herrje, immer donnerstags schön in die gruppe.
karrikaturesk.
es
sitzen da (wie man es sich vorstellt) in der tat weinende, verstörte
mittelalte frauen und klagen ihre prämenstruellen aggressionen an (sind
wir nicht alle irgendwie menstruell? und, naja: nach dem spiel ist ja
irgendwie auch vor dem spiel, das nächste spiel is immer das schwerste
und das runde muss in das, äh, ich schweife ab), beschweren sich über
den strengen vater und naja irgendwie muss man ja auch die konflikte in
der gruppe sehen und da sind ja jede menge, und wenn man davon ausgeht,
dass sich unsere etwas abgehangenen intellektuellen schon 168 h auf das nächste
mal "ich lass es dann einfach raus" gefreut haben, dann hat man auch
schon mal den ein oder anderen interessenskonflikt mit einer
mitgruppenstreiterin, die zu lange heult, weil es auf der arbeit
irgendwie nich so richtig klappt (irgendwie ist ein beliebtes wort,
lasst es euch sagen, irgendwie) und die nimmt sich dann zu viel raum
und den nimmt man ihr dann weg und dann is man aber ganz verstört, wenn
die dann beleidigt ist und dann weint man und das is alles ganz schlimm
und macht die gesamte gruppe ganz narrisch und das is ja dann auch
irgendwie die dynamik, irgendwie, und die muss ja erlernt werden, dafür
sitzen wir ja alle da und ich?
ich sitz da und schalt auf
autopilot, duck mich und mach mich ganz klein, das sieht aber immer so
aus, als wäre ich tödlich gelangweilt und extrem arrogant, aber ich hab
einfach so viel angst, weil ich ja gar nicht mit einem strengen vater
aufwarten kann und mir meine menstruation gar keinen ärger macht und
mir is das auch egal, wenn die xy lange redet, weil je länger die
anderen reden, umso weniger muss ich reden und wie gesagt, ich hab ja
nix zum heulen, ich hab was zum schockieren, meine lieben, aber das
wisst ihr ja nicht, und das kann ich euch auch nicht sagen, denn wenn
ich dann mal anfange zu heulen, dann könnt ihr mal richtig jemanden
heulen sehen und dann platzt der raum aus den nähten vor tränen vor
schmerz und panik und das haltet ihr nicht aus, meine lieben und
deshalb schweige ich, bis ich dran bin, und dann sag ich, dass es mir
nicht gut geht, aber dass das schon wieder wird, und gebe x, y oder z
raum, weil die so schön weinen können und weil alle so schön geweint
haben heute, sollen wir also sagen, "wie es unserem inneren kind geht",
hach herrje, denk ich, wie gehts denn jetzt meinem inneren kind, oje,
bin gleich dran, was macht denn nun um himmelswillen mein inneres
kind, scheiße, was sag ich denn, was machen kinder denn so, hooooaaaah,
mööööönsch, ma hören, was die anderen sagen, ach so, das eine is
anlehnungsbedürftig, ok, das andere will schokolade, müde, schüchtern,
schusselig, äh, scheiße, was will ich, äh, das innere kind und da -
bums - da bin ich dran, also wind ich mich so'n bisschen und dann
bricht es aus mir heraus:
PUUUUUPSNASEN! IHR SEID ALLE PUPSNASEN! PIPI,KAKA, ARSCH! NASENKACKER! KAKA-NASEN!!!!!!
...
äh.
...
mein inneres kind.
grins.
...
indigniertes schweigen.
endlich.