blockiert
Blockaden sind glaub ich am besten zu erkennen, wenn es gerade läuft wie geschmiert. Eine Blockade haut dann so richtig rein, in voller Fahrt wird man gestoppt, ein Knüppel hängt zwischen den Rädchen und es tut weh daran zu denken, wie sich die volle Fahrt angefühlt hat.
Dann kommen sie wieder, die Gedanken, dass man es doch auch nicht anders kennt, nicht anders verdient hat, dass es doch immer wieder dasselbe ist und man sich einfach nicht auf sein Glück verlassen sollte.
Dass der Schlamm in der Pfütze nicht weniger wird, dass sie nie zu einem See werden wird, immer durchzogen sein wird von dunklen staubigen Wolken.
Als ich ein Kind war, habe ich im Hinterhof gespielt. Für mich war das ein Paradies. Eine Fabrik stand da und die Fabrikarbeiter mochten mich und meine Freunde. Oft schmissen sie uns bedruckte Lederabfälle zu und wir liebten den Geruch dieser kleinen Lederfetzen und spielten reicher Mann und reiche Frau.
Häufig war ich allein im Hinterhof, gab mich dem Glauben hin, dass Haare im Regen wachsen und schielende Augen erstarren, wenn der Kirchturm drei Mal läutet. Ich spielte Prinzessin, behängte mich mit alten bunten Tüchern und charmierte mit meinem geträumten Ich.
Manchmal kniete ich lange vor in der Sonne glitzernden Pfützen, beobachtete kleine Staubkörnchen, die ein oder andere Fliege, kleine Tierchen im und um das Wasser rum. Manchmal war ein wenig Benizin oder Öl in die Pfützen geraten, das ergab bunte Schlieren, die sich bewegten, und man musste lediglich den Blickwinkel immer wieder etwas verändern, um das schillernde märchenhafte Farbenspiel zu beobachten.
Ich konnte da ewig sitzen, in der Pfütze rumrühren, beobachten, wie der Schlamm sich erhebt und wieder setzt, wie Schadstoffe Bilder auf das Wasser malten und wie Sonnenstrahlen und Wind einen Diamantenzauber veranstalteten.
Nun fehlt mir die Geduld und der Glaube an den Augenblick. Wenn der Schlamm sich erhebt, wird er sich auch wieder niederlassen, doch ist er immer noch da. Wenn das Wasser funkelt, ist es immer noch Pfützenwasser, und Fliegen sind Fliegen und Öl Öl und Benzin ist Benzin, da kann es noch so schillern und glitzern, Pfütze bleibt Pfütze.
Wo, bitte verratet es mir, wo bitteschön ist die Märchenprinzessin von damals?

Sie ist noch immer da, allein gelassen, denn ihr Erwachsener hat sich über die Zeit darauf versteift das es keine Märchen gibt. Gibt ihr im jetzt keinen Freiraum zu spielen, sondern hat sein Augenmerk auf Probleme und vergaß die Kraft. Sich seine eigene Welt zu erschaffen in der es sich wohlfühlt.
Das schillern des Öls in der Pfütze ist immer noch schön. Nur der Glaube daran fehlt. Die Beurteilung wird nicht als praktisch anerkannt. Praktisch hat nur zu sein sich wohl zu fühlen, nicht den Zustand des Wohlfülens zu schaffen. Suche das Kind und spiel mit ihr!
allerdings ist das öl in den pfützen tatsächlich immer noch schön.
und die eigene welt ist eine baustelle...
Die Du Dich verhuellt hast hinter Tuechern des Erwachsenseins..
Und doch schillert sie dazwischen manchmal noch hindurch, ist die kleine Prinzessein zu erkennen.
Nur heute ist ohr die Fliege laestig, die sich damals auf die Hand setzte, sich beobachten liess, wie sie mit ihren kleinen Vorderbeinchen sich uebers Gesicht strich, um sich zu reinigen. Die Riesenaugen putzte um besser sehen zu koennen, mit Saugruesselfoermigen Mundwerkzeug nach essen suchte. Vielleicht liess sie der Fliege mal ein Koernchen Zucker naschen, bewunderte ihre gast druchsichtigen Fluegel. Heute sieht sie es nicht mehr, heute sieht sie eine ganz gewoehnliche Fliege, wie ich auch, die bestenfalls nur stoert, doch damals sah ich die Wirklichkeit. Heute nur ein Abbild.
Und die Wasserlaeufer, die mit ihren langen Beinen auf dem Wasser gehen koennen, hat sie wohl seit ihrer Kindheit nicht mehr gesehen, seit sie sich sagte, ich bin keine Prinzessin mehr.
Und so setzen sich die grauen Wolken, die in der Pfuetze aufsteigen immer noch, aber ohne sie.
Denn sie sind ihr keines Blickes mehr wert.
Die Welt der Erwachsenen und das erwachsenwerden, haben ihr diesen Zauber genommen und so wird sie wohl auch nie mehr spueren wie es sich an den Zehen anfuehlt, nach einem warmen Gewitterregen barfuss durch diese kleine Pfuetze, die ihr fast wie ein See schien zu gehen. Den warmen Schlamm zwischen den Zehen zu spueren und ihn sich in der trueben Bruehe wieder von den Fuessen zu waschen.
Denn der kleine Vogel der damals dort etwas abseits sass und schaute, er flog davon und nahm ihre Traeume mit..sie ruhen jetzt fernab im Maerchenland..aber ein ganz klein wenig leben sie noch.
Wispern manchmal noch durch die Traeume, leise, so unendlich leise, und lassen einige Sonnenstrahlen der Leichtigkeit in den Traum hienein.
Alles Gute Prinzessin, vergiss nicht ganz und gar Deine edle Herkunft, die Deiner wunderbaren Phantasie entsprang..
soll es heissen !-)
Denn welchen Wert haben Ritter, wenn es keine Prinzessinen gibt?
Gruesse mir den kleinen Drachen..
~Wunder stehen nicht im Widerspruch zur Natur.
Sie stehen nur im Widerspruch zu unserem Wissen zur Natur~
Ich bleibe dran an dem Bild und freu mich auf die lächelnden Menschen, die an Wunder, Ritter und Drachen glauben, und lege die Angst vor dem Unverständnis ab.
Aber Mannomann: Das ist verdammt harte Arbeit.