Nachtschattengedanken

31.07.2006 um 21:14 Uhr

mehr sympathie

jetz gehts wieder. weit entfernt von selbstverliebt. aber irgendwie bin ich ganz nett, find ich...

17.07.2006 um 14:15 Uhr

sympathien für sich selbst

kotze mich grade selber an.

da kann keiner was dran ändern.

nur ich.

na denn man tau...

14.07.2006 um 15:43 Uhr

vom würgen und wirken einer gruppentherapie

herrje, immer donnerstags schön in die gruppe.

karrikaturesk.

es sitzen da (wie man es sich vorstellt) in der tat weinende, verstörte mittelalte frauen und klagen ihre prämenstruellen aggressionen an (sind wir nicht alle irgendwie menstruell? und, naja: nach dem spiel ist ja irgendwie auch vor dem spiel, das nächste spiel is immer das schwerste und das runde muss in das, äh, ich schweife ab), beschweren sich über den strengen vater und naja irgendwie muss man ja auch die konflikte in der gruppe sehen und da sind ja jede menge, und wenn man davon ausgeht, dass sich unsere etwas abgehangenen intellektuellen schon 168 h auf das nächste mal "ich lass es dann einfach raus" gefreut haben, dann hat man auch schon mal den ein oder anderen interessenskonflikt mit einer mitgruppenstreiterin, die zu lange heult, weil es auf der arbeit irgendwie nich so richtig klappt (irgendwie ist ein beliebtes wort, lasst es euch sagen, irgendwie) und die nimmt sich dann zu viel raum und den nimmt man ihr dann weg und dann is man aber ganz verstört, wenn die dann beleidigt ist und dann weint man und das is alles ganz schlimm und macht die gesamte gruppe ganz narrisch und das is ja dann auch irgendwie die dynamik, irgendwie, und die muss ja erlernt werden, dafür sitzen wir ja alle da und ich?

ich sitz da und schalt auf autopilot, duck mich und mach mich ganz klein, das sieht aber immer so aus, als wäre ich tödlich gelangweilt und extrem arrogant, aber ich hab einfach so viel angst, weil ich ja gar nicht mit einem strengen vater aufwarten kann und mir meine menstruation gar keinen ärger macht und mir is das auch egal, wenn die xy lange redet, weil je länger die anderen reden, umso weniger muss ich reden und wie gesagt, ich hab ja nix zum heulen, ich hab was zum schockieren, meine lieben, aber das wisst ihr ja nicht, und das kann ich euch auch nicht sagen, denn wenn ich dann mal anfange zu heulen, dann könnt ihr mal richtig jemanden heulen sehen und dann platzt der raum aus den nähten vor tränen vor schmerz und panik und das haltet ihr nicht aus, meine lieben und deshalb schweige ich, bis ich dran bin, und dann sag ich, dass es mir nicht gut geht, aber dass das schon wieder wird, und gebe x, y oder z raum, weil die so schön weinen können und weil alle so schön geweint haben heute, sollen wir also sagen, "wie es unserem inneren kind geht", hach herrje, denk ich, wie gehts denn jetzt meinem inneren kind, oje, bin gleich dran, was macht denn nun um himmelswillen mein inneres kind, scheiße, was sag ich denn, was machen kinder denn so, hooooaaaah, mööööönsch, ma hören, was die anderen sagen, ach so, das eine is anlehnungsbedürftig, ok, das andere will schokolade, müde, schüchtern, schusselig, äh, scheiße, was will ich, äh, das innere kind und da - bums - da bin ich dran, also wind ich mich so'n bisschen und dann bricht es aus mir heraus:

PUUUUUPSNASEN! IHR SEID ALLE PUPSNASEN! PIPI,KAKA, ARSCH! NASENKACKER! KAKA-NASEN!!!!!!

...

äh.

...

mein inneres kind.

grins.

...

indigniertes schweigen.

endlich.

13.07.2006 um 15:02 Uhr

es laut sagen

Stimmung: pissed

gestern ein guter freund, der mich schon so ewig kennt, verweigert sich, sagt dinge wie, naja, ist doch alles super, hastes doch gut überstanden, windet sich, kann mir nicht in die augen sehen, konnte er mal, kann er auch wieder, sobald ich das thema wechsel, dieses ohgottogott-thema, dieses weg-schau-thema, aufstehen-anklagen-ignoriertwerden-aufstehen-anklagen-ignoriert-werden-aufstehen-anklagen-ignoriert-werden,  und hauptsache, wir haben es gut überstanden und es is ja schließlich auch vorbei...

herzlichen dank fürs zuhören.

07.07.2006 um 01:21 Uhr

klopf klopf

auf wie viele unterschiedliche arten kann ein mensch an eine türe klopfen?
millionen von nuancen können dir die stimmung des klopfenden übermitteln und je nach klopfhäufigkeit und stimmungsvarianz des klopfenden, kann man ganz feine antennen mit hoher trefferquote entwickeln.
och mensch, das is schön, das is fein, da hab ich ja richtig was gelernt fürs leben. mein chef klopft z.b. anders als meine kolleginnen und die wieder anders als der kollege und alle haben stimmungen und je nach dem alle erahnbar, erratbar, auflösbar, nachtbar (äh, uppsi, da muss ich heute einen dicken clown gefrühstückt haben, dicke menschen sind ja so lustig), also gute sache das mit den antennen, richtig wichtig sowas und jetzt die regeln: freundlich herein sagen, sich freuen (wichtig! immer schön freuen!), genau, haargenau richtige bemerkung machen und (das is jetzt lebenswichtig!): bloß nicht zusammenzucken, und ist deine angst noch so groß, das nämlich kann klopfer so richtig fies auf die palme bringen.
 
wie gut, dass ich das weiß.

mensch, ich freu mich.

05.07.2006 um 22:50 Uhr

Hoher Preis

Sexappeal.

Welch eine Tugend. Und oh, welch eine Untugend, aus der sie erwuchs. Ein Kind auf Sexualität dressiert. Lasst es heranwachsen zu einer Schönheit. Erregende Schönheit. Schöne Erregung. Erregung.
Nur das, nichts sonst.

Also auf, auf mein Kind - souverän getragen diese Tugend, diesen Makel, dieses Geschlecht!

Öffne deine Lippen, wie es dich gelehrt wurde, schließe leicht die Augen, wiege deine Hüften, wirf die Schultern zurück, setze einen Schritt vor den anderen, locke, glänze, verführe, wilder in dem Unterbewusstsein der Anderen.

Herrsche, mein Kind!

Erbeute Macht!

Und tue es reichlich und tue es gewissenlos, denn der Preis, den man dich zahlen ließ, ist hoch.
Du hast bezahlt. Bezahlt mit deiner verstummten, deiner erblindeten, deiner betäubten, deiner gelähmten und schließlich vor langer Zeit verstorbenen Seele.

Und, psst, verrat dich nicht, mein Kind, denn sonst wachst du auf im Niemandsland.

Und dort sieht dich keiner.