die seele
wenn man das erstmal raushat, wie die tickt, dann kann einem nur noch schlecht werden.
und dann muss man es ganz schnell wieder vergessen.
tirili...
wenn man das erstmal raushat, wie die tickt, dann kann einem nur noch schlecht werden.
und dann muss man es ganz schnell wieder vergessen.
tirili...
Manchmal treffen sie ins Schwarze, die Lieblingsmusiker, erstaunlich, erstaunlich.
Solo
Solo - It isn't a dream
So low - It's just what it seems
An empty thing
Waiting on somebody who never calls
Listening
In the night to something scratching round
behind the walls
Solo - With no one to care
So low - The cupboards are bare
So now to dine
On three stale crackers and a fifth of gin
and say you're fine
Feeling like something that the dog dragged in
Oh one has to laugh
Still safe and warm
With peace of mind
After storms
Solo - You stare into space
So low - Scared to look at your face
Scared to find
Someone in the mirror who you can't recall
Pale and lined
Talking to himself and saying fuck 'em all
Though one must admit
Chances are few
To try to be
Someone new
Though one gets to play
With no referee
Peace at last
Guaranteed
J. Jackson
... schauen mich an. Vorwurfsvoll. Ich habe noch keine Bilder aufgehangen. Deswegen fühlen sie sich so leer. Aber es ist auch ein Scheiß mit den Bildern. Habe ganz tolle. Weiß auch schon, in welcher Kombination ich die aufhängen will. Weiß aber nicht, welche Maße der Kleiderschrank haben wird, den ich seit einem Jahr gedenke zu kaufen, und die Spezial-Bohrmaschine von den Nachbarn liegt immer noch hier rum, denn mit einem Nagel kommt man bei Stahlbeton nicht weiter. Tja. So sieht es aus mit meinen Wänden. Zu hart um einen Nagel reinzubekommen. Die Hälfte des Platzes mit virtuellen Möbeln verplant. Und enttäuscht über die Leere, das sind sie auch.
Na gut, ich starre zurück. Das können sie haben, die Wände. Wenn Starren olympisch wäre, würde ich spielerisch Weltmeister. Jawoll.
Herrje, sag mal einer, wie ich wieder Bewegung reinkriege. Noch nicht mal zum Weinen kann ich mich aufraffen...
Wen rufst du an? Ist das nicht die alte Männerdefinition für Freundschaft? "Den Jörg, den könnt ich um fünf Uhr morgens aus dem Bett schmeißen, wenn mein Auto liegen geblieben ist." Aha. Und warum rufen wir dann doch nur den ADAC? Weil wir Beiträge bezahlen.
Aber ich glaube trotzdem daran. MEIN Freund Jörg würde tatsächlich kommen. Das ist ja auch ein handfestes Problem. Er würde es lösen. Grinsend würde er die Scheibe herunterkurbeln und "Na, junge Dame? So alleine in der Nacht?" herausschnoddern. Er hätte seine Pyjamahose noch an, und wir würden auf der Rückfahrt rauchen, gute Musik hören und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Vielleicht würden wir schweigend den Vollmond betrachten, wenn er uns die Ehre gibt. Vielleicht wäre da ein Gefühl von Verbundenheit, das uns tief ans Herz geht, eine Art wundersame Stimmung, die unausgesprochen bleiben muss. "Danke." würde ich zu guter Letzt zu Jörg sagen. "Du bist ein echter Freund." Und das ist er auch, der Jörg.
Wen aber rufe ich an, wenn ich mich um fünf Uhr morgens in meinen eigenen Ängsten verhedder, wen weck ich, wenn ich mich so gläsern fühle, an wen wende ich mich, wenn alte Wunden aufbrechen, die ich nicht benennen kann? Alle. Ich könnte sie alle anrufen. Alle würden sie kommen, keiner wär sauer, alle alarmiert, in Sorge. "Hey, Sunny-Maus, was machst du denn? Was ist los?"
Was los ist? Meine Seele ist auf der Autobahn liegen geblieben. Und leider nutzt es nichts, jemanden anzurufen.
Rrring - rrring. "Hey, Sunny hier. Kannst du vielleicht meine Seele abschleppen?" "Äh, wohin denn?" "Weiß nicht. Irgendwohin, wo's schön warm ist." "Und wie denn?" "Öhm." "Und was hat sie?" "Öhm." Und die alles entscheidende Frage: "Was kann ich tun?" "Nichts." Es kann der Treibstoff, der Kat, der Verteiler oder die Zündkerzen sein. Batterie alle? Vielleicht.
Aber wisst ihr was? Vielleicht hab ich auch grade die Lenkradsperre drin und muss mich nur daran erinnern, wie ich die wieder rausbekomme. Erstmal geh ich vom Gas und roll ein wenig aus. Dann tief durchatmen und sich sammeln. Das Handy aus. Füße hoch. Musik an. Mond betrachten. Kleine Rauchkringel beim Auflösen beobachten. Alles wird gut. Meine inneren Mechaniker arbeiten dran...