sein lassen
Und da saß ich, und hing meinen Gedanken nach. Die Sonne schien mir in die Augen. meine Welt war weit weg von in Ordnung, aber es fühlte sich echt an. Mit allem drum und dran. Kongruenz. Kein halb und halb. Ganz. Ohne Zweifel.
Und dann kam er. Der Schmetterling. Erst sah ich nur seinen Schatten. er trudelte über den Boden. Schwarzes Flattern. Spiel mit der Sonne. Und dann sah ich ihn an meinem rechten Auge vorbei fliegen. Ein Wimpernschlag und er war vorbei. Ließ sich hinter mir in den Blumen nieder. Vorsichtig blickte ich mich um. Langsam und genüsslich faltete er die Flügel im Sonnenschein. Zusammen und wieder auseinander, atmete aus und wieder ein. Tränen stiegen mir in die Augen. Ganz still saß ich da, sah im beim genießen zu und freute mich leise weinend an seinem Glück. Und dann tat ich etwas Dummes. Ich schlich mich ins Haus und holte den Fotoapparat. Der Schmetterling war noch da, als ich wieder herauskam. Und ich konnte nicht widerstehen, ihn festzuhalten. Ich wusste, dass es scheitern würde, aber ich tat es dennoch. Hätte ich es doch sein lassen. Hätte ich ihn doch sein lassen.
Und dennoch. Als er wegflog, wusste ich, dass er da war, der Moment, in dem alles stimmte. In dem der Schmetterling Teil des richtigen Lebens war. Ich kann ihn trotzdem sein lassen. Es war ein Irrtum, ihn festhalten zu wollen. Mehr nicht.
Was mach ich nun mit den Bildern? Sie sind unscharf und haben nichts mit diesem Augenblick zu tun. Ich hebe sie auf, als Erinnerung daran, dass die wahre Schönheit nur im Inneren einen Platz finden kann.

danke.