Ein Abend nur für mich...
Kommt selten vor. Keine Telefonate. Keine Termine. Keine letzten Arbeitsdetails. Der Mann aus dem Haus. Wie schön. Zeit, der Kreativität ihren Lauf zu lassen. Sie mal richtig ran nehmen, die Kreativität. Komm her, Muse, lass dich knutschen, so richtig mit Zunge und allem. Äh... Also, wenn du Lust hast, mein ich... Oder Zeit. Vielleicht würde ein kleiner Blick auf dich schon genügen. Ein nackter Knöchel oder so, vielleicht der kleine Zeh? Reich mir den kleinen Zeh, Muse... Ein Tanz gefällig? Bei Kerzenschein? Unsere zarten Fingerchen ineinander verschränkt? Dein Kopf ruht auf meiner Schulter? Ich plaudere charmant? Und dann, äh, also, ach ich weiß es doch auch nicht... Das mit den Hitgiganten der 80er war nicht geplant, diese Ebaygeschichte, verzeih mir die Ebaygeschichte, ok? Löcher in die Luft gestarrt? Wer hat Löcher in die Luft gestarrt? Etwa ich? Doch nur auf der Suche nach dir... Eine Kerze? Ich soll eine Kerze anzünden? Kaffee? Aschenbecher? Die Lilie? Die Lilie aus dem Garten? Pflücken? Zeichnen? Kohle? Papier? Und dann auf Leinwand? Die Farben aus der Schublade kramen? Pinsel? Wasser? Mühe? Mühe? Muse? Mühe? Muse? Mühe?
Äh...
Trübsal, Schicksal, Labsal, ja sogar Rinnsal, all das kann ich mit dir assoziieren, liebe Muse, aber Mühsal?
Und was ist -sal eigentlich für ein komisches Suffix?
Warum will ich Sprachwissenschaftlerin sein?
Warum vergehen die Sekunden so schnell?
Und all die Jahre?
Wo ist die Kraft für Entscheidungen?
Wer hat die letzte Aspirin geklaut?
Fragen über Fragen.
Um Mitternacht mit nackten Füßen über eine feuchte Wiese spazieren und eine weiße Lilie pflücken könnte ein Anfang sein.
Wofür?
Wer weiß das schon...
