Nachtschattengedanken

24.09.2007 um 14:07 Uhr

rolling, rolling, rolling

Ich hab's: Es ist nicht der Zug. Es ist nicht das Feld. Es ist beides! Die Entscheidung. Die fällt so schwer. Einsteigen und Aussteigen. Beides! Yin-yang. Die Stationen nutzen. Wissen, wo ich hinwill. Wissen, was, wann, wo und warum.

Das machts jetzt nicht einfacher.

Auch nicht übersichtlicher.

Aber immerhin kann ich jederzeit freundlich winken.

Von wo aus auch immer. 

Das ist doch schon mal was.

21.09.2007 um 00:37 Uhr

schienen

was fällt mir alles zu schienen ein? die richtige spur, begradigen, festigkeit, dauerhaftigkeit, begrenzung, orientierung, weg, pfad, straße, ziel, weiterkommen, weitermachen, geschwindigkeit, vorwärts, strebsamkeit, härte,...

könnte noch ewig so weitermachen.

aber da sind diese klavierklänge, dieser rhythmus, diese sanfte stimme, die rotzige gitarre, der bass, da ist diese melancholie, diese sehnsucht, dieser ansatz von freiheit, die tränen, die hinter meinen augen brennen, da sind all diese fragen, dieses wirrwarr, diese farben, die sonne, der wind, kleine hände, die nach mir greifen, und große auch, diese blicke, diese vielen worte, die so verletzen können, manchmal ist das leben so grell, so schrill, so schnell, und ich sehe ihn vorbeirasen, den zug auf den schienen und ich sitz nicht drin, die menschen darin starren aus den fenstern, schauen mich an, stumm, irgendwie neutral, irgendwie kalt, irgendwie anders.

ich will nicht in diesen zug.

aber alleine auf dem feld? ist das gut? kann das gut sein, mit einigen aussteigern auf dem feld rumzuhängen und den zug zu beobachten? davon kann einem richtig schlecht werden.

vielleicht darf man nicht stehen bleiben. aber wohin? wo sind denn meine schienen, mein weg, meine straße? ganz alleine suchen? noch nicht mal ein trampelpfad? gar keine orientierung? ich irre hier rum. und das ist noch nicht das schlimmste.

 

ich weiß manchmal einfach nicht, ob das sinn macht....

 

14.09.2007 um 23:22 Uhr

oh schreck, ein lächeln...

mich hat jemand angelächelt. eine person, von der ich mir das wie verrückt gewünscht habe. nö. nix sexuelles, nix mit hormonen, mal nix mit attraktivität oder so...

es war ein freundliches lächeln, ein bisschen fürsorge drin, ein bisschen amusement - einfach ein nettes, freundliches lächeln, von du zu du, einfach nett, einfach so.

wisst ihr, ohne hintergedanken, keine strategie, mir sollte nichts gezeigt, bewiesen, angedeutet werden, ein einfaches lächeln, genau, wie ich es mir gewünscht habe... 

jetzt bin ich überfordert. so überfordert, dass ich es ablehne, angelächelt zu werden. ich möchte nicht angelächelt werden. nicht grundlos. ich möchte wissen, warum einer lächelt. 

und ich möchte nicht zurücklächeln. und doch will ich es so sehr, dass es weh tut. grundlos lächeln will ich, einfach erwidern, einfach so.

ja scheiße, wenn man das nicht kann. scheiße nochmal scheiße.

wann hört das verdammte wittern auf? 

03.09.2007 um 18:40 Uhr

Die Falle

Wenn die Angst wieder zuschnappt, dann spür ich sie vorher schon brausen, leise wispernde Stimmchen, komischerweise in meinem Bauch, die seltsame Zusammenhänge entdecken, Koinzidenzen, Blicke, Betonungen, Satzstellungen, alles ist dann wichtig, alle Tatsachen und Auslassungen.

Klingt wahrhaftig ungesund, ist es aber nicht. Die Angst sitzt in uns drin, wahrscheinlich in uns allen. Fraglich ist, wie sehr sie genährt wurde, die Angst, wie sehr gehegt und gepflegt, wie manifest diese Muster sitzen, wie berechtigt sie war, die olle olle Angst...

der Kopf steuert gegen und hält die zweite Realität bereit, diejenige, in der alles gut ist, in der nicht permanent nach mir gesucht wird, nach mir geschaut, in der ich keine Schuld habe, in der es auch einfach mal egal ist, was ich tue und lasse.

Aber im Bauch. Da grummelt die Angst. Es braut sich was zusammen, sagt sie. Achtung. Vorsicht. Alarmglocken. Tirili, tirila...

Und dann braucht es nur einen einzigen Gedanken, der die Falle schnappen lässt, einer, der alles erklärt - die Blicke, das unbestimmte Gefühl. Und padautz. Der Puls ist urplötzlich auf 200, der Kopf rast, beruhigende Realitäten zerplatzen wie ein Traum, der Atem geht schneller und schneller, die Konzentration flöten, ein Alb auf der Brust, wie kann das Hecheln gegen diesen Felsen ankommen, wieso platzt das Herz nicht, es tut weh und ich will nur noch, dass es aufhört.

Komischerweise habe ich mich wesentlich besser gefühlt, als das der Normalzustand war. Ständig unter Strom und Stress war besser als die Unterbrechung dieser wundervollen Ruhe, dieser Ausgeglichenheit, die ich mittlerweile zu genießen imstande bin.

Die Angst ist zu einem Bus geworden, der mich ab und zu umfährt, einfach in die Seite kracht. Man sieht ihn noch aus den Augenwinkeln und sagt sich, HAH! ICH HABS GEWUSST!

Dennoch: Ich fürcht mich nicht mehr so. Ich weiß, dass es sie gibt, die Ruhe, die Normalität und das einfache Leben, in dem es teilweise nur darauf ankommt, die nächste Wäsche anzustellen.

Und das tue ich jetzt auch. Buntwäsche, 40 Grad. Wie normal. Und wie wichtig.

und nun atme ich in ruhigen Zügen gegen den Felsen, auf dass er zu Staub zerfalle - Amen!