Nachtschattengedanken

01.05.2010 um 01:06 Uhr

allein so klein

Manchmal frage ich mich, ob ich nicht anders kann... Kann ich nur allein? Kenne ich nur Alleinsein? Allein sein ist kein Zustand, sagt mein indischer freundlicher Geist. Allein sein ist eine Eigenschaft, sagt er.

Und jetzt?

Das seltsame ist, dass diese Eigenschaft nicht so weh tut, wenn wirklich niemand da ist. Je mehr um mich herum schwirren, umso mehr wächst das Alleinsein. Zum Alleinsein kommt das Kleinsein. 

Ist es Alleinfühlen? Und Kleinfühlen?

Lauere ich auf jede Gelegenheit, allein gelassen zu werden? Will ich verlassen sein? Mache ich es den Menschen so leicht, mich zu verlassen?  Tun sie es am Ende gar nicht?

Erst im vollständigen Alleinsein verlässt mich die Angst verlassen zu werden.

Ihr weicht zurück, weil ich euch verscheuche. Wenn ich das sehe, warum seht ihr es dann nicht?

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. Seren_a schreibt am 01.05.2010 um 01:13 Uhr:Wie vertraut das klingt... :) Sie sehn es nicht, weil sie sich dessen nicht bewusst sind. In ihnen läuft ein Programm ab, nicht die Wirklichkeit... man kennt das, denn in jedem läuft es ab... nur ist sich der eine dessen eben bewusst und der andere (die meisten) nicht...
    Schön gesagt, dass Alleinsein eine Eigenschaft ist... sehr treffend...
  2. sunnysightup schreibt am 01.05.2010 um 01:17 Uhr:Ja... Osho eben...
  3. Seren_a schreibt am 01.05.2010 um 01:27 Uhr:Ach... hätt ich mir ja denken können... Er ist "wow"... :)
  4. taschenlampe schreibt am 02.05.2010 um 08:35 Uhr:Weil viele mit sich selbst so sehr beschäftigt sind, dass sie den anderen gar nicht mehr WAHRnehmen können. Verkümmerte Sensoren...

    Ich seh das weniger philosophisch: Wenn ich mit mir so allein sein kann, dass ich mich dabei gut fühle, brauche ich vor nichts mehr Angst haben!

    Sunny, DU allein steuerst dein AlleinseinWOLLEN, also steht es auch in deiner Macht, wie du dich dabei fühlst.

    Willst du verlassen werden?
    Machst du es den Menschen zu leicht dich zu verlassen?

    Ich weiche nicht zurück. *lächel*
  5. sunnysightup schreibt am 02.05.2010 um 21:22 Uhr:nee, nee, nee, kleine taschenlampe. es steht keineswegs in meiner macht, wie ich mich fühle. aber es steht in meiner macht, wie ich damit umgehe...

    wir steuern gar nicht so viel, wie wir immer denken...
  6. raadalf schreibt am 06.05.2010 um 00:04 Uhr:Alleinsein unter Menschen empfunden weil getrennt von sich selbst.

    Das wird seinen Zweck gehabt haben. Haben, hat...und doch noch immer die Mechanismen laufen
  7. Arrogance schreibt am 02.07.2010 um 01:43 Uhr:Lerne zu unterscheiden zwischen "allein" und "einsam".
    Die Fähigkeit - mit sich - allein sein zu können ist eine Gnade.

    Mann neigt dazu, sich einzureden (oder einreden zu lassen), das "allein" etwas krankes, jämmerliches, trauriges und zutiefst unnatürliches ist.

    Aber tief in uns wissen wir, das wir immer allein sein werden - also mache eine Tugend aus diesem Zustand.
  8. Arrogance schreibt am 02.07.2010 um 01:45 Uhr:PS. Und wie kann man einsam sein, mit einer Erdnuss, dessen Vision man schon in Kopf und Herz trägt? *lächel*
  9. sunnysightup schreibt am 02.07.2010 um 08:16 Uhr:es ist komisch... die unterscheidung einsam und allein habe ich schon immer vorgenommen. schon als kind. und ich war nie einsam. immer allein.

    viele sagen: du BIST nicht allein. sie wuseln und schwirren um einen herum, beteuern emotionale und soziale dienstleistungen, die sie jederzeit an dir vollziehen würden, und lächeln voller hektik.

    ich BIN aber allein. und es fühlt sich eben am besten an, wenn keiner dabei ist.

    trotzdem: manchmal ist da dieses gefühl von gemeinschaft. als echo anderer gruppen oder auch kurzzeitig in meinem kreis. und ehrlich: das fühlt sich schön an.

    es auch haben zu wollen. wieder verlieren zu können. diesen zustand halten zu müssen. das ist der stress dabei.

    ich bin allein, ich fühl mich allein und ich KANN allein sein. eine tugend... ja. alles hat zwei seiten.
  10. Arrogance schreibt am 02.07.2010 um 09:10 Uhr:Man sollte sich da nichts vormachen. Der mensch ist ein soziales wesen und braucht kontakte und interaktion.
    wir kommen aus dieser nummer nicht raus, weil wir sonst absterben.
    du willst ja weder allein noch einsam sein. du fürchtest nur die mühe, und das risiko nicht zu genügen oder enttäuscht zu werden.
    was man "kann" ist selten, was man will oder braucht.
    Alleinsein ist keine Eigenschaft mehr, wenn man es thematisiert. Dann wird es zur Wirkung von Eigenschaften. *lächel*
    Osho...ja nee, is klar...
  11. sunnysightup schreibt am 02.07.2010 um 14:05 Uhr:ich grinse und zünde mir genüsslich eine zigarette an.

    auch eine illusion...
  12. Wortzauber schreibt am 02.05.2013 um 11:33 Uhr:Allein ist doch die Tochter von All-Eins, oder? Menschen sind einsam, wenn sie unter Menschen sind, Menschen möchten allein, aber nicht einsam sein, Menschen genießen die Einsamkeit, ohne einsam zu sein, andere funktionieren einfach nur ohne zu reflektieren oder brauchen Gruppendynamik, um sich wertvoll zu fühlen, was wiederum von Einsamkeit und alleine Fühlen zeugt.

    Ups, bin heute filosofisch ;) Dein Blog gefällt mir.
  13. sunnysightup schreibt am 03.05.2013 um 02:50 Uhr:was für ein hübscher kleiner Kommentar...

    danke.

    und ich mag deinen nick.

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