder die Big-Box, ängstlich darauf bedacht, immer genug im Hause zu haben.

In Kneipen hingegen gibt es den oder die ZIGGI, den oder die kann man sich an der Theke holen, und dann schiebt man das lila Kärtchen in den Automaten. Geht auch. Nun sind aber viele Menschen mit kriminellen Energien auf die Idee gekommen, dieses Kärtchen an sich zu nehmen und Handel damit zu treiben, sie an zwölfjährige Jungs und Mädchen zu horrenden Preisen zu verkaufen und sich eine goldene Nase zu verdienen. Oder aber, es gibt viele Leute mit EC-Karten ohne Altersmerkmal, und die freuen sich über ein funktionables Zigarettenholaltersprüfgerät und stecken es einfach ein. Vergesslichkeit tut ihr Übriges, jedenfalls kamen diese Karten reihenweise weg und jetzt kann es zu folgenden Szenen kommen, wenn man sich in einer Kneipe ein Päckchen Zigaretten gönnen möchte:

Ich ging sehr routiniert mit abgezählten Zigarettengeld an die Theke meines Vertrauens und fragte freundlich nach besagter Karte. Ebenso freundlich wurde mir geantwortet, dass diese unterwegs sei. Wiederum freundlich wandte ich mich zum Gehen, um besagte Karte von meinem Vorgänger in Empfang zu nehmen, jedoch wurde ich umso freundlicher von der Kellnerin aufgehalten, die mir eröffnete, dass der 'normale' Zigarettenautomat kaputt sei und nur noch der in der Herrentoilette funktioniere. Ich stutzte, immer noch freundlich, und war sehr dankbar für den Tipp, dass ich mir ja wahlweise die Augen zuhalten oder nicht hinsehen könne, ging schnurstracks zum Männerklo, um da einem militärisch geschniegelten Mittsechziger zu begegnen, der die Karte triumphierend vor sich hertrug. Ich (freundlicher denn je) gab kund, dass ich jetzt auch Zigaretten kaufen will und den oder die ZIGGI benötige, doch das war dem Mittsechziger suspekt, der kannte seine Pappenheimer und gab seinerseits überhaupt nicht freundlich kund, dass "ihm das zu heikel" sei und er "eine offizielle Übergabe" wünsche. Nun gut. Ich ging mit ihm zur drei Meter entfernten Theke und sagte nun zugegebenermaßen etwas spöttisch: "Der Herr wünscht eine offizielle Übergabe." Dachte natürlich, dass nun seitens der Kellnerin ein feistes Grinsen erscheinen würde, doch keineswegs. Die offizielle Übergabe war auch vom Personal erwünscht, denn nun wurde ich aufgefordert einen Pfand hinzugeben, was eher schwierig war, denn ich hatte ja nur mein abgezähltes Geld dabei. Der Herr wiederum wurde daran erinnert, dass er ja auch ein Pfand hingegeben haben müsste, was er jedoch verneinte. Beflissen musste er nichtsdestoweniger zum Besten geben, dass man "ja nie wisse, an welche Leute man gerate" und solche Sachen "vor Zeugen geregelt werden müssen". Oha. Kellnerin und AlterMann waren höchst zufrieden mit sich und der Welt. Einigkeit und Recht und Freiheit. Dennoch kam ich mir äußerst verloren vor, wie ich da stand, wie mit sieben beim Bäcker, mit meinem Kleingeld in der Hand und ohne ZIGGI. Jedenfalls sollte ich dann einen Pfand holen, und das war der Punkt, wo die ganze Freundlichkeitsbekundung anstrengend wurde. ALterMann und Kellnerin schauen mich erwartungsvoll an, ich sag: "Ich hab kein Pfand", Kellnerin: "Aber, Sie müssen doch ein Portemonnaie dabei haben". Ich: "Soll ich jetzt fünfzig Meter durch den ganzen Biergarten laufen, fünfzig Meter zurück, um meinen Personalausweis für eine Zigarettenholkarte abzugeben, mit der ich dann die drei Meter zum Zigarettenautomat zurücklege, um dann damit peinlicher- und verbotenerweise im Herrenklo Zigaretten zu kaufen, wohlweislich darauf bedacht, meine Papiere wieder zu erhalten, und nicht, wie es sonst und ohne Pfand meine Art wäre, mit der Zigarettenholkarte in der Hosentasche wie ein Luchs durch den Lüftungsschacht zu verschwinden? Ist das der Plan? Ist das Ihr Ernst?" Man zögerte. Der alte Mann stand fachmännisch mit verschränkten Armen neben uns und wartete ab. Ebenso fachmännisch werde ich nun von der Kellnerin gemustert. "Sie können Ihre Kette hergeben.", sagt sie nun gönnerhaft. Bitte? Meine Kette? Ich soll meine Kette ablegen, um Zigaretten holen zu dürfen? Ich bin fassungs- und sprachlos. Ein Kellner mischt sich wohlwollend ein: "Nun lass sie doch gehen." Danke. AlterMann und Kellnerin lassen mich misstrauisch in Richtung Herrenklo abdampfen.

Dort geht es weiter: Zunächst war ich inzwischen so eingeschüchtert, dass ich anklopfte. Doch keiner sagte 'Herein!'. (Wer soll den auch auf dem Klo herein sagen? Oh Mann!) Ich zögerte. Dann öffnete ich die knarrende Tür, gaaaanz langsam und schob meinen Kopf hinein. Ich sah den Kopf eines Mannes. Türspalt für Türspalt kam mehr von ihm zum Vorschein, Hals, Schultern, Rumpf und ich dachte so, wenn da in der Ecke nicht der Automat, sondern ein Pissoir steht, schau ich ihm gleich direkt auf den Dödel, doch ich hatte Glück. Er (der offensichtlich ein Altersmerkmal auf seiner Karte hatte) nahm sich eine Schachtel aus dem Automaten und schaute mich irritiert, wenn nicht herausfordernd an, woraufhin ich den folgenden außerordentlich passenden, ja geradezu erleuchtenden Satz äußerte:

"Ich muss gar kein Pipi."

Das nenn ich mal schlagfertig. Letzten Endes verließ der junge stolze Eigentümer einer EC-Karte mit Altersmerkmal kopfschüttelnd die Herrentoilette und ließ mich im Urinstein-Muff dort stehen.

Der, die oder das ZIGGI passt, das Kleingeld wird auch genommen, und siehe: der ganze Pissoir-automat voll mit ekligen Zigarettenmarken wie R1, R6, ERNTE und Phillip Morris. Langsam steht mir das Pipi in den Augen, was meinen letzten klugen Satz Lügen straft, hektisch zerre ich an den betreffenden Zigarettenfächern. "Würdelos", denk ich, "das ist doch völlig würdelos, ich muss aufhören mit dem Scheiß" Im Schweiße meines Angesichts zerre ich, mit weiteren kopfschüttelnden Herren rechnend, überglücklich eine Schachtel P&S aus dem Schacht, flüchte nach draußen in die frische Kneipenluft, übergebe der ungeduldig und misstrauisch wartenden Kellnerin den oder die ZIGGI, renne die fünfzig Meter durch den Biergarten zu meiner beleidigten Bekannten, die keinerlei Verständnis für die ganze Story aufbringt, da sie eine eingefleischte Nichtraucherin ist.

Dann hab ich erstmal eine geraucht, mich der Illusion hingegeben, dass sich all die Mühen für diesen kleinen, aber notwendigen Nikotin-Kick gelohnt haben, was tatsächlich gewirkt hat, jedoch muss ich sagen, dass sich 'Freiheit' anders anfühlt. Und für diesen Spaß geb ich nun ca. 1500 € im Jahr aus, gerate langsam aber sicher ins soziale Off, stehe an Bahnhöfen in aufgemalten Quadraten, dicht an dicht mit übel riechenden Personen unter einer Rauchglocke und werde angegafft, demnächst werden wir einen nikotingelben Stern tragen müssen, damit man uns auch ohne Zigarette in der Hand als Luftverpester erkennen kann.

Ich muss dringend etwas unternehmen.

 

12.09.2007 um 23:31 Uhr

es ist, wie es ist...

männer sind pragmaten. sie wollen den frauen nicht wehtun, wenn sie mitten in einem heulkrampf sagen: du, schatz es ist schon spät, und ich muss morgen früh raus.

nee, wollen sie nicht. irgendwie möchte ich auch nicht mit einem mann tauschen, vor dem ich sitze und sätze sage wie: jaja, du sagst schon, dass du mich liebst, aber die art WIE du es sagst. es kommt einfach nicht bei mir an.

vor allem: ich SAGE es nicht. ich wiederkäue.

zu meiner ehrenrettung: er sagt es wirklich nicht überzeugend.

was, wenn diese hübschen drei wörter zu einer floskel werden. ganz postmodern gesagt ist dieses gefühl ohnehin unausdrückbar geworden.  

aber wie schön, dass ich diesen eintrag gerade nochmal durchgelesen habe und das wort 'pragmaten' dem wort 'primaten' nicht unähnlich ist.

denn: bei allem verständnis. das gefühl eine weinende frau 'du liebst mich nicht' sagen zu hören, kenne ich nicht. aber ich kenne das weinen.

nur ein primat kann dann seinen zeitplan kundgeben. wirklich und wahrhaftig: nur ein primat.

und ein huhn? das rastet aus, gackert im kreis herum und wenn wir glück haben, legt es ein ei.

die hühner und die primaten. eine geschichte voller missverständnisse... 

12.09.2007 um 00:48 Uhr

welche maske?

ungeheuerlich, wie schwer es ist, mit einer teebaumölmaske im gesicht vorwurfsvoll zu gucken...

10.09.2007 um 09:14 Uhr

die wahrheit

Keinen Anlaß zur Lüge zu haben, heißt noch nicht: aufrichtig sein.

Arthur Schnitzler

 

"Jede Wahrheit brauch einen Mutigen, der sie ausspricht.", wirbt die BILD immer mal wieder. Neulich zeigte das Plakat eine Frau, die ein Schild trug (der Pranger ist schließlich barbarische Vergangenheit), wo drauf stand: "Ich habe die Pille mit Absicht vergessen!"

Aha.

Das ist mutig. Das ist vor allem deshalb mutig, weil Leute wie ich daran vorbei laufen und sich vor Lachen krümmen. Wilde Tabus werden da gebrochen. Ich bin begeistert.

Aber was ich eigentlich sagen möchte: es mag zwar mutig sein, die Wahrheit zu sagen. Aber woher kommt das? Weil es einfacher ist zu lügen? Nein. Finde ich nicht. Lügen, das weiß ich aus eigener Erfahrung, lastet sehr schwer auf der Seele. Länger mit einer Lüge leben zu müssen, schürt die Angst.

Angst, dass es irgendwann mal rauskommt, dass man ertappt wird, nicht nur bei der eigentlichen Wahrheit, sondern beim Akt des Lügens selbst.

Sei'n mer doch mal ehrlich, wir lügen doch alle, oder? Warum also nehmen wir das so eng? Warum ist Lügen so peinlich, wo wirs doch alle machen? Aber das gilt schließlich auch fürs Pupsen... Das will dann auch immer keiner gewesen sein. Ich bin jetzt mal mutig: Ich hab schon mal im Kino gepupst. Hängt mir ein Schild um den Hals, ich sag das auch in der Öffentlichkeit. Mann-mann-mann, bin ich mutig. UND: ich setz noch einen drauf: Ich lüge regelmäßig. Tja, jede Wahrheit brauch ihn, den Mutigen. Jede Lüge vielleicht auch?

Kennen wir doch alle: Wenn ferne Bekannte, acuh Freunde anrufen und man nicht rangeht und nachher behauptet, das Handy sei kaputt gewesen. Oder der Klassiker: Smsen, die nicht angekommen sind. Von: "Mir gehts gut." bis hin zu "Die Frisur steht dir gut", das sind so die kleinen Lügen des Alltags. Wo fangen sie an, richtig fies und peinlich zu sein, unsere Lügen? Bei Affären? Ich treff mich heut abend mit sabrina? Ich schlaf heut bei Marie? Notwendige Lügen, wenn man eine Sache geheim halten will. Die Frau mit der Pille zum Beispiel: Vielleicht hat sie jahrelang steif und fest behauptet, es sei ein Pillenversagen gewesen, oder Antibiotika, von deren beeinflussender Wirkung sie nichts gewusst haben wollte, Durchfall etc. Was kann man nicht alles behaupten. Die Umgebung ist hilflos, die Wahrheit kennt nur der Lügner selbst. Vielleicht hat sie aber auch in der 12. Woche der Schwangerschaft ihrem Mann zugelächelt und gesagt: "So genau hab ich es mit der Einnahme auch nicht mehr genommen" und er hat zurückgelächelt. Wann wiegen denn Lügen schwer?

'Lügner', fällt mir grade auf. Was für ein hässliches Wort.

Aber wann ist es angebracht? Eine Freundin von mir hat mir jahrelang immer wieder kleine Lügen erzählt. Eine Stunde Verspätung? Stau! Raubüberfall! Bahnen und Busse, die einfach ausgefallen sind, Unfälle hatten. Ein halbes Jahr nicht melden? Handy gesperrt! Verloren. Gestohlen. Kein Geld? Gerichtsvollzieher! Einbruch. Windige Firmen, die sie übers Ohr gehauen haben. Streit mit Freunden? Verrat! Zeter! Mordio! Sie war sehr erfinderisch. Hat alles mögliche erzählt, was einfach mindestens zur Hälfte nicht stimmte. Ich hab das immer gewusst, die Hälfte abgezogen und sie dennoch in den Arm genommen, erstens, weil ich sie einfach mochte, zweitens weil ich die Angst in ihren Augen flattern sah, nicht nur die Angst, beim Lügen erwischt zu werden, sondern die Angst, keine Rechtfertigung für viele ihrer Verhaltensweisen zu haben. Lügen war für sie wie Zement, um ihre Ängste und Neurosen zu kaschieren.

Ich bin kein Engel. Wie jeder Mensch möchte ich nicht angelogen werden. Aber ich denke, die Motivation spielt eine große Rolle, und wenn ich mir das so überlege, kenne ich eigentlich keinen Menschen, der ohne Skrupel oder grundlos lügt.

Als ich meine Freundin nach langer langer Zeit wieder sah und wir uns gerade so richtig freuten, dass wir wieder zusammen sein konnten, da hatte sie so große Mühen, ihre Unwahrheiten aufrecht zu erhalten. Teils verplapperte sie sich und versuchte mit großer Mühe, wieder die Kurve zu bekommen, es war so anstrengend. Also fasste ich mir ein Herz und sagte, es sei völlig unnötig mich anzulügen. Mir sei egal, ob sie zu verpeilt ist, mich anzurufen, und mir sei auch egal, ob sie mit Geld einfach nicht umgehen kann, mir sei GENAU so egal, ob ihr Umgang mit ihren Freunden gerechtfertigt sei. Ich würde ihr vertrauen. Sie würde schon ihre Gründe haben. Und sie müsse mir auch nicht alles erzählen und begründen.

Sie ist völlig zusammengebrochen. Nicht weil ich wusste, dass sie gelogen hat. Sie hätte weiter dran festhalten können. Hätte ich nix machen können. Nee, es war schlimm, weil sie es zugeben musste. Sie ist vor Scham fast daran erstickt. Aber sie hat es rausgebracht. Und verdammt nochmal: DAS nenn ich MUTIG!

Es gibt sie, die Geradlinigen, die Angstfreien da draußen, die niemals lügen, die zu allem stehen, was sie tun, die niemals nötig haben, die Realität zu verbiegen, anzumalen und zu beschönigen. Aber das nenn ich angstfrei. Lange noch nicht mutig.

 

06.09.2007 um 23:13 Uhr

der grüne wildledermantel

ich habe eine boutique meines vertrauens. habe ich. und freu mich darüber. seit jahren kauf ich nur da ein. es ist eine second hand boutique und die ladeninhaberin ist eine fantastische stilberaterin. leider haben wir den gleichen geschmack. das heißt, dass sie die besten sachen oft vor mir checkt und testet und natürlich kauft. gottseidank ist sie zehn cm kleiner, sodass genug für mich übrig bleibt.

so weit so gut.

die gute hat jetzt einen wildledermantel da hängen, der ihr zu lang ist und dessen dunkelgrün nicht zu ihren grauen augen passt. mir hingegen passt er wie angegossen und bringt hinwiederum die farbe meiner augen wunderbar zur geltung. der mantel ist ca wadenlang, hat geile schnallen an den ärmeln, einen coolen kragen und nähte, die mich so zierlich wie eine elfe erscheinen lassen, was einem wunder gleich kommt, wenn man meine hüften kennt und bedenkt, dass es um einen ledermantel geht, unter den locker noch ein strickpullover passt.

der preis? geht so. 89 €. bei meinem verhandlungsgeschick noch um schlappe 14 € runterzufeilschen.

ABER. jetzt kommts: er hat einen fleck. vorne unten rechts, einen dunklen fleck in euromünzengröße. dieser fleck lässt mich nicht schlafen. geiler mantel, geile farbe, geiler schnitt, geil, geil alles geil, aber mit schmuddelfaktor, der mich zurückschrecken lässt. 

heute hab ich mich dagegen entschieden. und diese entscheidung macht mir jetzt auch schwierigkeiten.

geiler traummantel mit schmuddelfaktor. was denn nun? wenn jetzt eine andere frau als dunkelgrüne elfe den gehsteig hinabtanzt, dann muss ich wohl kotzen. aber sie ist dann eben eine schmuddelige elfe, und das passt schließlich auch nicht so recht zusammen.

aber vielleicht geht er auch raus, der fleck? ich fühle mich an hawthorne's geschichte mit dem muttermal erinnert, vielleicht ist der mantel nur mit fleck was besonderes?

herrje, sagt doch, sagt: kaufen oder nicht? es dem schicksal überlassen, ob er weggekauft wird, der mantel, oder so lange da hängt, bis der preis nochmal so richtig runtergeht? ihn vergessen, den schönen mantel? bei h&m einen pieseligen woll-acryl-misch-mantel kaufen, den jede haben kann?

ich weiß es nicht und bin froh, dass ich grade keine anderen problem habe.

 

06.09.2007 um 13:13 Uhr

latte macchiato

von: sunnysightup   Kategorie: Skurriles

der gemeine kaffee ist out. lang schon. im grunde schon so lang, dass er eigentlich wieder im kommen begriffen sein müsste. man trinkt keinen kaffee mehr. auch der ausspruch 'gehen wir mal einen kaffee trinken' ist in meinem umfeld seltener geworden, man geht dazu über 'sich mal auf einen latte zu treffen'.

ich weiß noch, als ich eines winters mit dicken handschuhen in einem dieser hippen cafés einen latte, grande zum mitnehmen erstand, was lange dauerte, denn ich wurde viele dinge gefragt, karamell, vanille, zimt oder amarena, zum Beispiel, und mit oder ohne koffein, fettarm oder nicht, waren wichtige fragen, von grande, small oder medium ganz zu schweigen. die welt ist bunt, sagte ich mir. es kam einem psychotest gleich und ich kam mir außerordentlich interessant vor. wie beim arzt, wnen man all die sachen über den körper gefragt wird, über die man sich nie so recht gedanken macht. konsistenz des stuhlgangs, oder so. als ich dann einen fettarmen latte grande kaufte, nickte der smarte uniformierte südländer hinter der theke fachmännisch und sagte, eine gute wahl und ich strahlte. (wobei er das auch nur aus 'ich bin sam' abgekupfert hatte, oder aus dem lehrgang 'emotionales verkaufen', aber es wirkte).

so. nun ging ich also mit diesem überdimensionierten bedeckelten pappbecher durch die fußgängerzone, meine weißen fäustlinge um die heißen rundungen meines coffee-to-go geklammert und ich versuchte ally mcbeal-like meine melodie zu finden, meinen inneren song, den, der meinen tag begleiten würde, mich stabilisieren und prägen, auf dass ich eine geile schlange sein werde, die niemals stolpert und deren make-up nicht verrutschen möge, amen.

so wars auch. innere melodie: sympathy for the devil. eine aufstrebende junge frau wandert durch die stadt, der schneematsch zählte nicht, allenfalls die weichen flocken am himmel, ich schaute nach oben, nicht nach unten.

äh.

das wollte ich alles gar nicht erzählen. jedenfalls bin ich eine eingeschworene latte-trinkerin und weight-watchers mit ihrem punktesystem (ZWEI PUNKTE! EINER!) können mich mal.

als wir gestern in einem griechischen restaurant saßen, bestellte ich routiniert wieder einen latte macchiato und der kellner schaute mich ratlos an. schweigen. bis zehn zählen. er sagte: ich frag mal nach. kam nicht wieder. bis 300 zählen. dann kam er an unseren tisch und fragte: was ist das denn? ein milchkaffee, antworte ich freundlich. oh, achso, sagt der kellner. das haben wir. super, sag ich, das hätt ich gern. und dann stellte er mir eine kleine weiße porzellantasse hin, mit einem tellerchen darunter, auf dem zwei kleine plastiknäpfchen mit kaffeesahne lagen. (HALLO? KAFFFESAHNE?) hatte ich ewig nicht mehr gesehen. er muss mir meinen schock angesehen haben, denn er fragte: nicht richtig? ich sagte: das ist kein milchkaffee. und dann fragte er: was IST ein milchkaffee? und dann gab ich auf und sagte, alles in ordnung, ich trink den kaffee, alles ist gut, machen sie sich keine gedanken. da fiel mir ein: vor zehn jahren habe ich nix anderes getrunken als kaffee mit einem schuss milch. milchkaffee gab es damals auch schon, aber ich konnte diese dicken milchkaffeetassen nicht ausstehen. seit mindestens fünf jahren jedoch trink ich nix anderes als milch mit einem schuss kaffee. und habe in der tat vergessen, wie kaffee schmeckt. scheußlich bitter, wie ich fand, und völlig wirkungslos auf meine psyche.

jetzt frag ich mich ernsthaft, ob ich milchsüchtig bin. ich mach jetzt einfach mal den test und trink das zeug koffeinfrei.

der restaurant-abend verlief weiterhin skurril, der kellner hatte einfach eine meise. aber das latte-problem werde ich jetzt angehen. erst warmer koffeinentzug und dann die milchproblematik...

sind anderthalb liter milch am tag zu viel?

05.09.2007 um 22:45 Uhr

Pulswärmer

Unfassbar. Ich trug heute Pulswärmer und habe gefroren. Und das in dem von mir versprochenen Altweibersommer. Nach allen Seiten habe ich versichert: Hey, Leute - macht Euch nix aus dem schlechten Juli, scheißt auf den August, der Juni ist Schnee von gestern, wartets ab: Der SeptEMBER! Das wird was. Wir liegen bei 30 Grad im Halbschatten des Baumes am See und wundern uns über die Eicheln, die uns auf den Kopf fallen.

Aber nö, nö, nöööö.

Wie steh ich denn jetzt da? Wie erklär ich denn jetzt DAS? Pulswärmer und ein Mützchen für meine kleine Tochter?  Ein hustender Mann und die Kälte in meinen Knochen? Ok, Leute, jetzt hab ichs aber: Scheißt auf die erste Septemberhälfte, die ZWEITE wird der Knaller! Ein echter Knaller. 25-30 Grad bis tief in den November hinein. Dann wird an meinem Geburtstag gegrillt. Mit Plantschbecken.

Ihr werdet noch an mich denken.

Äh, ja... Wenn's eintritt, isses geil, oder? 

05.09.2007 um 00:48 Uhr

kackendreist

manchmal bin ich offensichtlich respektlos, ohne es zu merken. heute habe ich jemanden ganz empfindlich getroffen. eine person, die der meinung war, ich säge an ihrem stuhl. ich wolle sie von ihrer 'leiterposition' verdrängen. uppsi.

das kann schon sein. interessant ist, dass ich davon in diesem moment KEINE AHNUNG, nicht die allergeringste Vermutung hatte, dass dem so sein könnte.

ich hau offensichtlich des öfteren KACKENdreiste sachen raus, ohne das überhaupt zu wissen.

schlaumeier, ich, musste ich natürlich heute mal wieder zu allem meinen senf geben. ein kluger mann hat mal zu mir gesagt, ich solle mein tempo drosseln.  

mal vor mich hin tuckern, also...

klingt ja spannend. 

02.09.2007 um 21:21 Uhr

Gras

Das Kleine Pampasgras (Cortaderia selloana) ist eine Solitärstaude, die öfters in europäischen Gärtnereien angeboten wird.

Das ist ein sehr kalter Eintrag im schnellen elektronischen Nachschlagewerk. Unangemessen nüchtern, zumindest dann, wenn man ein solches Gras vor dem Fenster hat und zurzeit Tag für Tag beobachten darf, wie sich die kleinen buschigen Federblüten aus dem Rohr schälen. Kleine feuchte rotgraue Igel, noch im Stängel verfangen, Nieseltropfen an den Stacheln, werden sie sich demnächst majestätisch in die strahlenden Oktobersonne erheben. Weißer sanfter Flaum inmitten von messerscharfen Halmen vor blauem Himmel. Der Herbst kommt.

Wie schön.

02.09.2007 um 21:00 Uhr

Büllder

Sacht mal Leute, wie macht man das, schöne Bilder ausm Internet hier veröffentlichen, nachdem man sie schön auf'M Computer unter 'Eigene Dateien' unter 'Eigene Bilder' abgespeichert, jene nach Blogigo hochgeladen, die Grafikadresse kopiert, sie als URL und dann die Titel und so eingefügt und im Grunde alles richtig gemacht hat, wieso erscheint dann das Bild im kleinen popeligen Briefmarkenformat und nicht so, wie ich es gern hätte?

Jemand Erfahrung? Liegts an mir? An Blogigo? Am Julian? Am Jpg? Oder was - oder wie? Das ist mir schon zu viel Stress, Menschenskinder, ich wollt einen so schönen Eintrag machen über Gras,genauer 'Pampasgras' und dazu hatt ich ein schönes Bild, aber seis drum, jetzt mal ich einfach mit den Buchstaben, wartets ab...

01.09.2007 um 23:17 Uhr

no risk no fun

alle möglichen dinge machen spaß. bringen so richtig freude. musik zum beispiel. oder sport. oder ein gutes gespräch. und individueller kram. der eine, so wie ich, hat tierisch spaß am schreiben, der andere am malen oder wieder andere am fotografieren.

und jetzt der innere schweinehund. wieso ist der weg zum spaß so weit? wo liegt das risiko? beim schreiben isses unter anderem auch die gefahr, dass man beginnt und merkt, dass es scheiße ist. dass einfach nichts gutes dabei rauskommt. das ist natürlich echt frustrierend. kein spaß. no fun. aber no fun isses auch, wenn man es gar nicht erst anpackt.

aber jetzt auch noch der lustfaktor. manchmal hab ich auch ÜBERhaupt keine LUST, nich'n bisschen, nich'n fitzelchen lust auf all die sachen, die spaß machen, z.b. musik, musik hat doch kein risiko, oder? aber wann setz ich mich schon mal hin bei kerzenschein und schöner musik? und WENN ich das dann tu, dann entspann ich und freu mich und bin voll bei mir und frag mich, warum ich das so selten mach...

seltsam...

denn, wenn ich GAR nix mach, oder mich lustlos durch den trash-salat zappe, denn ist es stockenduster, farblos und lau.

dann doch lieber feststellen, dass der weg zum spaß weit ist, ihn lustvoll gehen und sich durch die eigenen kanäle schalten.

ich bin gespannt...

 

01.09.2007 um 01:29 Uhr

Geständnis

Ich gebs zu: Ich habe fremdgebloggt. Wollts einfach mal ausprobieren. (Ist schließlich mein Blog-Motto) Mal woanders sein. Wo mich noch keiner kennt. Wo scheinbar auch alles funktioniert. Und man mehr Möglichkeiten hat. Die ich nicht nutze. Aber immerhin. Jedenfalls hats mir hier nicht mehr so doll gefallen. Geb ich auch zu. Aber nicht wegen dem Julian (wegen DES Julians hört sich doch wirklich scheiße an, oder? Mensch, Sick, du Verlierer!), sondern weil die Luft raus war. Also meine Luft.

Naja, und dann hat das Spaß gemacht.

Schon.

Aber nur fünf Tage lang. Weil da die Community fehlt. Und man nicht gucken kann, wer beliebt ist und gerade online und mal so ne Übersicht, oder so. Und dann diese kalte Maske, nix Buntes und keine Statistik und all der Kram.

Und dann hab ich mir überlegt: Warum ist denn die Luft raus? Oder: Worin liegt denn woanders der Spaß? Und dann dacht ich so bei mir: Vielleicht ist es der Neuanfang. Mal alles zusammen sein. Frau, Gattin, Mutter, Tochter, Neurotikerin, Geliebte, Intellektuelle, Tratschtante, alles auf einer Seite. 

Vielleicht ist das aber egal, auf wie vielen Seiten das steht, und wo die stehen. Jedenfalls ist es hier vertraut und nett. Vielleicht ist ein neuer Titel auch ein Anfang. Vielleicht auch nur die Mitte. Mannomann. Die Mitte! Wer sucht sie nicht?  Vielleicht sollte ich jetzt aber einfach mal schlafen gehen. Vielleicht fallen mir morgen wieder schreibens- und lesenswerte Worte ein und nicht grad die Augen zu.

Wir haben Mond.

Gute Nacht...