Sonne, Mond und Sternchen

18.04.2010 um 22:00 Uhr

follow the impulse

und wenn du glaubst, du müsstest ein lied singen, singe.
schmetter es fröhlich heraus oder summe es leise vor dich hin oder zergehe in traurigen weisen, aber singe, wenn du glaubst singen zu müssen.

und wenn du wütend bist, sag nein. sag laut nein.
schrei es sogar, wenn die wut groß genug ist. vielleicht knallst du eine tür oder trittst gegen ein regal oder machst was kaputt. na und? ich seh nicht, was daran so schlimm sein soll.

und wenn du dich bewegen willst, dann lass ihn, den körper.
lass ihn tanzen oder laufen oder hüpfen oder schwimmen oder auf bäume klettern oder roller fahren oder sonstwas seltsames tun.mach es einfach. überleg nicht lange. spring einfach drauf los. es ist einfach. wenn du es tust, ist es einfach.

und liebe menschen, die du lieben möchtest.
lieb sie einfach frei heraus. schau sie an mit strahlenden augen und freue dich an ihnen. berühre sie. überlege nicht lange. wie oft beruhen solche gefühle auf gegenseitigkeit. du wirst es sehen. du wirst es fühlen.

wer hat denn all die regeln gemacht? wo steht geschrieben, dass ich auf der straße nicht singen, tanzen oder hüpfen darf? wo steht denn geschrieben, dass ich erst überlegen muss, ob meine wut berechtigt ist? dass ich sie mit dem kopf lösen muss anstatt mit dem herzen? wo steht geschrieben, dass ich verbindungen erst definieren muss, bevor ich mein herz öffne? und wann soll das sein? wer hat uns unsere tränen verboten? wer hat gesagt, dass unsere gefühle ungehörig sind. warum soll ich das visier unten lassen? wann wurde die innere wahrheit zu etwas obszönem erkoren? 

angst.
sie haben uns das fürchten gelehrt.
ist meine seele frei, kann jeder sie berühren.
auweiha.

ich weiß nicht, wann es war. aber irgendwann kam die erkenntnis, dass ihr keiner etwas anhaben kann. sie ist groß und stark und weise.
und sie ist so beschaffen, dass sie den moment für mich erspürt. nichts kann falsch sein, wenn meine seele frei ist. sie verkümmert, wenn ich sie verschämt und misstrauisch hinter tausend türen hinter dunklen gängen verschließe und niemanden an sie heranlasse.

und ich lass sie tanzen, meine seele. nicht immer. aber sie tanzt. und ich lass sie singen. und sie darf weinen und sie darf auch wütend sein. manchmal entschlüpft sie mir. dann lass ich sie nicht. dann tut sie einfach, was sie will. und das ist unberechenbar. und beängstigend. aber ich schäme mich nicht mehr. wofür auch? meine seele ist unbesiegbar. sie ist allmächtig. sie ist ein wunder.

wer hat entschieden, dass mauern anerkennenswert sind? dass kontrolle besser ist und vertrauen nur gut? und warum geht der esel aufs eis, wenn es ihm zu gut geht? kann es einem zu gut gehen? warum fürchten wir die höhen? warum muss immer alles weh tun und mühsam sein und im griff? was kostet es für eine energie, sich im zaum zu halten... was für eine traurige verschwendung...

und zu allem überfluss bleibt ja immer die frage: ist es wirklich sicher im käfig?