Sonne, Mond und Sternchen

29.09.2008 um 17:03 Uhr

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose

Oh Mannomann, gleich kommt mein Mann, mein Mann kommt gleich... Der schlüssel klickert im Schloss, Schritte im Flur, die Tür meines Arbeitszimmers öffnet sich.

"Ei brort se Flauers!" Mit diesen Worten überreicht der Strahlemann seiner Frau (mir) zwanzig rote und orange-farbene (orangene mag ich nicht sagen, brrrr!) Rosen. Seine Augen glitzern knabenhaft spitzbübisch zwischen den Sommersprossen, und er ist hin- und hergerissen zwischen männlichem Stolz auf seinen romantischen Einkauf und Befangenheit ob meiner Freude. 

"Ei brort se Flauers!" wiederholt er. "Flauers for mi?" frag ich. "jes! flauers for mei bjutifull weif!" Er sieht aus wie 17 dabei, er grinst und streckt mir die Faust mit den Blumen entgegen.

"Bitte Frau, hier die Rose!"

"Danke Mann!"

Romantik kennt keine Regeln, sie entwickelt ihren individuellen Zauber auf immer wieder neue und sehr sehr eigenwillige Art...

:-))

 

24.09.2008 um 15:00 Uhr

Übersturz

wenn alles auf einmal auf mich einprasselt, dreh ich mich wie ein wirbelwind im kreis, man sollte alles in meinem unmittelbaren orbit festnageln oder in sicherheit bringen, es wird unweigerlich mitgerissen.

schnauf.

ruhig, braune, ganz ruhig. 

nur nichts kaputtmachen. 

eins nach dem anderen.

wird schon.

wird schon...

 

24.09.2008 um 00:16 Uhr

Vom Stöckchen zur Inspiriation

Was man nicht alles tut, weil es andere tun... Ts-ts-ts... Langweilig war mir nicht, ablenken wollte ich mich von dieser elenden Dissertiererei (die Ähnlichkeit zwischen desertieren und dissertieren scheint mir nicht zufällig), und irgendwo hatte ich gelesen, dass man auf Wikipedia gehen und zufällige Artikel anklicken sollte . Damit kann man sich nämlich seine eigene Band basteln. Der erste Artikelname ist der Bandname, der zweite der Albumtitel, die nächsten 15 die Songtitel.

Hab ich gemacht. Habs mir auch irgendwo notiert. Schwupps ist der Zettel weg gewesen. Aber den Bandnamen weiß ich noch.

Lauflicht.

Und dann sind drei Songs hängen geblieben, über die ich grinsen musste:

"Nervenheilkunde"

"Gewindespindel"

und die wunderschöne Frage:

"Ist das nicht mein Leben?"

Und wenn ich es mir so recht überlege, dann sollte ich vielleicht, naja, jetzt nicht gleich den großen Wurf planen und eine Band namens "Lauflicht" gründen, aber mal einen Song schreiben, oder?

Ich habe noch nie einen Song geschrieben. So richtig mit Refrain und Herzeleid und ganz kritisch und mit lustigen Reimen, auf die noch kein anderer vor mir gekommen ist.

Na, und das werd ich jetzt einfach mal machen. Mein erster Song heißt "Nervenheilkunde", und wenn der mir gefällt, dann heißt mein zweiter "Gewindespindel" und am Ende dieses wundervollen Projekts steht die Kür mit "Ist das nicht mein Leben?"

Ob ich die dann hier einstelle? Och weiß nicht. Wie ich mich kenne, wohl eher nicht, aber ich kann ja einfach mal erzählen, dass ich es vorhabe. Druck.

Druck. Druck. Druck.

Ohne den geht bei mir gor nüscht.

Mmmh. Der Grand Prix wartet. Lass mal überlegen... Auf Kunde reimt sich schon mal Stunde... Und noch viel besser: Wunde. Äh, Sekunde? Runde? Pfunde? Nerven, werfen, Konserven. Spindel, Windel, Gesindel, leben, geben, heben, schweben, beben...

 

20.09.2008 um 22:56 Uhr

Blogigo und die Käfer

Streik. Boykott. Migration. Mensch. Ich verfolge dies mit großem Interesse und einiger Angst, dass mir lieb gewordene, wirklich ans Herz gewachsene Leute gehen und habe die Schreckensvision, dass ich am Ende nix mehr zu lesen habe, geschweige denn gelesen werde. Für mich gäbe es nur diesen einen Grund zu gehen: Wenn alle weg sind. Das mit off und on und hier mal was nicht da und das mal schwierig, och naja, ich arrangier mich schon. Aber wenn alle wegziehen? Hallo?

Aber wisst Ihr, warum ich wahrscheinlich bis zum letzten an blogigo festhalten will, Umzugswelle hin, Umzugswelle her? Nostalgie. Reine Nostalgie. Das Jahr, in dem ich zu bloggen begann, war so ungeheuer wichtig. Ich fühle noch die Angst in den Knochen, wenn ich diesen 'Veröffentlichen'-Knopf drückte, jedes und jedes Mal dachte ich, oh Gott, was machst du hier eigentlich? Und die ersten Kommentare. Nie wäre ich auf die Idee gekommen zu antworten und wenn ich es doch getan habe, musste ich vorher einen ganzen Tag darüber nachdenken. Das hinter jedem Blog ein Mensch steckt, habe ich erst nach und nach begriffen. Zunächst wimmelte es hier nur so von Namen, von Zeilen, Blog-Designs, aber es war alles so abstrakt. Und mit der Zeit habe ich meine Angst verloren, einen Stil gefunden, es macht Spaß, einfach nur Spaß, nicht im Geringsten zwanghaft, es ist interessant bei den Anderen zu lesen, diese unglaublich vielen Persönlichkeiten mit all den Träumen, Lebensvorstellungen und -entwürfen. Manchmal lach ich laut über einen Kommentar, manchmal weine ich leise bei fremden Liebeskummer mit. Die Zeilenabstände haben sich mit Leben gefüllt, und besser kann ich das, was sich in den letzten zweieinhalb Jahren bei mir in der Realität abgespielt hat, nicht zusammenfassen. Ob mir das Bloggen geholfen hat? Ja. Schon. Aber das macht mich nicht so sentimental. Bloggen kann ich auch woanders. Das hilft bestimmt auch. Aber so richtig wichtig ist, dass das hier ein Spiegel ist. Ein Spiegel dessen, was sich bei mir verändert hat. Ein Spiegel meiner Entwicklung und diesen speziellen Rahmen möchte ich um keinen Preis aufgeben.

Warum ich bleibe? Ich hab mich an die blaue Farbe gewöhnt, die kleinen süßen Ikons, den Stern, das Herzchen, den Pinsel, das Buch und nicht zuletzt die vielen kleinen Gänseblümchen, zu denen kleine Käfer ja nun wirklich ausgezeichnet passen.

Sei's also drum. Ich bleibe. Und freu mich so oder so, wenn die blaue Farbe '1 neuer Kommentar' oder '1 neue Nachricht' anzeigt und die '(1)" hinter einem meiner Favoriten auftaucht. Selbst den falschen Imperativ in 'Bitte gebe einen längeren Text ein.' habe ich lieb gewonnen, loslassen ist nicht meine Stärke, aber festhalten muss auch nicht unbedingt eine Schwäche sein.