Sonne, Mond und Sternchen

10.06.2008 um 13:08 Uhr

HASS!!!

Das Dissertierchen hasst den Rasenmäher- und Heckenschneidermann. Es hasst ihn. Hält sich die Ohren zu und guckt böse in die Gegend.

Genau das tue ich auch. Drei Mal in der Woche. DREI MAL!!!!

Irgendwann spring ich ihm an die Gurgel! Und dann hau ich ihm eine rein! Und dann mach ich den Rasenmäher an und halt ihm den an die Ohren und währenddessen beschimpf ich ihn unflätig, und er muss nachher alles wiederholen, was ich gesagt habe, und wenn er das nicht kann, dann gehts wieder von vorne los.

Und das Dissertierchen wird laut lachend aus dem Efeu fallen. Ich sag's Euch.

Pupskakaarschrasenmähermann, Scheißpupsarschgesichthausverwaltung. Kacke hier!

10.06.2008 um 12:12 Uhr

Das Dissertierchen

Es sitzt in meiner künstlichen Efeuranke, die sich hinter mir an meiner roten Wand entlangschlängelt. Scheu schaut es auf mich herab, mit riesengroßen Augen hinter einer dicken Hornbrille, eine, die die Augen noch vergrößert und einem diesen glasigen naiven Blick verleiht. Naiv ist es nicht, mein Dissertierchen, nein, ich würde eher sagen, im Gegenteil, es ist sehr misstrauisch, aber es weiß, dass es Futter von mir bekommt und wie heißt es so schön: Beiß nicht in die Hand... usw.

Ich finde es irgendwie süß, mein Dissertierchen. Auf den ersten Blick scheint es wirklich nur aus Augen und Brille zu bestehen, so, wie es da aus dem Efeu herauslugt. Schaut man genauer hin, sieht man zarte flauschig graue pelzige Ärmchen und Beinchen, unverhältnismäßig lang, kleine längliche Fingerchen klammern sich an die Ranken und ganz ganz selten sieht man den ganzen Kopf und dann kann man seine riesigen abstehenden nackten Ohren erkennen, aber ich glaube, dass die ihm peinlich sind, denn es fummelt sich immer, wenn ich sie bemerke, nervös dran rum und versucht sie nach hinten zu drücken. Den Mund hab ich noch nie gesehen, aber unter der Brille sitzt eine runde unverhältnsmäßig große Kartoffelnase. Eine erstaunliche Menge weißer Haare hat es auf dem Kopf, sie stehen wirr in alle Richtungen und auch hier zupft und fummelt mein Dissertierchen ab und an dran rum. Meistens schaut es aber einfach nur still auf mich herunter. Beobachtet wachsam den Bildschirm. Wenn sich nichts tut, schau ich mich zu ihm um. Dann leidet es demonstrativ, die Riesenaugen anklagend auf mich gerichtet, und manchmal, an Tagen wie heute, wo wirklich noch nüschte an Konstruktivem entstanden ist, wendet es den Kopf ab und kuschelt sich traurig in die Efeublätter hinein. Das kenn ich schon. Tut mir auch leid, doch ich ignorier es trotzdem oft genug.

Heute hat es aber noch einen drauf gesetzt: Hospitalismus. Es schaukelt vor und zurück und knallt immerzu mit dem Kopf gegen unsere Wand. Ich muss was tun. Das Kratzen des Kugelschreibers, das Klappern der Tastatur, Grafiken, Tabellen, mein Dissertierchen muss dringend aufgeheitert werden.

Hey, guck mal, ich schreib über dich. Das ist doch was. Eine kleine Hommage. Ich weiß, dass du da bist. Und ich kümmer mich auch. Schau: Vokallängen werde ich ausmessen. (Das scheint ihm zu gefallen, das Klopfen hat aufgehört.) Und die Zeitangaben in Tabellen einfügen. (Es dreht sich wieder um, ich kanns genau spüren.) Und natürlich hören wir heute auch noch Sätze ab. (Ich hab grad geguckt, ich glaube es lächelt ein bisschen.)

Naja, äh, also, versprochen ist versprochen, und wie soll man sich auch auf was Anderes konzentrieren, wenn ständig was gegen die Wand knallt.

Na, das hat es sich ja fein ausgedacht. Aber es ist ja nur zu meinem Besten.

 

08.06.2008 um 10:37 Uhr

Ruhig. Ganz ruhig...

Eine Sache. Konzentrier dich auf eine Sache... Einatmen. Ausatmen. Beginnen. Ausruhen. Weitermachen. Beenden.

Nur so kann's gehen. 

Wie?

Nochmal von vorne. Eine Sache. Einatmen. Ausatmen.

Und so weiter...

Bis zum Schluss.

 

07.06.2008 um 23:14 Uhr

Das Prasseln der Impulse

Wenn ich auch nur einen von ihnen fangen könnte. Ein Impulsregen stürmt auf mich ein, benetzt mein Gesicht, trommelt auf meinem Kopf, dringt in mein Herz, berührt meine Sinne, lässt mich atemlos greifen, blind, ins Leere. Mit kleinen feinen Nadelstichen, Federnkitzeln, Eiströpfchen und kleinen Zungen wirft es mich in alle Richtungen, es zieht, es zerrt, wohin nur, wohin mit mir.

Sex?

Nein.

Die Muse.

Ein Bild malen? Ja, klar. Aber welches? Das Portrait? Den Himmel? Den Kerzenschein? Das Wasserglitzern? Der Riese? Alles begonnen, alles liegen gelassen. Welche Farben, wohin die Flächen, worum die Linien? Wohin nur, wohin nur mit mir, mit diesem Wunsch, diesem tiefen tiefen Wunsch, nein diesem Bedarf, der Notwendigkeit, mich auszudrücken, mein Ich in Formen, in Worte zu gießen.

Worte? Ja. Das Gedicht über die Angst. Das über das Netz. Und das Geheimnis. Die Kurzgeschichte, die in Barcelona spielt. Die Kindergeschichte über Robert, den Tausendfüßler. Kasimir und die kleinen Leute. Sisyphos und sein Lachanfall. Wohin nur, wohin mit mir und meinen Einfällen, meinen inneren Bildern und meiner Liebe für die Welt, die Kanäle sucht und scheut, wohin nur damit?

Es könnt einen zerreißen, wäre es nicht so komisch. In jeden Fernsehkanal habe ich nun gleichförmig für drei Minuten hineingezappt. Summasummarum macht das neunzig Minuten Zeitverschwendung. Frage mich die ganze Zeit, ob die Linie schwarz und die Fläche rot sein soll. Ent- und verwerfe Sätze. Finde Reime und streiche sie wieder.

Auf dem Papier ist gähnende Leere. Die Summe der Impulse ist grenzenlos.

Ich werde mit einer schwarzen Linie beginnen.

Jetzt.

 

06.06.2008 um 10:18 Uhr

Warum es nicht immer ein Wunder sein muss...

 
 
 
 
 
löwenzahn
 
 
 
 
 
 
 
 

02.06.2008 um 09:12 Uhr

Frisch ans Werk?

Hallihallohallöchen. Die Sonne scheint, blauer Himmel, 23°, der Garten erstrahlt in allen Farben und die Arbeit wartet mit einem erwartungsvollen Gesichtchen.

Ach, wärs schön, wenns so wär. Die Augen brennen, das Herz bummert, zu viel Kaffee, jetzt schon, und manchmal weiß man überhaupt nicht, wo man beginnen soll. Vor allem dann, wenn es kein 'Vorne' kein 'Hinten' und keine 'Mitte' zu geben scheint.

Naja, das macht es auch irgendwie einfach. Irgendwo anfangen. Weitermachen. Laufen lassen.

Wie im richtigen Leben...

Auweiha.

Das IST das richtige Leben.

Schockschwerenot.