Sonne, Mond und Sternchen

27.11.2007 um 16:13 Uhr

Herbst?

von: sunnysightup   Kategorie: Skurriles

Während die Bäume nackter und nackter werden, die Kälte uns in die Knochen kriecht, die Heizungen auf vollen Touren läuft und ich wieder überlege, aus reinem Lichtmangel ins Sonnenstudio zu pilgern, hat sich ein kleines Pflänzchen, hellgrün und zart, mit weißen kleinen Blütenblättern ans Licht gearbeitet.

Ich habe heute - kein Witz - ein Schneeglöckchen entdeckt. Der Tag des ersten Schneeglöckchens im Jahr, der dieses Jahr sehr früh lag, Anfang Januar glaub ich, ist für mich ein schöner Tag, was zum Feiern.

Heute hab ich ein komisches Gefühl. Bin kopfschüttelnd weitergegangen. Schneeglöckchen im November? Ich werde es beobachten. Ich wünsche ihm eine gute Zeit bis zum ersten Frost. Obwohl man schließlich nicht genau weiß, ob sich die Sache mit dem Frost und dem Winter nicht ein für alle Mal erledigt hat.

Zumindest hat es sehr hübsch ausgesehen, und ein bisschen Sonne gab es heute auch noch. Warum nicht? Frühling im Herbst? 

Ich bin verwirrt... 

 

06.09.2007 um 13:13 Uhr

latte macchiato

von: sunnysightup   Kategorie: Skurriles

der gemeine kaffee ist out. lang schon. im grunde schon so lang, dass er eigentlich wieder im kommen begriffen sein müsste. man trinkt keinen kaffee mehr. auch der ausspruch 'gehen wir mal einen kaffee trinken' ist in meinem umfeld seltener geworden, man geht dazu über 'sich mal auf einen latte zu treffen'.

ich weiß noch, als ich eines winters mit dicken handschuhen in einem dieser hippen cafés einen latte, grande zum mitnehmen erstand, was lange dauerte, denn ich wurde viele dinge gefragt, karamell, vanille, zimt oder amarena, zum Beispiel, und mit oder ohne koffein, fettarm oder nicht, waren wichtige fragen, von grande, small oder medium ganz zu schweigen. die welt ist bunt, sagte ich mir. es kam einem psychotest gleich und ich kam mir außerordentlich interessant vor. wie beim arzt, wnen man all die sachen über den körper gefragt wird, über die man sich nie so recht gedanken macht. konsistenz des stuhlgangs, oder so. als ich dann einen fettarmen latte grande kaufte, nickte der smarte uniformierte südländer hinter der theke fachmännisch und sagte, eine gute wahl und ich strahlte. (wobei er das auch nur aus 'ich bin sam' abgekupfert hatte, oder aus dem lehrgang 'emotionales verkaufen', aber es wirkte).

so. nun ging ich also mit diesem überdimensionierten bedeckelten pappbecher durch die fußgängerzone, meine weißen fäustlinge um die heißen rundungen meines coffee-to-go geklammert und ich versuchte ally mcbeal-like meine melodie zu finden, meinen inneren song, den, der meinen tag begleiten würde, mich stabilisieren und prägen, auf dass ich eine geile schlange sein werde, die niemals stolpert und deren make-up nicht verrutschen möge, amen.

so wars auch. innere melodie: sympathy for the devil. eine aufstrebende junge frau wandert durch die stadt, der schneematsch zählte nicht, allenfalls die weichen flocken am himmel, ich schaute nach oben, nicht nach unten.

äh.

das wollte ich alles gar nicht erzählen. jedenfalls bin ich eine eingeschworene latte-trinkerin und weight-watchers mit ihrem punktesystem (ZWEI PUNKTE! EINER!) können mich mal.

als wir gestern in einem griechischen restaurant saßen, bestellte ich routiniert wieder einen latte macchiato und der kellner schaute mich ratlos an. schweigen. bis zehn zählen. er sagte: ich frag mal nach. kam nicht wieder. bis 300 zählen. dann kam er an unseren tisch und fragte: was ist das denn? ein milchkaffee, antworte ich freundlich. oh, achso, sagt der kellner. das haben wir. super, sag ich, das hätt ich gern. und dann stellte er mir eine kleine weiße porzellantasse hin, mit einem tellerchen darunter, auf dem zwei kleine plastiknäpfchen mit kaffeesahne lagen. (HALLO? KAFFFESAHNE?) hatte ich ewig nicht mehr gesehen. er muss mir meinen schock angesehen haben, denn er fragte: nicht richtig? ich sagte: das ist kein milchkaffee. und dann fragte er: was IST ein milchkaffee? und dann gab ich auf und sagte, alles in ordnung, ich trink den kaffee, alles ist gut, machen sie sich keine gedanken. da fiel mir ein: vor zehn jahren habe ich nix anderes getrunken als kaffee mit einem schuss milch. milchkaffee gab es damals auch schon, aber ich konnte diese dicken milchkaffeetassen nicht ausstehen. seit mindestens fünf jahren jedoch trink ich nix anderes als milch mit einem schuss kaffee. und habe in der tat vergessen, wie kaffee schmeckt. scheußlich bitter, wie ich fand, und völlig wirkungslos auf meine psyche.

jetzt frag ich mich ernsthaft, ob ich milchsüchtig bin. ich mach jetzt einfach mal den test und trink das zeug koffeinfrei.

der restaurant-abend verlief weiterhin skurril, der kellner hatte einfach eine meise. aber das latte-problem werde ich jetzt angehen. erst warmer koffeinentzug und dann die milchproblematik...

sind anderthalb liter milch am tag zu viel?