Nachtschattengedanken

31.10.2007 um 01:23 Uhr

zerflossen

 

 

Muse, Hoodoo

 

Come into my life

Regress into a dream

We will hide

And build a new reality

Draw another picture

Of the life you could have had

Follow your instincts

And choose the other path

You should never be afraid

You're protected

From trouble and pain

Why

Why is this a crisis in your eyes again?

Come to be
How did it come to be
Tied to a railroad
No love to set us free
Watch our souls fade away
And our bodies crumbling
Don't be afraid
I will take the cold for you

I've had recurring nightmares

That I was loved for who I am

And missed the opportunity

To be a better man



 

30.10.2007 um 11:18 Uhr

blockiert

Blockaden sind glaub ich am besten zu erkennen, wenn es gerade läuft wie geschmiert. Eine Blockade haut dann so richtig rein, in voller Fahrt wird man gestoppt, ein Knüppel hängt zwischen den Rädchen und es tut weh daran zu denken, wie sich die volle Fahrt angefühlt hat.

Dann kommen sie wieder, die Gedanken, dass man es doch auch nicht anders kennt, nicht anders verdient hat, dass es doch immer wieder dasselbe ist und man sich einfach nicht auf sein Glück verlassen sollte.

Dass der Schlamm in der Pfütze nicht weniger wird, dass sie nie zu einem See werden wird, immer durchzogen sein wird von dunklen staubigen Wolken.

Als ich ein Kind war, habe ich im Hinterhof gespielt. Für mich war das ein Paradies. Eine Fabrik stand da und die Fabrikarbeiter mochten mich und meine Freunde. Oft schmissen sie uns bedruckte Lederabfälle zu und wir liebten den Geruch dieser kleinen Lederfetzen und spielten reicher Mann und reiche Frau.

Häufig war ich allein im Hinterhof, gab mich dem Glauben hin, dass Haare im Regen wachsen und schielende Augen erstarren, wenn der Kirchturm drei Mal läutet. Ich spielte Prinzessin, behängte mich mit alten bunten Tüchern und charmierte mit meinem geträumten Ich.

Manchmal kniete ich lange vor in der Sonne glitzernden Pfützen, beobachtete kleine Staubkörnchen, die ein oder andere Fliege, kleine Tierchen im und um das Wasser rum. Manchmal war ein wenig Benizin oder Öl in die Pfützen geraten, das ergab bunte Schlieren, die sich bewegten, und man musste lediglich den Blickwinkel immer wieder etwas verändern, um das schillernde märchenhafte Farbenspiel zu beobachten.

Ich konnte da ewig sitzen, in der Pfütze rumrühren, beobachten, wie der Schlamm sich erhebt und wieder setzt, wie Schadstoffe Bilder auf das Wasser malten und wie Sonnenstrahlen und Wind einen Diamantenzauber veranstalteten.

Nun fehlt mir die Geduld und der Glaube an den Augenblick. Wenn der Schlamm sich erhebt, wird er sich auch wieder niederlassen, doch ist er immer noch da. Wenn das Wasser funkelt, ist es immer noch Pfützenwasser, und Fliegen sind Fliegen und Öl Öl und Benzin ist Benzin, da kann es noch so schillern und glitzern, Pfütze bleibt Pfütze.

Wo, bitte verratet es mir, wo bitteschön ist die Märchenprinzessin von damals?